Die Inflation in der Eurozone stieg im Jahresverlauf bis Juli leicht auf 2,6 %, nach 2,5 % im Juni.

Dieser von Eurostat gemeldete Anstieg der Inflation übertraf die Erwartungen der von Reuters befragten Ökonomen, die einen unveränderten Preisdruck von 2,5 Prozent vorausgesagt hatten.

Die Nachricht kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da die Anleger damit rechnen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer September-Sitzung den Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr senken wird.

EZB steht vor einem Balanceakt mit der Geldpolitik

Die EZB war die erste große Zentralbank, die als Reaktion auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie die Zinssätze von ihrem Rekordhoch senkte.

Im Juni senkte die Zentralbank ihren Leitzins für Einlagen von 4% auf 3,75% mit dem Ziel, die Inflation bis zum nächsten Jahr in Richtung des Zielwerts von 2% zu senken.

Allerdings erschwert der leichte Anstieg der Inflation auf 2,6% die Aufgabe der EZB, ein Gleichgewicht zwischen Wirtschaftswachstum und Preisstabilität herzustellen.

Da die Inflationsrate derzeit noch immer über dem Zielwert der EZB liegt, steht die Notenbank unter Druck, Entscheidungen zu treffen, die die wirtschaftliche Stabilität fördern, ohne die Inflation weiter anzuheizen.

Die für September erwartete Zinssenkung wird von vielen als notwendiger Schritt zur Förderung von Kreditaufnahme und Investitionen angesehen, der zur nachhaltigen wirtschaftlichen Erholung in der Eurozone beitragen könnte.

Kommt eine weitere Senkung der Kreditkosten?

Die Finanzmärkte beobachten die Maßnahmen der EZB aufmerksam. Die Anleger rechnen überwiegend mit einer weiteren Senkung der Kreditkosten.

Eine zweite Zinssenkung wäre ein Zeichen dafür, dass die EZB weiterhin eine lockere Geldpolitik zur Stützung der Wirtschaft verfolgen wird.

Niedrigere Zinssätze senken im Allgemeinen die Kreditkosten, was zwar den Konsum und die Investitionen ankurbeln kann, bei unsachgemäßer Handhabung aber auch die Gefahr eines zunehmenden Inflationsdrucks birgt.

Der Zinssenkungsbeschluss der EZB vom Juni basierte auf der Prognose, dass sich die Inflation bis 2024 dem Zielwert von zwei Prozent annähern werde.

Die jüngsten Inflationsdaten deuten jedoch darauf hin, dass die Preisstabilität weiterhin Anlass zur Sorge gibt.

Die bevorstehende Sitzung im September wird von entscheidender Bedeutung für die Festlegung des Ansatzes der EZB zur Bekämpfung der Inflation und zur Unterstützung des Wirtschaftswachstums sein.

Der leichte Anstieg der Inflation in der Eurozone auf 2,6 Prozent stellt für die Europäische Zentralbank bei der Vorbereitung ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung im September eine Herausforderung dar.

Da die Anleger eine weitere Zinssenkung erwarten, muss die EZB die heikle Balance zwischen der Förderung der wirtschaftlichen Erholung und der Kontrolle der Inflation finden. Die Entscheidungen der nächsten Wochen werden für die Wirtschaftsaussichten der Eurozone entscheidend sein.

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