
Der IAG-Aktienkurs setzte seinen starken Abwärtstrend heute, am 18. März, fort und verzeichnete seinen fünften Verlusttag in Folge. Er ist von dem Jahreshoch von 463.6p im Februar auf aktuell 351p gefallen, und dieser Trend könnte anhalten, da das Unternehmen von einer doppelten Belastung durch hohe Energiepreise und Flugstörungen betroffen ist.
Eigentümer von British Airways steht vor großen Herausforderungen
IAG, eine der größten Fluggesellschaftsgruppen der Welt, steht aufgrund steigender Energiepreise und anhaltender Lieferunterbrechungen vor einer der größten Krisen seit der Pandemie.
Die Rohölpreise setzten am Montag ihren Anstieg fort, wobei Brent und das West Texas Intermediate (WTI) auf jeweils 105 $ bzw. 98 $ stiegen.
Infolgedessen zeigen von der IATA zusammengestellte Daten, dass der durchschnittliche Kerosinpreis im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vormonats um 64 % gestiegen ist. Er kletterte auf 157 $ pro Barrel, wobei Asien und Ozeanien am stärksten betroffen waren. In Europa, dem Nahen Osten und Nordamerika stiegen die Kerosinpreise auf 163 $, 154 $ bzw. 149 $.
Diese Zahlen bedeuten, dass Fluggesellschaften in den kommenden Wochen mehr für Treibstoff ausgeben werden, solange der Krieg im Iran andauert. Am stärksten betroffen sind jene Airlines, die ihren Ölbedarf nicht abgesichert hatten.
IAG hat zudem ein Nachfrageproblem, insbesondere auf Strecken in den Nahen Osten, wo viele Menschen angesichts des andauernden, sich über die Region ausbreitenden Kriegs im Iran vorübergehend auf Reisen verzichten. Iran hat weiterhin Schlüsselgebiete angegriffen, darunter den Flughafen Dubai, der heute zuvor vorübergehend geschlossen wurde.
Fluggesellschaften sahen sich gezwungen, Tarife zu erhöhen und Zuschläge einzuführen, um die stark gestiegenen Rohöl- und Kerosinpreise zu kompensieren.
Dieser Krieg hat IAGs Geschäft gestört, zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen von einer starken Nachfrage auf transatlantischen Strecken profitierte. Die jüngsten Ergebnisse zeigten, dass der Umsatz auf ein Rekordhoch von 33,2 Mrd. € stieg, während der operative Gewinn vor außerordentlichen Posten um 13,1 % auf 5,02 Mrd. € zunahm.
IAG gab außerdem weiterhin Mittel an die Anleger zurück – durch Dividenden und Aktienrückkäufe. Es startete ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 1,5 Mrd. €, mehr als die 1 Mrd. € des Vorjahres. IAG baute auch seine Dividende weiter aus.
Für die Zukunft wird die Kursentwicklung von IAG wesentlich vom Verlauf des Kriegs im Iran abhängen. Donald Trump hält daran fest, dass der Konflikt noch eine Weile andauern werde, während der Iran Gesprächsbereitschaftsbehauptungen zurückweist. Iran deutete zudem an, den Krieg auch dann fortzusetzen, wenn die USA einen Ausstieg entscheiden sollten – ein Szenario, das die Ölpreise länger auf einem höheren Niveau halten würde.
Technische Analyse des IAG-Aktienkurses

IAG-Aktienkurs-Chart | Quelle: TradingView
Die Tages-Chart zeigt, dass der IAG-Aktienkurs in den letzten Wochen eingebrochen ist und sich von einem Hoch von 463p am 27. Februar auf aktuell 345p bewegt hat.
Eine genauere Betrachtung zeigt, dass die Aktie kurz davorsteht, ein Todeskreuz auszubilden, das entsteht, wenn sich der 50-Tage- und der 200-Tage-gewichtete gleitende Durchschnitt (WMA) kreuzen. Ein Todeskreuz ist eines der häufigsten bärischen Umkehrsignale in der technischen Analyse.
Die Aktie ist unter die Ichimoku-Cloud gefallen, während der Supertrend auf Rot umgeschlagen ist. Zudem fallen der Relative-Stärke-Index (RSI) und der MACD weiterhin.
Daher ist das wahrscheinlichste Szenario, dass die Aktie weiter fällt, möglicherweise bis zur wichtigen Unterstützungsmarke bei 300p.
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