Nicht nur die politische Arena ist überfüllt mit Leuten, die auf den billigen Plätzen sitzen und sich mit noch billigeren Kommentierungen begnügen, die kloogschieterisch alles besser wissen und alles und jeden kritisieren. Und dabei jeden Beweis schuldig bleiben, dass sie es selbst besser gekonnt hätten oder gar können.

Und das gilt genauso an der Börse. Auch rund um Aktien und Investitionen wissen es viele immer besser. Hinterher. Sie können immer erklären, weshalb Entscheidungen falsch waren, weshalb Aktien zu teuer oder zu billig gewesen sind, weshalb absehbar war, dass sie ins Bodenlose fallen oder in die Höhe schießen würden. Hinterher.

Kritisiert werden dabei zumeist diejenigen, die sich aus der Deckung gewagt haben, die ihre Entscheidungen und Beweggründe frühzeitig und transparent dargelegt und die sich damit auch der Kritik ausgesetzt haben. Vorher.

Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass in der Rückschau Entscheidungen oft dumm aussehen. Aber nur, weil man ja das Ergebnis kennt und weiß, wie die Entwicklung gelaufen ist. Zum Zeitpunkt der Entscheidung war das noch nicht klar. An der Börse geht es um Wahrscheinlichkeiten, nicht um Gewissheiten.

Ich halte wenig von "Ich hab's euch ja gesagt-Kritikern", die es einem eben nicht gesagt haben, sondern sich erst hinterher zu Wort melden, wenn das Ergebnis bekannt ist. Mein Respekt gilt (allein) jenen, die sich offen äußern und zu ihren Einschätzungen stehen. Und damit auch ihre Fehlentscheidungen verantworten. Der frühere US-Präsident Theodore Roosevelt nannte solche Menschen "the Man in the Arena"…

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