
Der Aktienkurs der International Consolidated Airlines Group (IAG) ist in den vergangenen Wochen seit Beginn des US‑Iran‑Kriegs im Februar eingebrochen, da die Sorgen über stark steigende Treibstoffkosten zunahmen. IAG-Aktien fielen am Montag auf $349, ein Rückgang von 25 % gegenüber dem diesjährigen Höchststand, und lagen damit hinter dem FTSE 100 Index, der seit seinem Jahreshoch um 8,25 % gefallen ist.
Steigende Kerosinpreise könnten die Profitabilität von IAG beeinträchtigen
IAG und andere Fluggesellschaften stehen seit dem 28. Februar unter erheblichem Druck, als die USA und Israel einen Angriff gegen Iran starteten, der sich in den vergangenen Wochen zugespitzt hat.
Der Krieg nahm am Wochenende eine neue Wendung, nachdem Ansah Allah, allgemein als Houthis bekannt, angekündigt hatte, sich in den laufenden Krieg gegen Iran einzuschalten. Die Gruppe hat bereits Angriffe gegen Israel gestartet, und es besteht die Möglichkeit, dass sie den Schiffsverkehr im Roten Meer bedrohen wird.
Diese Angriffe werden erhebliche Auswirkungen auf den Energiemarkt haben, da Saudi-Arabien und andere Länder des Nahen Ostens diese Route nutzen, um eine Sperrung der Straße von Hormus zu umgehen.
Gleichzeitig haben die USA Tausende von Truppen in die Region verlegt, ein Schritt, der Befürchtungen über eine Invasion geschürt hat. Iran hat gewarnt, dass es Energieinfrastrukturen in der Region angreifen könnte, was die Ölpreise nach oben treiben würde, wobei Societe Generale prognostiziert, dass Brent im April auf $125 springen wird.
Ein von IATA erstellter Bericht zeigt, dass der durchschnittliche Kerosinpreis letzte Woche auf $197 gestiegen ist, ein Anstieg von 105 % gegenüber demselben Zeitraum des Vormonats. Folglich gehören Fluggesellschaften zu den am stärksten betroffenen Unternehmen, da die steigenden Energiepreise ihre Margen belasten werden.

Kerosinpreisdiagramm | Quelle: IATA
Gleichzeitig bestehen Sorgen wegen Flugstreichungen, insbesondere im Nahen Osten, wo der Reiseverkehr in den vergangenen Wochen weitgehend eingebrochen ist. Obwohl IAG für sein transatlantisches Geschäft bekannt ist, ist die Gruppe auch eine etablierte Größe bei Reisen in den Nahen Osten.
Dennoch hat IAG in der Vergangenheit solche Gegenwinde bereits gemeistert. Beispielsweise fiel die Aktie von 173p im Februar 2022 auf ein Tief von 87p im Juli, nachdem Russland in die Ukraine einmarschiert war. Daher besteht die Möglichkeit, dass sich die Aktie erholt, sobald Anzeichen für ein Kriegsende erkennbar werden.
Die jüngsten Zahlen zeigten, dass das Geschäft von IAG gut lief: Der Umsatz stieg um 3,5 % auf 33 Milliarden Euro, während die operative Marge auf 15,1 % anstieg.
Technische Analyse der IAG-Aktie

IAG-Aktienkursdiagramm | Quelle: TradingView
Das Wochenchart zeigt, dass der IAG-Aktienkurs in den vergangenen Wochen zurückgegangen ist. Er ist von einem Hoch von 465p im Februar auf aktuell 348p gefallen.
Die Aktie ist unter das 23,6 %-Fibonacci‑Retracement‑Niveau gefallen. Sie notiert unter dem 50‑Wochen‑EMA (Exponentieller Gleitender Durchschnitt) und bildet langsam ein bärisches Wimpelmuster aus.
Daher ist die wahrscheinlichste Prognose bärisch; das nächste wichtige Niveau ist das 50 %-Retracement bei 275p. Andererseits würde ein Anstieg über das 23,6 %-Retracement die bärische Einschätzung ungültig machen.
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