Am 09.10.2006 kündigte Google die Übernahme von YouTube an. Was damals wie eine gewagte Wette auf eine noch junge Videoplattform wirkte, entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Unternehmenskäufe der Internetgeschichte. Heute ist YouTube nicht nur ein zentraler Bestandteil des Google-Universums, das inzwischen unter Alphabet firmiert, sondern auch ein Milliardenbusiness, das Werbung, Abonnements und die gesamte Unterhaltungsindustrie verändert hat – und weiterhin prägt.
Vom Suchmaschinenprojekt zum Internetkonzern
Als Larry Page und Sergey Brin Ende der 1990er-Jahre Google gründeten, wollten sie vor allem die Informationen im Internet besser auffindbar machen. Die beiden promovierten Informatiker hatten sich an der Stanford University kennengelernt und einen Suchalgorithmus entwickelt, der Webseiten nicht allein anhand ihrer Inhalte bewertete, sondern auch die Verlinkungen zwischen ihnen berücksichtigte. Dieses Verfahren, bekannt als PageRank, lieferte häufig bessere Ergebnisse als die damaligen Suchmaschinen.
Google wurde schnell zu einem der wichtigsten Zugangspunkte zum Internet. Der eigentliche wirtschaftliche Durchbruch kam allerdings mit einem Geschäftsmodell, das kostenlose Suchanfragen mit bezahlter Werbung verband. Unternehmen konnten Anzeigen passend zu bestimmten Suchbegriffen schalten und erreichten damit Nutzer genau in dem Moment, in dem diese sich für ein Produkt oder eine Dienstleistung interessierten. Google verdiente an diesen Anzeigen, während die Suchmaschine für ihre Nutzer kostenlos blieb.
Mit Google AdWords, das 2000 startete und später in Google Ads umbenannt wurde, entstand eine äußerst profitable Verbindung aus Reichweite, Nutzerdaten und automatisierter Anzeigenvermarktung. Die Werbekunden profitierten von vergleichsweise gezielten Kampagnen, Google von einem Geschäftsmodell, das sich mit wachsender Nutzung immer weiter skalieren ließ.
Der Börsengang im August 2004 verschaffte dem Unternehmen zusätzliches Kapital und machte Google zu einem der prägenden Konzerne der digitalen Wirtschaft. Doch die Gründer wollten sich nicht auf die Internetsuche beschränken. Sie erkannten früh, dass immer mehr digitale Aktivitäten über wenige große Plattformen laufen würden. Wer die Suche, die Kommunikation, die Inhalte und später auch die mobilen Betriebssysteme kontrollierte, konnte sich eine außergewöhnlich starke Position im digitalen Ökosystem sichern.
Die Expansion erfolgte sowohl durch Eigenentwicklungen als auch durch Zukäufe. Google baute unter anderem Gmail, Google Maps und Google News auf, investierte in Cloud-Dienste und entwickelte mit Android eine Plattform, die das mobile Internet entscheidend mitprägen sollte. Parallel dazu kaufte der Konzern Unternehmen, deren Technologie, Nutzerbasis oder Geschäftsmodell die eigene Position stärken konnten. Nicht jeder Kauf wurde zum Erfolg. Doch einige Übernahmen veränderten Google grundlegend. Und ganz besonders YouTube…
