Am 01.05.1976 wurde Kohlberg Kravis Roberts & Co. gegründet von Jerome Kohlberg Jr. und den beiden Cousins Henry Kravis und George R. Roberts. Sie legten damit den Grundstein für eine der einflussreichsten Entwicklungen der modernen Finanzgeschichte: die Etablierung von Private Equity als eigenständige Anlageklasse. Die drei KKR-Gründer hatten zuvor bei den Investmentbank Bear Stearns gearbeitet und dort erste Erfahrungen mit fremdfinanzierten Unternehmensübernahmen gesammelt. Ihr Ansatz, Unternehmen überwiegend durch Schulden zu erwerben und diese Schulden anschließend aus den Cashflows der übernommenen Gesellschaft zu bedienen, war damals noch weitgehend neu und entwickelte sich später zum Standardmodell des Leveraged Buyouts (LBO).
In den Anfangsjahren konzentrierte sich KKR auf kleinere Transaktionen, häufig bei familiengeführten Unternehmen, die vor Nachfolgeproblemen standen. Diese Firmen waren oft unterbewertet und boten Potenzial für operative Verbesserungen. Die Strategie war vergleichsweise konservativ: moderate Verschuldung, sorgfältige Auswahl der Zielunternehmen und ein langfristiger Anlagehorizont. Doch bereits in dieser Phase zeigte sich das enorme Renditepotenzial des Modells, was institutionelle Investoren zunehmend auf die neue Anlageklasse aufmerksam machte.
Der eigentliche Durchbruch gelang KKR in den 1980er Jahren, als sich das Unternehmen zu einem zentralen Akteur der sogenannten "Corporate Raider"-Ära entwickelte. In dieser Zeit traten Finanzinvestoren zunehmend aggressiv auf, indem sie börsennotierte Unternehmen gegen den Willen des Managements übernahmen, restrukturierten und anschließend gewinnbringend veräußerten – die sogenannten "Unfriendly Takeovers" wurden salonfähig. Und KKR wurde zum Inbegriff dieser Bewegung und zum meistgefürchtetsten "Räuberbaron"…
