In diesem Kurzportrait geht um Verisk Analytics, die Daten, Modelle, Software und Analysen zur Verfügung stellen, mit denen Versicherer Risiken bewerten, Policen kalkulieren, Schäden bearbeiten und Betrug erkennen. Das klingt zunächst wenig spektakulär. Für die Kunden ist es jedoch von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung: Je besser ein Versicherer Risiken einschätzen kann, desto präziser kann er Preise festlegen, Schäden bewerten und Kapital einsetzen.
Genau darin liegt die Besonderheit des Geschäftsmodells. Verisk verkauft nicht einfach Datenbanken. Das Unternehmen versucht, seine Daten direkt in die Arbeitsabläufe der Versicherer einzubauen und daraus möglichst unverzichtbare Werkzeuge zu machen. Ein großer Teil des Umsatzes entsteht deshalb über Abonnements und langfristige Verträge. 2025 stammten rund 83% des Konzernumsatzes aus solchen Subscription-Modellen.
Nach mehreren Jahren des Konzernumbaus ist Verisk heute deutlich fokussierter als früher. Energie, Finanzdienstleistungen und andere Geschäftsbereiche, die einst zum Unternehmen gehörten, wurden verkauft. Übrig geblieben ist im Wesentlichen ein Spezialist für Versicherungsdaten und -analysen. Das macht das Unternehmen einerseits berechenbarer. Andererseits erhöht sich damit die Abhängigkeit von der Entwicklung der Versicherungsbranche.
Die jüngsten Zahlen zeigen jedenfalls, dass Verisk wieder etwas stärker wächst. Im zweiten Quartal 2026 beschleunigte sich das organische Wachstum, während gleichzeitig die ohnehin schon außergewöhnlich hohe Profitabilität erhalten blieb. Gleichzeitig investiert Verisk massiv in künstliche Intelligenz und baut sein Angebot für Naturkatastrophen und komplexe Risiken aus. Damit könnte aus einem sehr guten Datenunternehmen ein noch wichtigerer Technologiepartner für Versicherer werden.
