Der polnische Betreiber von Nachbarschaftsmärkten Dino Polska (WKN: A2DPXC) erzielte in den letzten Jahren beeindruckende, zweistellige Wachstumsraten, indem er das Filialnetz massiv ausbaute und die Umsätze auf bestehender Fläche steigerte. Dieses hohe Tempo schwächte sich zuletzt jedoch ab und lag auch im vierten Quartal 2025 unter den Werten der Vorjahre. Entsprechend erfuhr auch die Dino Polska-Aktie nach starken Vorjahren 2025 ein Jahr der Abkühlung. Wie geht es nun weiter?
Die Fundamentalanalyse zur Dino Polska-Aktie
Angetrieben von der Eröffnung von genau 100 neuen Märkten legte der Gesamtumsatz im Quartal um 14,8 % zu. Die Anzahl der Supermärkte, die im Durchschnitt rund halb so groß wie ein Aldi oder LIDL-Markt in Deutschland sind, legte im Gesamtjahr 2025 um die Rekordanzahl von 345 auf 3.033 Standorte zum Jahresende zu.
Das flächenbereinigte Wachstum blieb jedoch, wie bereits in den Vorquartalen, eher verhalten und betrug im vierten Quartal 3,7 %. Im Gesamtjahr lag dieser Wert mit 4,4 % erstmals unter der polnischen Lebensmittelinflation von 4,7 %. Damit kann Dino Polska nicht zufrieden sein. Das Unternehmen, das sich als wohnortnaher Versorger mit Fokus auf Frische und Markenprodukte positioniert, strebt mittelfristig ein inflationsbereinigtes Wachstum im bestehenden Filialnetz an.
Auch die Gewinnentwicklung ist nicht zufriedenstellend
Während die Umsatzentwicklung den Markterwartungen entsprach, enttäuschte das gründergeführte Unternehmen bei den Margen. Im vierten Quartal sackte die EBITDA-Marge um 120 Basispunkte auf 6,9 % ab. Das EBIT sank infolgedessen sogar um 8,4 %. Im Geschäftsbericht verweist das Unternehmen auf eine erhöhte Preissensibilität bei vielen Kunden und darauf, dass sich Dino Polska dafür entschieden hat, die Preise niedrig zu halten und so Marktanteile vor Margen zu priorisieren. Gleichzeitig kostet die anhaltend hohe Expansion (bei Märkten aber auch im Logistik-Netzwerk) viel Geld und auch die kürzliche Erhöhung des Mindestlohns in Polen drückt auf die Margen. Im Gesamtjahr 2025 stieg der Gewinn damit lediglich um 3,5 %.
Um gegenzusteuern, setzt Dino Polska für 2026 auf eine Kombination aus Effizienzsteigerungen und einer moderateren Wachstumsgeschwindigkeit. Das Wachstum auf bestehender Fläche soll im mittleren einstelligen Bereich liegen und so die Fixkosten je Filiale besser gedeckt werden. In dem Zusammenhang sollen Investitionen verstärkt in die Optimierung der bestehenden Filialen fließen (z.B. über Verbesserungen im Logistikbereich, der eigenen Fleischverarbeitung, den digitalen Angeboten oder neue Solaranlagen) und weniger neue Märkte als in 2025 gebaut und eröffnet werden.
Unser Fazit zur Dino Polska-Aktie: Starke Positionierung
Diese Veränderung des Fokus für 2026 scheint uns sinnvoll, um die EBITDA-Marge wieder über die 8-Prozent-Marke zu heben. Langfristig sehen wir Dino Polska mit seiner Positionierung als Markt nah am Kunden im europäischen Wachstumsmarkt Polen (in 2025 stieg das BIP in Polen um 3,6 %, in der EU nur um 1,5 %) gut positioniert, um seine Wachstumsgeschichte fortzusetzen. Nachdem der Kurs der Dino Polska-Aktie seit Jahresbeginn um 20 % gesunken ist, liegt das KGV bei 21. Damit ist die Aktie so günstig bewertet wie noch nie in den letzten Jahren.
Der Artikel KGV 21 – so billig wie noch nie! Diese polnische Aktie könnte eine Kaufchance bieten ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.