Die PayPal-Aktie (WKN: A14R7U) gehört zu den großen Verlierern der letzten Jahre. Ein Minus von 83 % in zehn Jahren ist bitter.
Dabei wuchs der Umsatz stetig und auch der Gewinn wurde perspektivisch gesteigert bzw. auf hohem Niveau gehalten. Zudem generiert das Fintech massiv Cash und kauft damit haufenweise eigene Aktien zurück.
Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 7 wird PayPal aktuell so bewertet, als stünde das Unternehmen vor dauerhaft schwierigen Zeiten. Doch entspricht das wirklich der Realität?
Um das zu verstehen müssen wir einen Blick in die Vergangenheit werfen.
Paypal-Aktie: Vom E-Commerce- und Fintech-Star zum ungeliebten Börsenkind
Das Geschäftsmodell von PayPal ist eigentlich leicht zu verstehen. Das Unternehmen betreibt eine digitale Zahlungsplattform, über die Verbraucher und Händler weltweit Geld senden, empfangen und bezahlen können. Mit seinen Millionen aktiven Nutzerkonten und seiner starken Position im Onlinehandel zählt PayPal weiterhin zu den bekanntesten Finanztechnologieunternehmen der Welt.
Trotzdem hat sich die Stimmung an der Börse deutlich verschlechtert. Das Wachstum fällt längst nicht mehr so spektakulär aus wie während der Pandemie. Damals profitierte PayPal massiv vom Boom des Onlinehandels.
Heute wächst das Geschäft zwar weiterhin, aber deutlich langsamer. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb. Unternehmen wie Apple (WKN: 865985), Block (WKN: A143D6) oder traditionelle Banken kämpfen um dieselben Kunden und Transaktionen. Die Einstiegsbarrieren sind niedrig, während der Kosten- und Innovationsdruck hoch ist.
Ein weiteres Problem ist, dass Investoren zunehmend daran zweifeln, ob PayPal seine frühere Dynamik zurückgewinnen kann. Vor allem die schwachen Innovationen und die geringe Neukundengewinnung wiegen schwer.
Die Zahl neuer Nutzer wächst langsamer und viele Anleger bevorzugen derzeit KI- oder Cloud-Aktien mit höheren Wachstumsraten. Dadurch ist die Bewertung immer weiter gefallen.
Doch genau hier sehe ich auch eine Chance. PayPal erwirtschaftet weiterhin Milliarden an Gewinnen und verfügt über einen starken freien Cashflow. Außerdem arbeitet das Management an Effizienzsteigerungen, neuen Funktionen und einer besseren Monetarisierung bestehender Kunden.
Zudem bietet die fortschreitende Digitalisierung des Zahlungsverkehrs weltweit weiteres Potenzial, insbesondere in internationalen Märkten, in denen digitale Zahlungsmethoden noch wenig verbreitet sind. Sollte es also gelingen, das Wachstum auch nur moderat zu beschleunigen, könnte die aktuelle Bewertung rückblickend als sehr günstig erscheinen.
Zwischen Value-Chance und Tech-Falle
Für mich ist PayPal ein interessantes Beispiel dafür, wie schnell die Börse ihre Lieblinge vergessen kann. Das niedrige KGV signalisiert erhebliche Skepsis. Und ja, da mag auch etwas dran sein.
Vor allem das hohe Disruptionsrisiko in einem schnelllebigen Geschäft mit niedrigen Markteintrittsbarrieren sind reale Risikofaktoren. Doch ich sehe auch das Potenzial für positive Überraschungen. Ob PayPal ein Comeback-Kandidat oder eine klassische Value-Falle wird, dürfte sich in den kommenden Quartalen und Jahren entscheiden.
Der Artikel KGV von nur 7: Die aktuell günstigste Tech-Aktie im gesamten Nasdaq! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.