Der DAX befindet sich weiter auf Richtungssuche. In der abgelaufenen Woche büßte das größte deutsche Börsenbarometer unter dem Strich knapp 400 Punkte ein und schloss -1,59% tiefer mit 23.950 Punkten. Die höchsten Gewinne gab es bei Infineon, BMW und MTU verzeichneten die stärksten Verluste. Geht die Schaukelbörse in der neuen Woche weiter?

Es geht Auf und Ab

Zum Start in die Woche schloss der Markt noch kaum verändert, ehe es am Dienstag zu einem deutlichen Rücksetzer kam. Zur Mitte der Woche drehte die Stimmung und die Bullen übernahmen wieder das Kommando – auch dank Hoffnungen auf eine Entspannung im Zollstreit. An Christi Himmelfahrt konnte der Markt deutlich zulegen, ehe es vor dem Wochenende großangelegte Gewinnmitnahmen gab.

Weiter keine klare Richtung erkennbar

Die Stimmung an den Börsen hat sich wieder etwas eingetrübt. In den vergangenen Tagen hatten Anleger noch darauf gesetzt, dass diplomatische Fortschritte im Nahen Osten und das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping die Märkte weiter antreiben könnten.

Doch ein Deal zwischen dem Iran und den USA ist weiterhin nicht in Sicht, außerdem hatten sich Anleger vom Treffen zwischen Trump und Xi mehr erhofft. So dominierten zum Ende der Woche Gewinnmitnahmen das Bild, der DAX verlor innerhalb eines Tages mehr als 500 Punkte und rutschte wieder deutlich unter die Marke von 24.000 Zählern.

Vor allem die Sorge vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten belastet die Märkte. Im Fokus steht dabei die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für den globalen Ölmarkt. Anleger befürchten, dass anhaltende Spannungen zwischen den USA, Israel und dem Iran die Energiepreise weiter antreiben könnten.

Inflation zieht an, Zinssorgen nehmen zu

Sollte Brent-Rohöl dauerhaft über die Marke von 100 US$ steigen, dürfte das die Inflationssorgen weltweit neu entfachen. Bereits jetzt sind die Auswirkungen deutlich zu spüren, die US-Verbraucherpreise sind zuletzt so stark gestiegen wie seit drei Jahren nicht mehr. Daneben fielen auch die den Verbraucherpreisen vorgelagerten Produzentenpreise höher aus als erwartet.

Damit rückt automatisch auch die Geldpolitik wieder stärker in den Mittelpunkt. An den Anleihemärkten sind die Nervosität und die gestiegenen Zinserwartungen bereits deutlich sichtbar. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterten zuletzt auf den höchsten Stand seit rund einem Jahr, auch deutsche Bundesanleihen legten kräftig zu. Viele Investoren rechnen inzwischen damit, dass die großen Notenbanken geplante Zinssenkungen verschieben oder im Extremfall sogar erneut über Zinserhöhungen nachdenken könnten.

Blick auf die neue Woche

Für die neue Woche dürften vor allem Konjunktur- und Inflationsdaten entscheidend werden. Besonders aufmerksam blicken Anleger auf die Einkaufsmanagerindizes am Donnerstag sowie das deutsche Ifo-Geschäftsklima am Freitag. Beide Indikatoren könnten zeigen, wie stark die wirtschaftlichen Belastungen durch hohe Energiepreise, geopolitische Unsicherheit und schwache Investitionsbereitschaft inzwischen tatsächlich ausfallen. Marktstrategen rechnen eher mit einer weiteren Eintrübung der Stimmung.

Gleichzeitig verliert die laufende Berichtssaison in Europa zunehmend an Dynamik. Zwar hatten zuletzt solide Unternehmenszahlen den Märkten noch Stabilität verliehen, doch in den kommenden Tagen wird die Nachrichtenlage deutlich dünner. Unter anderem legen Ryanair, Euronext, Hornbach, Generali, Easyjet und Südzucker Geschäftszahlen vor. Größere Impulse dürften davon allerdings kaum mehr ausgehen.

Anders sieht es in den USA aus. Dort bleibt die Rallye rund um Künstliche Intelligenz der wichtigste Kurstreiber. Vor allem die großen Tech-Konzerne halten die Wall Street trotz aller geopolitischen Risiken erstaunlich stabil. In der kommenden Woche richten sich die Blicke auf Nvidia. Der KI-Chipspezialist veröffentlicht am Mittwoch nach US-Börsenschluss seine Quartalszahlen – traditionell eines der wichtigsten Börsenereignisse der Saison. Die Erwartungen sind hoch, viele Analysten rechnen mit einer erneuten Anhebung der Umsatzprognosen.

Infineon weiter auf Rekordjagd, BMW und MTU schwach

In der abgelaufenen Woche war die Aktie von Infineon mit Zuwächsen von +5,72% der Top-Performer im DAX, wenngleich es auch hier am Freitag zu Gewinnmitnahmen kam.

Am anderen Ende ging es für die Papiere von BMW und MTU mit Abschlägen von -9,07% und -10,46% kräftig nach unten. Der Triebwerkshersteller MTU litt unter einer Analystenabstufung der Privatbank Berenberg und sackte auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr. Der Autobauer BMW handelte erstmals ex Dividende, was den Kurs entsprechend belastete.

 

Der DAX kann sich weiterhin nicht für eine Richtung entscheiden. Erneut kam es im Wochenverlauf zu starken Kursschwankungen, durch den kräftigen Pullback vom Freitag ist der Leitindex aber wieder unter die wichtige 24.000-Punkte-Marke gerutscht.

Dabei wurde auch die 200-Tage-Linie (SMA200) durchbrochen, die für den langfristigen Trendverlauf von großer Bedeutung ist. Auf der Unterseite könnte es nun zu einem Test der 50-Tage-Linie (SMA50) kommen, die sich aktuell bei 23.731 Punkten befindet.

Bei einem bullischen Konter und dem schnellen Wiederanstieg über 24.000-Punkte-Marke und SMA200, bleibt aber auch das Rekordhoch von Mitte Januar bei 25.507,79 Punkten in Reichweite.

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