Am 10.01.2000 gaben America Online (AOL) und Time Warner ihre Absicht bekannt, zu einem neuen Medien- und Technologiekonzern unter dem Namen AOL Time Warner zu fusionieren. Diese Ankündigung markierte einen der symbolträchtigsten Momente der Dotcom-Ära: den Versuch, das schnell wachsende Internetgeschäft mit den etablierten, kapitalintensiven Medien- und Inhalte-Imperien der analogen Welt zu verschmelzen. Mit einem Transaktionsvolumen von rund 165 Mrd. USD galt der Zusammenschluss als die bis dahin größte Unternehmensfusion der Geschichte. Rückblickend steht AOL Time Warner jedoch nicht für den Beginn eines neuen Medienzeitalters, sondern für eines der spektakulärsten unternehmerischen Scheitern des frühen 21. Jahrhunderts.

Der historische Kontext spielte dabei eine große Rolle, denn die Fusion erfolgte auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase und stand damit von Anfang an unter keinem guten Stern. Hinzu kamen hausgemachte Probleme, unvereinbare Kulturen, überbordende Egos und Selbstüberschätzung.
"Fusionieren beruht auf gegenseitiger Überschätzung."
Wir schauen uns die beiden beteiligten Unternehmen und ihre strategischen Motive an, analysieren die Ursachen des Scheiterns von AOL Time Warner und blicken auf die Entwicklung der Beteiligten nach der späteren Wiederaufspaltung bis in die Gegenwart.

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