
Die Aktien von Intel (INTC) und Advanced Micro Devices (AMD) stehen heute Morgen deutlich im Minus vor dem Hintergrund eines breiteren, makrogetriebenen Ausverkaufs bei US-Halbleiterwerten.
Anleger scheinen Gewinnmitnahmen vorzunehmen nach parabolischen, mehrere Wochen andauernden Rallys, die die Bewertungen auf historische Extreme getrieben haben.
In der Tat bezeichneten UBS-Analysten die aktuellen Multiples in einer heutigen Research-Notiz als „statistische Ausreißer“ – ein Signal, das blasenähnliche Tendenzen anzeigt.
Hinzu kommt, dass diese Massenabflüsse durch defensive Positionierungen vor Nvidias „hochbrisanten“ Quartalszahlen, die am 20. Mai erwartet werden, noch verstärkt werden.
Da eine 95%-Wahrscheinlichkeit für eine positive Überraschung mit anschließender Prognoseanhebung bereits eingepreist ist, reduzieren Anleger das Risiko im gesamten KI-Ökosystem, statt auf weiteren Aufwärtsspielraum zu spekulieren.
Warum die AMD-Aktie heute fällt
Obwohl AMD weiterhin zu den Favoriten der KI-Revolution zählt, wird die Aktie derzeit von einer Welle makroökonomischer Volatilität belastet.
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg am Freitag auf ein neues Hoch und entzieht hoch bewerteten Wachstumswerten Liquidität, deren künftige Erträge nun mit einem höheren Diskontsatz bewertet werden.
Zu diesem „risk-off“-Sentiment kommen eskalierende Spannungen im Nahen Osten mit Iran hinzu – die Brent-Preise sind angestiegen und die Sorge vor einer „hartnäckigen“ Inflation ist zurückgekehrt.
Dementsprechend preist der Terminmarkt inzwischen höhere Wahrscheinlichkeiten für eine Fed-Zinserhöhung statt der lang erwarteten Senkung ein, ein Szenario, das kapitalintensive Branchen wie die Chipfertigung belastet.
Am 15. Mai gießt zudem ein neuer Bericht der UBS zusätzliches Öl ins Feuer und warnt, dass der Goldrausch bei KI-Servern in eine hyperkompetitive Phase eintritt.
Da Arm-basierte Chips und kundenspezifische Siliziumlösungen an Bedeutung gewinnen, fürchten Analysten, dass die Margen der traditionellen x86-CPU-Hersteller zusammengedrückt werden könnten, was eine Neubewertung des Premium-Multiples der AMD-Aktie erzwingen würde.
Warum die Intel-Aktie heute bröckelt
Neben den bereits genannten makroökonomischen Gegenwinden gerät die Intel-Aktie außerdem aufgrund einer eher unternehmensspezifischen Katastrophe unter Druck.
UBS-Daten zeigen einen verheerenden Einbruch des Marktanteils im Server-CPU-Geschäft auf 54,9 %, was einem brutalen sequenziellen Rückgang von 370 Basispunkten entspricht.
Die Verluste beschränken sich nicht nur auf das Rechenzentrum; Gerüchte aus dem Valley deuten darauf hin, dass INTCs vielgepriesene Foundry-Partnerschaft mit Apple deutlich kleiner ausfallen könnte als von Anlegern erhofft.
Berichte deuten nun darauf hin, dass das Abkommen möglicherweise auf ältere, niedrigpreisige Komponenten beschränkt ist, statt auf Flaggschiff‑2‑nm‑Mobilprozessoren.
Das macht Intel verwundbar, da die Aktie in diesem Jahr das höchste Beta innerhalb der Halbleitergruppe aufweist.
Aufgrund dieser massiven Überdehnung führt INTC den Rückzug der Halbleiterwerte an – da unter institutionellen Anlegern, die ihre Jahresgewinne schützen wollen, die Mentalität „wer zuerst drin ist, ist zuerst raus“ vorherrscht.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung haben Wall-Street-Firmen eine Konsens-Empfehlung „halten“ für Intel, mit einem durchschnittlichen Kursziel von lediglich $83, was ein weiteres Abwärtspotenzial von rund 23 % signalisiert.
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