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Marvell Technology (MRVL) schoss heute Morgen deutlich nach oben, nachdem Nvidias Geschäftsführer Jensen Huang auf der Computex in Taipeh signalisiert hatte, das Unternehmen könne „die nächste Billionen‑Dollar‑Chance” sein.

Laut CJ Muse, Senior Managing Director bei Cantor Fitzgerald, war Huangs Kommentar jedoch mehr Anfeuerung als Prognose – und Investoren, die nach echtem KI‑Upside suchen, sollten anderswo schauen.

Nichtsdestotrotz war die Marvell‑Aktie 2026 ein Blockbuster‑Investment und liegt derzeit beeindruckende 300 % über ihrem Jahres‑Tief Anfang Februar.  

Warum CJ Muse bei Marvell vorsichtiger ist

Muse bestreitet nicht die Stellung von MRVL im gesamten KI‑Ökosystem.

Im Gespräch mit CNBC räumte er die wichtige Rolle des Unternehmens bei kundenspezifischen Chips und Interconnect‑Technologien ein – der Infrastruktur, die steuert, wie sich KI‑Workloads sowohl innerhalb von Rechenzentren als auch über verteilte Systeme skalieren.

Im ersten Quartal trug Marvells Data‑Center‑Geschäft etwa 76 % zum Gesamtumsatz bei und unterstreicht damit echtes operatives Momentum.

Aber Momentum und eine Billionen‑Dollar‑Bewertung sind zwei verschiedene Dinge – und die Rechnung ergibt, so Muse im Interview, eine ernüchternde Geschichte.

Die Marktkapitalisierung von MRVL lag am Dienstag knapp unter $192 billion, was bedeuten würde, dass eine Billionen‑Dollar‑Bewertung einen „fünffachen“ Anstieg erfordern würde – ein gewaltiger Sprung, den Muse ungeschönt ansprach.

Er nannte Huang „einen großartigen Anfeuerer“, dessen strategische Wetten spektakulär gewesen seien – beschrieb die Billionen‑Dollar‑Einordnung aber als „etwas eher aspirativ und bildlich, nicht wörtlich.“

Muse sieht Nvidia als bessere Wahl als MRVL

Interessanterweise meint Muse, während der Markt nach dem nächsten Nvidia sucht, dass das Original weiterhin übersehen werde.

Er bezeichnete NVDA als „den offensichtlichen Namen, der in der KI‑Debatte zu Grabe getragen wurde“ – ein kontraintuitives Etikett für ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von rund $5.4 trillion.

Der Kern seiner Argumentation ist eine Kompressionsgeschichte der Bewertung: Während die Gewinne explodierten, blieb die Aktie hinterher, sodass das Multiple unter dem historischen Durchschnitt liegt.

Muses Projektion von bis zu ~$16 Gewinn pro Aktie im nächsten Jahr würde NVDA‑Aktien beim aktuellen Kurs auf nur etwa ~14x erwartete Gewinne stellen – ein Wert, der seiner Aussage nach unter allen anderen Titeln im Halbleitersektor liegt, abgesehen von Speicherwerten wie Micron.

Kurz gesagt: Für ein Unternehmen, das weiterhin im absoluten Zentrum des KI‑Infrastrukturaufbaus steht, ist das eine Bewertungsanomalie, die man ernst nehmen sollte.

Auch die Technicals sprechen für einen Verkauf von MRVL‑Anteilen

Investoren sollten beachten, dass auch die technischen Indikatoren Muses vorsichtige Sicht auf die Marvell‑Aktie zu unterstützen scheinen.

Obwohl das Unternehmen deutlich über seinen wichtigen gleitenden Durchschnitten (MAs) liegt, ist der Relative‑Stärke‑Index – nach der heutigen Rallye – in die mittleren 80er gestiegen und signalisiert einen extrem überkauften Zustand, der häufig eine kurzfristige Rückkehr nach unten auslöst.

Auch die Wall Street insgesamt hält den Kursanstieg von MRVL in diesem Jahr für etwas „übertrieben“.

Während das Konsensrating weiterhin „starker Kauf“ ist, deutet das durchschnittliche Kursziel von etwa $225 auf ein mögliches Abwärtspotenzial von mehr als 20 % hin.

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