Kann eine Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12,4 und 5,6 % Dividende zu teuer sein? Sie kann. Aus dem einfachen Grund, dass es kein Wachstum gibt. Und auch wenn bilanzielle Schwächen vorhanden sind, gilt das für mich als eine Aktie mit geringerer Qualität, bei der ich lieber an der Seitenlinie verweile.
Einen solchen Mix bietet derzeit die Aktie von Verizon Communications (WKN: 868402). Sie hat ihre Qualitäten, ganz klar. Als Telekommunikationskonzern ist die Ausrichtung eher defensiv und basiert auf wiederkehrenden Umsätzen für die vertragliche Nutzung von Mobilfunk, Festnetz oder anderen Verträgen. Zudem ist die Dividende des US-Konzerns für ihre hohe Dividende und ihre kleineren regelmäßigen Erhöhungen bekannt.
Bei einem KGV von 12,4 und mit 5,6 % Dividende würde ich mittlerweile aber sagen, dass ich lieber die Finger von der Aktie lasse. Wie angedeutet hat das mehrere Gründe.
Verizon: KGV 12,4 und 5,6 % Dividende im größeren Kontext
Betrachten wir nun also die Aktie von Verizon Communications etwas genauer. Die Aktie notiert derzeit bei einem Aktienkurs von 50,06 US-Dollar. Bei einem 2025er Gewinn je Aktie von 4,06 US-Dollar liegt das besagte KGV bei 12,4. Zudem zahlt der US-Konzern 0,7075 US-Dollar pro Vierteljahr und Aktie als Dividende aus. Mit diesem Wert erhalten wir die 5,6 % Dividende. Einfache Mathematik, na klar. Aber jetzt wird es komplizierter.
Der Grund, warum die Aktie von Verizon Communications trotz der günstigen Bewertung für mich kein Kauf mehr ist, hängt mit dem Wachstum zusammen. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2024 ging der Gewinn je Aktie leicht von 4,14 US-Dollar zurück. Beim Umsatz gab es lediglich ein leichtes Wachstum von 134,8 Mrd. US-Dollar auf 138,2 Mrd. US-Dollar. Insgesamt ist der Mobilfunkmarkt sehr reif. Es dürfte, wenn überhaupt, Wachstumsraten von 1 bis 2 % pro Jahr geben. Das ist das grundsätzliche Problem. Denn eine bestenfalls eher stagnierende Aktie (auf Dauer und mit dem Problem eines reifen Marktes) sollte tendenziell eher mit einem KGV von etwa 10 bewertet sein. Auch die Dividende müsste für mich höher sein, um ein attraktives Renditeprofil zu besitzen. 5,6 % Dividende bei einem Ausschüttungsverhältnis von 69 % wären mir bei Stagnation einfach zu wenig.
Der Mobilfunkmarkt dürfte eher noch umkämpfter werden. AT&T, T-Mobile US und Verizon Communications ringen um Marktanteile. Das dürfte auch zu einem sich intensivierenden Preiskampf mit eher sinkenden Preisen führen. Ein KGV von 12,4 und eine Aktie mit 5,6 % Dividende benötigen dann hingegen eher Stabilität.
Das Cash Cow-Merkmal gilt meiner Meinung nach nicht
Die Aktie von Verizon Communications gilt zwar als Cash Cow. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der freie Cashflow ebenfalls leicht auf 20,1 Mrd. US-Dollar. Auch diese vermeintliche Qualität gilt meiner Meinung nach aber nicht. Denn der US-amerikanische Telekommunikationskonzern benötigt sein Geld, um die Dividende zu bezahlen und die Bilanz allmählich auf Vordermann zu bringen.
Verizon besitzt zwar 19 Mrd. US-Dollar in Cash. Dafür betragen die kurzfristigen und in einem Jahr fälligen Verbindlichkeiten 18,8 Mrd. US-Dollar. Langfristige Schulden hat der US-Konzern in Höhe von 139 Mrd. US-Dollar angehäuft. Es bräuchte daher sieben Jahre, um mit dem vollen freien Cashflow diese Schulden zurückzuzahlen. Bei einem Ausschüttungsverhältnis von fast 70 % besteht aber eher ein geringer Spielraum.
Auch in Zukunft wird Verizon Communications weiter investieren müssen. In 6G-Technologie, in Marketing und vielleicht auch in neue, wachstumsstärkere Geschäftsmodelle. Die Bilanz ermöglicht aber wenig Spielraum hierfür. Bei einem KGV von 12,4 und mit 5,6 % Dividende erscheint mir die Bewertung dafür aber ebenfalls leicht zu hoch.
Verizon: Bei einem KGV von 12,4 und 5,6 % Dividende halte ich mich fern!
Im Endeffekt sage ich daher, dass mir die Aktie von Verizon Communications bei einem KGV von 12,4 und mit 5,6 % Dividende zu wenig Rendite ermöglicht. Es könnte eine Überbewertung von etwa 15 bis 25 % vorhanden sein. Das bedeutet, dass, falls die Aktie korrigiert, vier bis fünf Jahre der Dividende durch einen möglichen Kursverlust verloren gehen. Mit einem eher stagnierenden Geschäft hat der US-amerikanische Telekommunikationskonzern für mein Gefühl eher wenig zu bieten. Natürlich kann man das anders sehen. Aber überlege dir vielleicht wirklich, welchen Preis du für einen stagnierenden und hoch verschuldeten Konzern bezahlen willst.
Der Artikel KGV 12,4, 5,6 % Dividende: Diese Aktie ist zu teuer! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.