
Der Aktienkurs von Intuit ist in diesem Jahr eingebrochen und notiert nun auf dem niedrigsten Stand seit September 2020. INTU ist seit seinem Höchststand im Juli des Vorjahres um 62 % gefallen und damit das Schlusslicht im Nasdaq‑100‑Index in diesem Jahr. Die Marktkapitalisierung ist von über $215 billion auf heute $83 billion gesunken.
Intuit‑Aktie stürzt im Zuge der „SaaSpocalypse“ ab
Bei der „SaaSpocalypse“ handelt es sich um das Konzept, dass Analysten davon ausgehen, dass Werkzeuge der künstlichen Intelligenz (KI) Softwareunternehmen massiv stören oder verdrängen könnten.
Intuit gehört zu den führenden SaaS‑Unternehmen, die von dieser Disruption betroffen sein könnten. Zum einen ist es ein riesiges Softwareunternehmen, das mehrere Lösungen wie TurboTax, CreditKarma, QuickBooks und Mailchimp anbietet.
Während einige dieser Lösungen durch KI‑Tools beeinträchtigt werden könnten, ist die Realität, dass es schwer fällt, diese Plattformen nachhaltig zu verdrängen. So ist es etwa kaum vorstellbar, dass eine Buchhaltungsplattform QuickBooks ersetzen würde, die populärste Software der Branche.
Auch die anderen Lösungen wie CreditKarma und TurboTax sind schwer zu ersetzen. In einigen Fällen dürfte KI diese Geschäftsbereiche sogar beschleunigen und dem Unternehmen Kosten sparen.
Das einzige schwächelnde Unternehmen im Portfolio von Intuit ist MailChimp, das man in einem $12 billion schweren Deal mit Barmitteln und Aktien übernommen hat. MailChimp, ein bedeutender Anbieter im E‑Mail‑Marketing, wächst nicht mehr wie zuvor.
Intuits Geschäft wächst weiterhin
Die jüngsten Zahlen zeigten, dass Intuits Geschäft weiterhin wächst. Der Umsatz stieg um 10 % auf $8.6 billion, wobei das Global Business um 15 % und der Consumer‑Bereich um 8 % zulegte. Die beiden erwirtschafteten jeweils $3.3 billion bzw. $5.3 billion. Ohne Mailchimp lag das Umsatzwachstum des Global Business bei 17 %.
Wall‑Street‑Analysten gehen davon aus, dass Intuits Geschäft in diesem Jahr weiter wachsen wird. Der durchschnittliche Schätzwert von 29 Analysten, die das Unternehmen beobachten, liegt bei einem Jahresumsatzwachstum von 13 % auf $21.37 billion in diesem Jahr. Im nächsten Jahr wird ein weiteres Wachstum von 11 % auf $23.8 billion erwartet. Ein Umsatzwachstum von über 10 % ist für ein Softwareunternehmen wie Intuit sehr solide.
Intuit hat versucht, dem verlangsamten Wachstum durch stärkere Kapitalrückflüsse an die Aktionäre entgegenzuwirken. Über $1.6 billion wurden den Aktionären in Form von Aktienrückkäufen zurückgegeben, und das Management genehmigte eine weitere Tranche von $8 billion.
Intuit ist zudem zu einem Schnäppchen geworden: Das erwartete KGV liegt bei etwa 12, deutlich unter dem anderer Softwarefirmen. Es ist auch viel niedriger als der historische Durchschnitt von 34. Das macht die Aktie zu einem guten Kandidaten, wenn Dip‑Käufer aktiv werden.
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Technische Analyse des INTU‑Aktienkurses

INTU‑Aktienchart | Quelle: TradingView
Das Tageschart zeigt, dass der Intuit‑Aktienkurs in den vergangenen Monaten in einem starken Abwärtstrend war und nun auf dem niedrigsten Stand seit Jahren liegt. Er notiert konstant unter allen gleitenden Durchschnitten, ein Zeichen dafür, dass die Bären vorerst das Sagen haben.
Die Aktie ist zudem unter die wichtige Unterstützungsmarke bei $350 gefallen. Das ist sowohl ein psychologisches Level als auch ihr Tiefpunkt im Februar und April dieses Jahres.
Daher ist das wahrscheinlichste Szenario, dass die INTU‑Aktie kurzfristig weiter zurückgeht. Anschließend dürfte sie steigen, sobald Investoren mit Dip‑Käufen beginnen. Langfristig ist es wahrscheinlich, dass die Aktie den wichtigen Widerstand bei $500 erneut testen wird.
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