
Cardano (ADA) steht nach einem scharfen Ausverkauf im vergangenen Monat weiterhin unter Druck, doch mehrere technische Indikatoren deuten darauf hin, dass sich das Tempo des Rückgangs verlangsamen könnte.
Der Cardano-Kurs notierte zum Zeitpunkt der Berichterstattung bei $0.1445, ein Rückgang von 1,3 % in den vorangegangenen 24 Stunden und 10,8 % in den letzten sieben Tagen.
Der Token hat in den letzten 30 Tagen 38,6 % verloren und liegt weiterhin mehr als 95 % unter seinem Allzeithoch von $3.09, das im September 2021 verzeichnet wurde.
Bemerkenswert ist, dass der jüngste Rückgang auf die Auswirkungen des jüngsten SecondFi-Wallet-Exploits zurückzuführen ist, einem Vorfall, der Schwachstellen in Wallet-Software und nicht in der Cardano-Blockchain selbst offenlegte.
Obwohl der übergeordnete Trend bärisch bleibt, zeichnen Momentum-Indikatoren inzwischen ein anderes Bild.
Da der Relative Strength Index (RSI) in den überverkauften Bereich vorgerückt ist, richtet sich der Fokus nun darauf, ob sich Cardano stabilisieren und sogar erholen kann.
SecondFi-Exploit und der Wiederherstellungsplan
Das Anlegervertrauen erlitt einen Schlag, nachdem beim SecondFi-Wallet-Exploit rund 16 Millionen ADA gestohlen wurden, was zum Zeitpunkt des Angriffs einem Wert von etwa $2.4 Millionen entsprach.
Nach einer forensischen Untersuchung erklärte SecondFi, die Ursache des Vorfalls als Fehler in der deterministischen Nonce-Ableitung innerhalb der Implementierung der Wallet-Signatur identifiziert zu haben.
Den Erkenntnissen des Unternehmens zufolge ermöglichte die Schwachstelle Angreifern, private Schlüssel anhand öffentlich verfügbarer Blockchain-Daten zu rekonstruieren, was zur Kompromittierung betroffener Wallets führte.
Der Angriff erfolgte in drei automatisierten Wellen, wobei zwei verschiedene Bedrohungsakteure direkt 16 Millionen ADA von 374 Wallet-Adressen abgezogen haben.
Forensische Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Gesamtzahl verwundbarer Konten tatsächlich 3.072 erreichte.
Um weiteren Diebstahl zu verhindern, führte SecondFi eine schnelle Notfall-Eindämmungsaktion durch und konnte vor der Ausnutzung der verbleibenden Adressen etwa 129 Millionen ADA in einem sicheren Tresor eines Drittverwahrers retten und isolieren.
SecondFi hat seitdem einen Wiederherstellungsfahrplan skizziert: Am 26. Juni wurde ein finales Salden-Snapshot erstellt. Es wird erwartet, dass etwa eine Woche für den Aufbau des Wiederherstellungsmechanismus und anschließend eine weitere Woche für Sicherheitstests aufgewendet wird.
Wenn diese Tests erfolgreich abgeschlossen werden, sollen Auszahlungen an betroffene Nutzer etwa zwei Wochen nach dem Snapshot beginnen.
Der Vorfall veranlasste zudem neue Sicherheitsempfehlungen für Nutzer.
SecondFi riet betroffenen Kunden, keine Transaktionen von kompromittierten Adressen zu signieren, sondern völlig neue Wallets mit frischen Wiederherstellungsphrasen zu erstellen und auf offizielle Wiederherstellungsanweisungen zu warten.
Wichtig ist, dass sich der Exploit gegen Wallet-Software richtete und nicht gegen das Cardano-Netzwerk selbst.
Das Problem beruhte auf einer kryptografischen Implementierung innerhalb der Wallet und nicht auf einer Schwäche im Cardano-Blockchain-Protokoll.
RSI im überverkauften Bereich, ADA nähert sich einer wichtigen Unterstützung
Während der SecondFi-Exploit zusätzliche Unsicherheit schuf, deutet die Kursentwicklung darauf hin, dass Händler zunehmend auf technische Marken achten.
Bei den meisten technischen Indikatoren zeigt die technische Analyse derzeit eine kurzfristige bärische Tendenz.
Cardano (ADA) notiert unter seinen 10-, 20-, 50-, 100- und 200-Tage-Exponentialdurchschnitten (EMAs), ein Zeichen dafür, dass der breitere Trend bärisch bleibt.

Momentum-Indikatoren erzählen jedoch eine ausgewogenere Geschichte.
Der 14-Tage-RSI liegt bei 30.26 und platziert ADA knapp über dem überverkauften Bereich. Auf Wochenbasis liegt der RSI jedoch bei 28.14.

Diese RSI-Werte deuten darauf hin, dass der Verkaufsdruck gestreckt ist, bestätigen jedoch nicht, dass eine Trendwende bereits begonnen hat.
Der Moving Average Convergence Divergence (MACD) beginnt sich ins Positive zu drehen, was darauf hindeutet, dass die bärische Dynamik nachlässt, obwohl der Kurs unter wichtigen Widerstandszonen verbleibt.

Unterdessen spiegelt die Derivate-Positionierung weiterhin vorsichtigen Sentiment wider.
Die Long-zu-Short-Ratio liegt bei etwa 0.72, was anzeigt, dass Short-Positionen weiterhin Long-Positionen überwiegen.
Auch die Funding-Rates blieben leicht negativ, was zeigt, dass bärische Händler die Perpetual-Futures-Märkte dominieren.
Trotzdem zeigen On-Chain-Daten erhöhte Aktivität von größeren Investoren, wobei größere Spotkäufe darauf hindeuten, dass einige Wale während des jüngsten Rückgangs ADA akkumuliert haben.
Der Cardano-Kurs nähert sich einer wichtigen technischen Zone.
Die unmittelbare Unterstützung liegt bei $0.1387, nahe dem jüngsten 24-Stunden-Tief von $0.1418. Ein decisiver Bruch unter diese Unterstützung könnte ADA zusätzlicher Abwärtsrisiken aussetzen.
Auf der Oberseite liegt der erste größere Widerstand bei $0.1739.
Ein Tagesschlusskurs über diesem Niveau würde die Argumente für eine breitere Erholung stärken und könnte die Aufmerksamkeit auf den nächsten Widerstand bei $0.1895 lenken.
Diese Marken entsprechen im Großen und Ganzen der jüngsten Handelsspanne, in der ADA in der vergangenen Woche zwischen $0.1397 und $0.1627 schwankte.
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