
Joe Terranova, Chief Market Strategist von Virtus Investment Partners, überarbeitet seine Portfoliostrategie für das neue Jahr.
Im heutigen Gespräch mit CNBC bestätigte Terranova, dass er seine Position in einem der größten goldbörsengehandelten Fonds (ETFs) trotz des herausragenden Wachstums der Edelmetalle in diesem Jahr verlassen hat.
Terranovas Entscheidung, aus dem SPDR Gold Trust (GLD) auszusteigen, unterstreicht das prekäre Gleichgewicht zwischen Gewinnsicherung und Risikomanagement, während sich Investoren auf ein unsicheres Jahr 2026 vorbereiten.
Warum Terranova seine Goldfonds-Position verkauft hat
Joe Terranova führte seine GLD-Bewegung auf eine scharfe Übernacht-Umkehr des Edelmetalls zurück und sagte, man könne die plötzliche Marktverschiebung, die wir gestern Abend gesehen haben, nicht ignorieren und nichts tun.
“Du musst in diesem Moment dein Risiko verringern. Genau das habe ich mit der GLD gemacht.”
Sein Ansatz spiegelt eine disziplinierte Strategie wider: Gewinne erfassen, wenn die Volatilität stark ansteigt – und dann die Chancen neu bewerten, sobald sich die Bedingungen stabilisieren.
Für ihn überwog das Risikomanagement die Versuchung, Golds Rallye weiter zu treiben.
Risiken des Goldbesitzes für 2026
Obwohl Gold 2025 ein herausragender Faktor war, könnten im kommenden Jahr mehrere Faktoren seinen Preis beeinflussen.
Zum Beispiel könnten Erwartungen an einen stärkeren US-Dollar, angetrieben durch widerstandsfähiges Wirtschaftswachstum oder eine strengere Geldpolitik, wie üblich auf Edelmetallen lasten.
Steigende reale Zinsen könnten auch die Attraktivität von Gold im nächsten Jahr verringern – da Investoren auf renditetragende Vermögenswerte umsteigen. Unterdessen könnte die Dringlichkeit, sich mit Gold abzusichern, nachlassen, falls die Inflation weiter abnimmt.
Und obwohl geopolitische Spannungen weiterhin eine Unbekanntheit sind, signalisieren die aufkommenden Aussichten des Ukraine-Abkommens, dass Gold 2026 ebenfalls seine Nachfrage nach sicheren Häfen verlieren könnte.
Auch aus technischer Sicht ist das Bild nicht besonders fesselnd. Experten zufolge könnte Gold nach einem Sprung in den letzten zwölf Monaten im kommenden Jahr mit einer “Upside-Erschöpfung” konfrontiert sein, was es anfällig für Korrekturen macht.
Alles in allem könnte 2026 für Investoren ein herausfordernderes Umfeld für die Aufrechterhaltung des Goldmomentums bringen.
Solltest du bei Gold bleiben?
Die Entscheidung von Joe Terranova unterstreicht ein breiteres Thema für Investoren: Selbst starke Performer können riskant werden, wenn die Bewertungen steigen und die Volatilität steigt.
Golds Aufschwung im Jahr 2025 belohnte diejenigen, die durchgehalten haben, aber der Weg nach vorne könnte nicht ganz so einfach sein.
Für disziplinierte Manager ist das Reduzieren der Belastung nicht zwangsläufig eine bärische Forderung – es ist eine Möglichkeit, Kapital zu erhalten und Flexibilität zu bewahren.
Wie Terranova im CNBC-Interview feststellte, entstehen oft Chancen, Positionen wieder aufzubauen, sobald sich die Märkte neu starten.
Mit Blick ins Jahr 2026 müssen Investoren die Rolle des Goldes sorgfältig abwägen – und seine Attraktivität als sicherer Hafen gegen makroökonomische Gegenwinde abwägen.
Kurz gesagt, das kommende Jahr könnte auf die Probe stellen, ob Gold nach seinem glänzenden Lauf weiterhin ein Star-Performer bleibt oder sich zurückzieht, insbesondere wenn sich ändernde Geldpolitik und globale Wachstumstrends die Anlegerstimmung verändern.
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