Israel ist mit einem neuen Eurobond-Verkauf in mehreren Tranchen auf die internationalen Kreditmärkte zurückgekehrt und markiert damit die erste globale Fundraising-Aktion seit dem Gaza-Waffenstillstand vor fast drei Monaten.

Die Ausgabe erfolgt nach einer längeren Zeit, in der die Regierung stark auf inländische Kreditaufnahmen angewiesen war, um erhöhte Verteidigungs- und Sicherheitsausgaben während des Krieges zu finanzieren.

Der Deal, wie von Bloomberg berichtet, zielt darauf ab, mehrere Milliarden Dollar zu sammeln und folgt auf eine Reihe von Investorentreffen in den USA, Europa und Asien.

An dem Prozess beteiligte Beamte sagten, das Feedback globaler Investoren sei positiv gewesen, was Israel dazu veranlasse, die Struktur des Verkaufs über die üblichen Laufzeiten hinaus auszuweiten.

Dieser Schritt unterstreicht eine Rückkehr hin zur Auslandsfinanzierung nach monatelanger Rekordausgabe im Inland.

Globale Märkte wieder im Fokus

Der Eurobond-Verkauf umfasst laut Bloomberg Laufzeiten von fünf, 10 und 30 Jahren.

Vor dem Angebot trafen israelische Beamte Dutzende institutionelle Investoren in großen Finanzzentren, um die Nachfrage zu ermitteln und die Preise zu verfeinern.

Die fünfjährigen Anleihen werden mit einem Abstand von etwa 120 Basispunkten gegenüber US-Staatsanleihen vermarktet.

Die 10-jährige Tranche liegt bei etwa 130 Basispunkten, während die 30-jährigen Anleihen etwa 150 Basispunkte über dem Referenzindex liegen.

Israel nutzte die globalen Anleihenmärkte zuletzt im Februar letzten Jahres, als es 5 Milliarden Dollar durch fünf- und zehnjährige Anleihen aufwarf.

Die Aufnahme einer 30-jährigen Tranche in den aktuellen Verkauf folgt der Investorennachfrage nach längeren Laufzeiten und erhöht so die Duration des externen Schuldenprofils Israels.

Kriegsgetriebener Kreditgewinn

Israels Rückkehr an die Weltmärkte folgt auf eine Phase außergewöhnlicher Kreditaufnahmen, ausgelöst durch den zweijährigen Krieg gegen die Hamas, der sich auch auf andere Fronten wie Iran und Libanon ausbreitete.

Der Konflikt hat die Verteidigungsausgaben erheblich aufgebläht und die Finanzierungsbedürfnisse der Regierung neu gestaltet.

Bloomberg berichtet, dass die Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu ein Rekordkreditprogramm gestartet hat, das im Jahr 2024 fast 280 Milliarden Schekel oder etwa 89 Milliarden Dollar betrug.

Der Großteil dieser Emissionen wurde von den Binnenmärkten übernommen, was Israels Zusammenarbeit mit internationalen Investoren während des Höhepunkts des Krieges einschränkte.

Die Kreditaufnahmen im letzten Jahr sollen voraussichtlich 200 Milliarden Schekel überschritten haben und damit zu den höchsten Jahressummen seit Jahrzehnten gehören, ohne die Zeit der Covid-19-Pandemie.

Kreditrisikosignale stabilisieren sich

Marktmaßnahmen, die das Staatsrisiko Israels abbilden, zeigen in den letzten Monaten Anzeichen einer Lockerung.

Die Preise für fünfjährige Credit Default Swaps, die von Investoren häufig zur Absicherung gegen Ausfallrisiken genutzt werden, sind auf etwa 69 Punkte gefallen.

Das stellt einen starken Rückgang gegenüber dem Höchststand von 144 Punkten im August 2024 dar, als die Bedenken über den Konflikt und die fiskalische Belastung am höchsten waren.

Der Rückgang deutet auf eine geringere kurzfristige Belastung unter den Anlegern hin, da der Waffenstillstand gehalten hat.

Trotz der Stabilisierung der Marktindikatoren steht Israels Staatskreditstatus weiterhin unter Beobachtung.

Während des Krieges senkten alle drei großen Ratingagenturen Israels Bewertung um zwei Stufen und verwiesen auf erhöhte geopolitische und fiskalische Risiken.

SandP revidierte Israels Bewertungsprognose von negativ im November auf stabil.

Moody’s und Fitch haben negative Aussichten beibehalten, was die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der Schuldenstände und der regionalen Sicherheitslage widerspiegelt.

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