
Während sich die breite Kleinanlegerschaft in der ersten Hälfte des Jahres 2026 stark auf Nvidia konzentrierte, vollzogen die etablierten Chip‑Giganten AMD und Intel (INTC) stillschweigend einen bemerkenswerten Paradigmenwechsel.
Beide Prozessor‑Außenseiter profitierten von massiven Kapitalrotationen und einer entscheidenden Ausweitung der KI‑Infrastruktur‑Erzählung, wodurch NVDA’s vergleichsweise gedämpfte Performance im 1. Halbjahr in den Schatten gestellt wurde.
Da die Wall Street nun ins zweite Halbjahr übergeht, hat eine mehrtägige Abkühlungsphase im Halbleitersektor eine zentrale taktische Frage aufgeworfen: Können diese neu gekrönten Halbleiterführer ihr rasantes Momentum halten, oder sind die Bewertungen zu stark ausgereizt?
Wie Intel‑ und AMD‑Aktien zum KI‑Marktführer aufschließen
Der wichtigste Treiber hinter dieser Outperformance im 1. Halbjahr ist die massive Ausweitung der Unternehmens‑Hardwarebudgets, die sich über ultra‑leistungsfähige GPU‑Cluster hinaus auf die Kerninfrastruktur von Rechenzentren verlagern.
Intels dramatische operative Wende unter CEO Lip‑Bu Tan sowie beschleunigte Auslieferungen fortschrittlicher Serverprozessoren lösten eine massive Neubewertung aus und hoben die Aktie von unter $40 im Januar auf ein institutionelles Hoch von $139,63 am 30. Juni.
Gleichzeitig erlebte die AMD‑Aktie eine beispiellose Nachfrage nach der Instinct‑Beschleunigerreihe, die die Kurse letzte Woche in Richtung eines Allzeithochs von $584,73 trieb.
Wall‑Street‑Analysten passten ihre Modelle rasch nach oben an, als Rechenzentrumsbetreiber ihre Lieferketten von einem einzigen Anbieter diversifizierten und damit zeigten, dass die zweite Riege der Siliziumanbieter signifikanten Unternehmensmarktanteil gewinnen kann.
Wie steht es um die Nvidia‑Aktie?
Im Gegensatz dazu spiegelt die vergleichsweise zähe Kursentwicklung von Nvidia in der ersten Hälfte 2026 eine klassische Konsolidierungsphase nach Jahren exponentieller, vielfacher Kursgewinne wider.
Bei Kursen um $195,79 hat der Marktführer mit einer Erschöpfung der Premiumbewertung zu kämpfen, da institutionelle Asset‑Manager Kapital in günstigere Nachzügler mit hohem Aufwärtspotenzial wie Intel umgeschichtet haben.
Zu dieser relativen Underperformance kommen Gerüchte aus der Lieferkette: Jüngste technische Hinweise auf Fertigungsverzögerungen bei Nvidias Next‑Generation Kyber NVL144 Rack‑Scale‑Systemen haben die kurzfristigen Prognoseerwartungen vorübergehend abgekühlt.
Während NVDAs fundamentales Geschäftsmodell weiterhin hohe Umsätze generiert und Margen im hohen zweistelligen Bereich hält, hat die Aktie vorübergehend ihren nahezu monopolistischen Einfluss auf das Markt‑Momentum verloren, weil der breitere Technologiesektor ausgewogenere, mit niedrigeren Multiples bewertete Infrastrukturwetten sucht.
Was ist im 2. Halbjahr von Intel‑ und AMD‑Aktien zu erwarten?
Als der reguläre Handel im Juli begann, sahen sich beide führenden Außenseiter sofort mit „Gewinnmitnahme“-Gegenwind konfrontiert, der die strukturelle Belastbarkeit ihrer jüngsten Kursgewinne auf die Probe stellt.
Nach einem Rücksetzer auf $120,35 Ende letzter Woche hat sich Intel jedoch auf $125,83 zurückgekämpft, während AMD‑Aktien nach einer Kurszielanhebung durch Wells Fargo auf $615 und einem hochkarätigen Design‑Win mit dem autonomen Fahr‑Startup Turing wieder $566,14 erreichten.
Diese schnellen Erholungen deuten darauf hin, dass institutionelle Dip‑Käufer vor dem anstehenden Q2‑Ergebniszyklus weiterhin sehr aggressiv agieren.
Ob diese Hochsommerturbulenzen eine gesunde Konsolidierung oder der Vorbote einer breiteren zyklischen Korrektur sind, hängt stark von den kommenden Hardwarelieferdaten ab. Für den Moment wirken jedoch sowohl AMD‑ als auch Intel‑Aktien gut positioniert für anhaltendes Momentum, da sich der KI‑Fokus vom Training hin zur Inferenz verlagert.
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