
Indien und Russland nutzen ein genau beobachtetes Treffen in Neu-Delhi , um ihre strategische und wirtschaftliche Partnerschaft zu stärken, gerade in einer Zeit, in der der Druck der USA zunimmt.
Der russische Präsident Wladimir Putin besucht Indien zum ersten Mal seit Russlands umfassender Invasion der Ukraine und stellt den Besuch unter internationale Beobachtung.
Der Fokus liegt auf praktischer Zusammenarbeit statt auf symbolischen Gesten. Für Neu-Delhi zählt das Timing.
Höhere US-Zölle auf indische Waren traten am 1. August unter Präsident Donald Trump in Kraft, was Indien dazu veranlasste, stabile Märkte und tiefere Beziehungen zu langfristigen Partnern zu suchen.
Das Treffen spiegelt Indiens Bemühungen wider, alte Beziehungen in Einklang zu bringen und gleichzeitig mit sich verändernden globalen Spannungen umzugehen.
Handelserweiterungspläne
Der zweitägige Besuch stellt Handel und Mobilität in den Mittelpunkt der Agenda.
Indien und Russland planen, ein Mobilitätsabkommen abzuschließen, das es indischen Fachkräften ermöglichen würde, für Arbeit nach Russland umzuziehen.
Es ist das erste Mal, dass beide Nationen einen solchen Weg schaffen, was eine Ausweitung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit über die Verteidigung hinaus signalisiert.
Neu-Delhi arbeitet ebenfalls daran, seine Exportströme zu stabilisieren, nachdem Trump die Zölle auf 50 % erhöht hat.
Lieferungen indischer Meeresprodukte und landwirtschaftlicher Produkte nach Russland werden voraussichtlich Teil der Abkommen sein, die den von der Zolländerung betroffenen Sektoren Entlastung bieten.
Wirtschaftsplaner beider Länder diskutieren ebenfalls Energie- und Verteidigungsbeziehungen.
Ein zentraler Punkt ist der potenzielle Pachtvertrag eines U-Boots im Wert von etwa 2 Milliarden Dollar. Der Plan verstärkt eine Verschiebung in der Verteidigungsbeziehung.
Anstatt nur Waffen zu kaufen, haben Indien und Russland dazu übergegangen, militärische Systeme gemeinsam zu entwickeln und herzustellen.
Raketen und Waffen werden heute gemeinsam entworfen und produziert, was sowohl die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette als auch die lokale Produktion unterstützt.
Spannungen mit Washington
Die Handelsgespräche finden vor dem Hintergrund des Drucks aus Washington statt.
Die USA verdoppelten die Zölle auf indische Waren auf 50 %, um Neu-Delhi für den weiteren Kauf von russischem Öl zu bestrafen.
Washington drängt Indien außerdem, die Käufe amerikanischer Waffen zu erhöhen.
Trotz der Spannungen hat Indien die Kommunikationskanäle offen gehalten.
Ein Verhandlungsteam aus Washington wird nächste Woche in Neu-Delhi erwartet, um die Handelsgespräche fortzusetzen.
Indiens Anteil an den russischen Importen ist auf weniger als 2 % gesunken, aber beide Seiten planen, bis zum Ende des Jahrzehnts den Gesamthandel auf 100 Milliarden US-Dollar zu steigern.
Für Neu-Delhi ist die Aktivierung langjähriger Partnerschaften Teil einer umfassenderen Strategie zur Bewältigung instabiler globaler Märkte.
Das Treffen mit Putin signalisiert, dass Indien diese Verbindungen aufrechterhalten möchte, auch wenn es von den USA und der Europäischen Union kritisiert wird.
Die strategische Zusammenarbeit wächst
Über Handel und Verteidigung hinaus heben die Gespräche einen langfristigen Plan zur Diversifizierung der Partnerschaften hervor. Indien erforscht neue Märkte, um die Auswirkungen der US-Zölle auszugleichen.
Russland, das mit Einschränkungen auf den westlichen Märkten konfrontiert ist, sucht nach stabilen Handelsrouten und Arbeitsmobilitätsmöglichkeiten.
Das neue Mobilitätsabkommen, breitere Exportrouten und die gemeinsame Verteidigungsproduktion signalisieren gemeinsam eine Neuausrichtung der Beziehung, um den aktuellen geopolitischen Bedürfnissen gerecht zu werden.
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