Nach einer längeren Phase der Zurückhaltung erleben die großen Hyperscaler derzeit ein Comeback an der Börse. Nachdem hohe Investitionen in Rechenzentren und künstliche Intelligenz viele Anleger verunsichert hatten, rücken nun wieder Wachstum, steigende Gewinne und attraktive Bewertungen in den Fokus. Besonders vier Technologiekonzerne stechen dabei hervor.

Amazon-Aktie

Amazon hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Vor allem die Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) entwickelt sich dynamisch und verzeichnete im zweiten Quartal ein Umsatzplus von 37 Prozent auf 42,2 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis legte sogar um 63 Prozent auf 16,6 Milliarden US-Dollar zu. Gleichzeitig gewinnen die hauseigenen KI-Chips zunehmend an Bedeutung. Sowohl das Chip- als auch das KI-Geschäft erreichen inzwischen eine jährliche Umsatzrate von jeweils rund 25 Milliarden US-Dollar.

Auch das Kerngeschäft im Onlinehandel entwickelt sich solide. Amazon profitiert von Effizienzsteigerungen durch den Einsatz künstlicher Intelligenz, die Kosten senkt und Lieferzeiten verkürzt. Zudem investiert der Konzern konsequent in Robotik und zählt weltweit zu den führenden Entwicklern und Betreibern automatisierter Logistiksysteme. Trotz der starken Kursentwicklung gilt die Bewertung mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 24 weiterhin als attraktiv.

Meta Platforms-Aktie

Meta Platforms zählt derzeit zu den Unternehmen, die künstliche Intelligenz besonders erfolgreich in ihr Kerngeschäft integrieren. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 28 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Werbeeinblendungen um 14 Prozent, während der durchschnittliche Preis pro Anzeige um 12 Prozent zulegte.

KI verbessert nach Unternehmensangaben die Nutzererfahrung auf den Plattformen, verlängert die Verweildauer und steigert die Effizienz der Werbeauslieferung. Darüber hinaus sieht Meta in persönlichen KI-Assistenten einen wichtigen zukünftigen Wachstumstreiber. Perspektivisch prüft der Konzern zudem den Aufbau eigener Cloud-Infrastrukturen, um unabhängiger zu werden und zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen. Angesichts eines erwarteten KGVs von unter 17 für das Jahr 2027 erscheint die Aktie trotz der guten Wachstumsaussichten vergleichsweise günstig bewertet.

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Alphabet-Aktie

Alphabet überzeugte ebenfalls mit starken Quartalszahlen. Besonders das Cloud-Geschäft entwickelte sich außergewöhnlich dynamisch: Die Erlöse von Google Cloud stiegen um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden US-Dollar, während sich das operative Ergebnis des Segments mehr als verdreifachte und 8,8 Milliarden US-Dollar erreichte.

Auch die Suchmaschine bleibt ein zentraler Wachstumsmotor. Der Umsatz im Suchgeschäft legte um 17 Prozent zu, unterstützt durch KI-basierte Funktionen wie AI Overviews und AI Mode. Ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil liegt zudem in den selbst entwickelten Tensor Processing Units (TPUs), die Alphabet sowohl beim Training als auch beim Einsatz eigener KI-Modelle Kostenvorteile verschaffen. Gleichzeitig eröffnet sich weiteres Potenzial durch den Verkauf dieser Chips an externe Kunden. So setzt beispielsweise das KI-Unternehmen Anthropic über den Entwicklungspartner Broadcom bereits auf Alphabets TPU-Technologie. Mit einem erwarteten KGV von rund 18 gilt auch Alphabet im Branchenvergleich weiterhin als moderat bewertet.

Microsoft-Aktie

Microsoft trug maßgeblich dazu bei, die skeptische Stimmung gegenüber Hyperscalern zu drehen. Sowohl die Cloud-Plattform Azure als auch das Geschäft mit Unternehmenssoftware entwickelten sich zuletzt äußerst robust. Azure steigerte den Umsatz im vierten Geschäftsquartal um 43 Prozent und unterstrich damit seine Rolle als zentraler Wachstumstreiber des Konzerns.

Befürchtungen, dass KI das klassische Softwaregeschäft unter Druck setzen könnte, haben sich bislang nicht bestätigt. Im Gegenteil: Die starke Verankerung der Microsoft-Produkte in Unternehmen sowie die rasche Verbreitung des KI-Assistenten Copilot stärken die Marktposition zusätzlich. Mit einem Cloud-Auftragsbestand von 678 Milliarden US-Dollar verfügt Microsoft zudem über eine außergewöhnlich hohe Visibilität für das zukünftige Wachstum von Azure. Hinzu kommt die strategisch wichtige Beteiligung von 27 Prozent an OpenAI. Trotz der kräftigen Kursentwicklung erscheint die Aktie mit einem erwarteten Bewertungsniveau von rund dem 20-Fachen der Gewinne des Geschäftsjahres 2028 weiterhin attraktiv.

Die großen Hyperscaler profitieren zunehmend von der wachsenden Nachfrage nach Cloud-Diensten und Anwendungen rund um künstliche Intelligenz. Amazon, Meta Platforms, Alphabet und Microsoft konnten zuletzt mit starken Quartalszahlen überzeugen und zeigen, dass sich ihre milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren und KI-Technologien zunehmend auszahlen. Gleichzeitig bewegen sich die Bewertungen der vier Technologiekonzerne trotz der jüngsten Kursanstiege weiterhin auf einem Niveau, das viele Investoren angesichts der Wachstumsperspektiven als attraktiv einstufen.

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