
Der IAG-Aktienkurs gab heute, am 8. Mai, zunächst nach und erholte sich anschließend teilweise, nachdem das Unternehmen seine Ergebnisse veröffentlicht hatte, die mehr Einblick in die Auswirkungen des anhaltenden Kriegs auf das Geschäft gaben. Er fiel auf 372p und erholte sich dann auf 390p.
IAG warnt vor Risiken durch den Iran-Krieg
International Consolidated Airlines Group, die Muttergesellschaft von Fluglinien wie British Airways, Iberia, LEVEL und Aer Lingus, ist vom Jahreshoch zurückgefallen, da Anleger die Auswirkungen der anhaltenden Iran-Krise bewerteten.
Diese Krise hat in Schlüsselregionen wie Europa und Asien zu höheren Kerosinpreisen und teils zu Versorgungsengpässen geführt. Die Preise haben sich mehr als verdoppelt, was vor allem Fluggesellschaften ohne Absicherungsstrategien getroffen hat.
IAG wurde weniger von der Krise getroffen, da das Unternehmen jährlich Millionen Dollar für Absicherungen gegen diese Risiken ausgibt. Für den Rest des Jahres ist es zu 70 % abgesichert, und das Management erwartet, rund 60 % davon durch Umsatz- und Kostenmaßnahmen zurückzugewinnen.
Gleichzeitig betreibt es ein hochgradig diversifiziertes Geschäftsmodell, wobei der Großteil des Umsatzes aus transatlantischen Strecken stammt.
Das Unternehmen veröffentlichte heute starke Zahlen, warnte jedoch vor Margendruck. Der Umsatz stieg im ersten Quartal im Jahresvergleich (YoY) um 1,9 % auf 7,18 Milliarden Euro, während das operative Ergebnis um 77 % zulegte. Dieses Wachstum resultierte weitgehend aus Umsatzsteigerungen und wurde durch die vergleichsweise höheren Energiepreise teilweise ausgeglichen.
British Airways erzielte über 3,38 Milliarden Pfund und ist damit der größte Geschäftsbereich. Es folgte Iberia mit 1,8 Milliarden Euro. Aer Lingus erzielte 420 Millionen Euro.
Außerdem wuchs das Loyalty-Geschäft, ein kapitalarmer Bereich, um 10 %, während die Gewinnmarge auf 20,1 % sprang. Der Umsatz stieg auf 579 Millionen Pfund. Dieses Geschäft ermöglicht Kunden das Sammeln von Prämien wie Upgrades und Mietwagen. Es ist zu einem wichtigen Bestandteil der meisten Fluggesellschaften geworden, wobei Analysten sie zunehmend als Banken betrachten. IAG erzielte einen Nettogewinn von 301 Millionen Euro, während die Liquidität auf über 12,7 Milliarden anwuchs.
Das Hauptrisiko für die IAG-Aktie ist ein lang andauernder Krieg, der die Kerosinpreise deutlich in die Höhe treibt. Während Trump signalisiert hat, dass er ein Ende des Kriegs anstrebt, sehen Iran und Israel das anders. Es ist zudem höchst unwahrscheinlich, dass Trump einen besseren Deal erzielen wird. Zum einen würde ein Deal erfordern, dass die USA ihre Sanktionen aufheben und iranische Gelder freigeben, ein Schritt, den Israel scharf kritisieren würde.
Daher besteht weiterhin das Risiko, dass der Krieg länger andauert und die laufende Erholung belastet. Positiv ist, dass der Krieg bald enden könnte, was zu niedrigeren Preisen und einer Erholung des Reiseverkehrs in den Nahen Osten führen würde.
Technische Analyse des IAG-Aktienkurses

IAG-Aktienchart | Quelle: TradingView
Das Tageschart zeigt, dass sich der IAG-Kurs in den letzten Tagen wieder erholt hat. Er ist vom Kriegstief bei 335p auf aktuell 390p gestiegen. Ein genauerer Blick zeigt ein Abwärts-Gap und einen Anstieg über die 50- und 100-Tage-Gleitenden Durchschnitte.
Trotz der wachsenden Risiken ist daher die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass die Aktie weiter steigt, da die Bullen das zentrale Widerstandsniveau bei 413p ins Visier nehmen. Ein Ausbruch über diesen Kurs würde auf weitere Gewinne hindeuten, potenziell bis zum Widerstand bei 450p.
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