Wir setzen mit LVMH (WKN: 853292), dem am Umsatz gemessen größten Luxusunternehmen der Welt, auf eine langfristig steigende Nachfrage nach Premiumartikeln. Die insgesamt 75 ikonischen Marken – zu denen Louis Vuitton, Moët & Chandon, Christian Dior und Sephora zählen – haben dem französischen Konzern von 2013 bis 2023 ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 11 % ermöglicht. Beim Gewinn lag die Wachstumsrate sogar bei 15 % p. a..

Diese Probleme plagen die LVMH-Aktie

Seit dem Jahr 2024 läuft es jedoch weniger rund. Die Konjunktur in China kühlte sich ab, während gleichzeitig die Spannungen zwischen China und dem Westen zunahmen. Infolgedessen gönnte sich die aufstrebende Mittel- und Oberschicht weniger Produkte von LVMH. Auch in Europa und den USA drückte eine verschlechterte Konsumentenstimmung auf die Umsätze. Zuletzt wirkte sich zudem der Konflikt im Nahen Osten mit einem geschätzten Umsatzminus von 1 % aus – irgendwas ist immer.

Trotz dieses Gegenwinds erreichte LVMH wie bereits in den vorherigen beiden Quartalen ein operatives Umsatzplus von 1 %. Währungsbereinigt sank der Umsatz um 6 %. Treiber des operativen Umsatzwachstums waren die kleineren Segmente Uhren & Schmuck (+7 %), Wein & Spirituosen (+5 %) sowie selektiver Einzelhandel (+4 %), während das bedeutende Segment Mode & Lederwaren mit 50 % Umsatzanteil und noch höheren Gewinnanteil weiterhin schwächelte (-2 %).

Auf regionaler Ebene entwickelten sich Asien (mit China als Hauptmarkt, +7 %) aufgrund eines guten Geschäfts zum chinesischen Neujahrsfest sowie der US-Markt trotz erhöhter Importzölle (+3 %) positiv. In Europa und Japan (jeweils -3 %) drückte die schwache Konjunktur auf die Zahlen. Informationen zu den Gewinnmargen, die zuletzt rückläufig waren, veröffentlicht LVMH traditionell nur zu den Halbjahres- und Gesamtjahresberichten.

Unser Fazit im April 2026

Wir nehmen für uns mit, dass die Kunden von LVMH in weiten Teilen zwar wohlhabend, aber eben doch konjunktursensibel sind. Entsprechend dürfte das Geschäft erst wieder richtig anziehen, wenn sich die Konsumentenstimmung in den wichtigen Absatzregionen wieder aufhellt. In China gab es dahingehend erstmals seit längerem wieder positive Impulse. LVMH blickt „wachsam und gleichzeitig zuversichtlich“ auf das Jahr 2026 und strebt „nach höchster Qualität in Design, Attraktivität und Vertrieb“.

Mit diesem Mindset und dem starken Markenportfolio sollte das Unternehmen langfristig wieder mit knapp zweistelligen Raten wachsen. Gemessen daran sieht das KGV der LVMH-Aktie von 22 nicht zu hoch aus.

Der Artikel KGV von 22, kurzfristige Probleme: Lohnt es sich, jetzt LVMH-Aktien zu kaufen? ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.