Ein dramatischer Rückgang der Kakaoproduktion aufgrund von schlechtem Wetter und Krankheiten in Westafrika ließ die Preise in die Höhe schnellen, was die europäischen Schokoladenhersteller unter Druck setzte und die Preise für Verbraucher weltweit erhöhte.

Trotz dieses Szenarios zeigt ein Statista-Bericht, dass sich nach drei Jahren Defiziten das Blatt endlich wenden könnte.

Ende Februar prognostizierte die Internationale Kakaoorganisation (ICCO) einen wahrscheinlichen Überschuss für die Ernte 2024/2025.

Dies könnte einen bedeutenden Wandel auf dem globalen Kakaomarkt signalisieren und den Druck sowohl auf die Erzeuger als auch auf die Käufer verringern.

Warum sind die Kakaopreise so stark gestiegen?

Die Kakaoernte 2023/2024 erlitt einen doppelten Schlag. Zunächst beeinträchtigte eine besonders nasse Regenzeit die Ernten in wichtigen westafrikanischen Regionen.

Dann richtete eine Viruserkrankung namens „Swollen Shoot Virus“ verheerende Schäden an den Ernten an.

Besonders betroffen waren die Elfenbeinküste und Ghana, die beiden größten Kakaoproduzenten der Welt.

Diese beiden Länder produzieren etwa die Hälfte des weltweiten Kakaos.

Infolgedessen erreichten die Kakaopreise mehrjährige Höchststände und brachten die weltweite Schokoladenlieferkette durcheinander.

Europäische Unternehmen, die den Großteil des weltweiten Kakaos importieren und verarbeiten, trugen die Hauptlast der Folgen. Auch die Verbraucher bemerkten Preiserhöhungen in den Supermarktregalen.

Westafrika: das Herz der globalen Versorgung

Afrika produziert heute den größten Teil des weltweiten Kakaos.

Allein vier westafrikanische Länder tragen etwa 65 % zur weltweiten Kakaoproduktion bei: Côte d’Ivoire (38 %), Ghana (12 %), Nigeria (7 %) und Kamerun (7 %).

Über 70 % der weltweiten Kakaoproduktion konzentrieren sich auf den afrikanischen Kontinent, wobei Westafrika im Zentrum steht.

Afrika produzierte in der Saison 2023/2024 über 3,1 Millionen Tonnen Kakaobohnen.

Allein die Elfenbeinküste lieferte über 1,8 Millionen Tonnen und festigte damit ihren Status als mit Abstand größter Kakaoproduzent der Welt.

Die zentrale Rolle der Region in der globalen Kakao-Wirtschaft macht sie zu einer Hochrisiko-Zone mit weitreichenden Auswirkungen. Wenn die Ernten hier ausfallen, spürt es die ganze Welt.

Südamerika hingegen ist eine sekundäre Kakaobezugsquelle. Ecuador produziert 10 % der weltweiten Gesamtmenge, während Brasilien etwa 4 % beisteuert.

Diese Zahlen sind zwar bedeutend, reichen aber nicht aus, um die Ernteausfälle in Westafrika in Jahren mit geringen Erträgen auszugleichen.

Wo Bohnen zu Milliarden werden

Kakaobohnen werden in der Regel in der Nähe ihres Ursprungs oder in großen Importzentren nach der Ernte verarbeitet. Die Niederlande und die Elfenbeinküste sind die weltweit größten Kakaoverarbeiter.

Im Jahr 2022/23 verarbeitete die Elfenbeinküste über 793.000 Tonnen, während Europa insgesamt im Jahr 2023 fast 1,4 Millionen Tonnen verarbeitete.

Mars Wrigley Confectionery war mit einem Nettoumsatz von 22 Milliarden US-Dollar weltweit Marktführer.

Die Ferrero-Gruppe und Mondelēz erwirtschafteten über 10 Milliarden Dollar und demonstrierten damit die Größe und Wettbewerbsfähigkeit des Schokoladensektors.

Wie sieht die Zukunft der weltweiten Kakaoproduktion aus?

Die neue Überschuss-Schätzung der ICCO für die Saison 2024/2025 lässt vorsichtigen Optimismus aufkommen.

Wenn die Ernte wie geplant verläuft, könnte sich das globale Angebot stabilisieren und die Preise könnten sich wieder auf ein normales Niveau erholen.

Dies wären erfreuliche Nachrichten für europäische Schokoladenhersteller nach einem Jahr mit unvorhersehbaren Kosten und Turbulenzen in der Lieferkette.

Experten warnen jedoch davor, dass der Kakaomarkt weiterhin schwach bleibt. Klimawandel, Krankheiten und Unterbrechungen der Lieferkette gefährden die Stabilität weiterhin.

Die Diversifizierung der Beschaffung und Investitionen in nachhaltigere Anbaumethoden könnten entscheidend sein, um die Branche vor zukünftigen Schocks zu schützen.

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