Wenn es um das Thema KI geht, schielen fast alle deutschen Anleger über den Atlantik und investieren in US-Aktien. Dabei vergessen sie gerne, dass es auch hierzulande einige hochspannende KI-Titel gibt.

Die meiner Meinung nach aussichtsreichste deutsche KI-Aktie ist Aixtron (WKN: A0WMPJ). Warum, erkläre ich dir hier.

Ein Schaufelverkäufer der KI-Branche

Aixtron ist zwar kein Medienstar wie Nvidia (WKN: 918422), Marvell (WKN: A3CNLD) oder Broadcom (WKN: A2JG9Z), zählt aber trotzdem zu den wichtigsten „Schaufelverkäufern“ der KI-Branche. Das deutsche Technologieunternehmen baut die hochkomplexen Produktionsanlagen, die benötigt werden, um die grundlegenden Materialien für die nächste Generation von KI-Infrastruktur überhaupt erst herzustellen.

Aixtron ist weltweiter Markt- und Technologieführer bei sogenannten MOCVD-Anlagen (Anlagen zur metallorganischen chemischen Gasphasenabscheidung). Mit diesen Maschinen werden atomdünne Schichten auf Halbleiter-Wafer aufgetragen. Aus den drei folgenden Gründen sind die Deutschen für die weltweite KI-Branche unverzichtbar:

Anlagen zur Senkung des Energiehungers

KI-Rechenzentren verbrauchen Unmengen an Strom. Herkömmliche Silizium-Chips stoßen bei der Stromversorgung und -umwandlung an ihre physikalischen Grenzen und erzeugen massive Abhitze. Die Lösung der Branche sind sogenannte Wide-Bandgap-Halbleiter aus Galliumnitrid (GaN) und Siliziumkarbid (SiC).

Bauteile aus GaN und SiC wandeln Strom extrem effizient und mit minimalem Hitzeverlust um. Sie sorgen dafür, dass die Stromversorgungseinheiten in den KI-Servern schrumpfen können und der Kühlaufwand für die Rechenzentren drastisch sinkt. Aixtron liefert die weltweiten Referenzanlagen, auf denen Chipkonzerne diese Energiesparchips in Serie herstellen.

In der Galliumnitrid-Technologie besitzt Aixton einen marktdominierenden Anteil von über 90 %. Bei Siliziumkarbid kontrollieren die Deutschen rund 40 % des Marktes.

Lichtgeschwindigkeit bei der KI-Datenübertragung

Innerhalb eines KI-Rechenzentrums müssen unvorstellbare Datenmengen in Millisekunden zwischen tausenden Grafikprozessoren hin- und hergeschickt werden. Kupferkabel sind dafür viel zu langsam und überhitzen. Die Datenströme werden daher über optische Netzwerke (Laser und Lichtwellenleiter) ohne Zeitverzögerung transportiert.

Die dafür notwendigen Verbindungshalbleiter lassen sich nur mit der von Aixtron beherrschten MOCVD-Präzisionstechnologie herstellen. Ohne diese Laserkomponenten gäbe es keine funktionierende High-Speed-Kommunikation zwischen KI-Servern. Auch in diesem Bereich kommt Aixtron auf einen dominanten Marktanteil von 90 %.

Die Zukunft: Quantencomputing und MicroLEDs

Blickt man etwas weiter in die Zukunft der künstlichen Intelligenz, verschmelzen KI-Anwendungen immer mehr mit dem Quantencomputing. Auch hier sind neuartige Halbleiterstrukturen und optische Sensoren zwingend notwendig. Zudem treibt Aixtron die Produktion von MicroLEDs voran, die in KI-gestützten Smart-Glasses (Augmented Reality) zum Einsatz kommen.

Die Aktie gehört auf die Watchlist

Aixtron könnte 2027 ein Boom-Jahr bevorstehen. Analysten rechnen mit einem Umsatzwachstum von über 30 %. Wer in eines der am weltweit stärksten positionierten deutschen Technologieunternehmen investieren will, sollte die Aixtron-Aktie zumindest auf der Watchlist haben.

Der Artikel Ist das die beste deutsche KI-Aktie? ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.