Der HSBC-Aktienkurs bewegte sich in den vergangenen Monaten in einer engen Spanne, während Anleger seine Entwicklung bewerten. Am Donnerstag wurde er bei 1.320p gehandelt, 4,2 % über seinem Tiefpunkt dieser Woche. Nach der Ausbildung eines sehr bullischen Musters könnte er kurzfristig für weitere Gewinne reif sein.

HSBC-Aktienkurs bildet bullische Umkehrkerze

Das Tageschart zeigt, dass der Kurs der HSBC am Mittwoch von einem Tief bei 1.267p auf ein Hoch bei 1.320p zurücksprang. Ein näherer Blick offenbart, dass die Aktie eine Dragonfly-Doji-Kerze gebildet hat. Dieses Muster besteht aus einem langen unteren Schatten und einem sehr kleinen Kerzenkörper und deutet darauf hin, dass die Aktie zum gleichen Kurs geöffnet und geschlossen wurde. 

Die Aktie bildete zudem eine Art Abandoned-Baby-Kerzenformation. Dieses Muster entsteht, wenn eine kleine Kerze deutlich tiefer öffnet und von den anderen Kerzen getrennt ist. Es tritt typischerweise in Abwärtstrends auf und führt oft zu einer starken bullischen Umkehr. 

Der Kurs bildete außerdem ein Tief oberhalb der 100-Tage-EMA (exponentieller gleitender Durchschnitt), ein starkes bullisches Zeichen in der technischen Analyse. Daher besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie kurzfristig weiter steigen wird, möglicherweise bis zum ersten wichtigen Widerstand bei 1.400p, einige Punkte unter dem Jahreshoch von 1.416p. Ein Ausbruch darüber würde auf weitere Gewinne hinweisen, potenziell bis 1.500p.

HSBC-Aktienchart | Quelle: TradingView

HSBC-Geschäft sendet gemischte Signale

HSBC, die größte europäische Bank nach Vermögenswerten und Marktkapitalisierung, arbeitet unter Georges Elhedery an einer langfristigen Turnaround-Strategie. In einer aktuellen Erklärung rief das Unternehmen seine Mitarbeiter dazu auf, sich nicht gegen künstliche Intelligenz (KI) zu stellen, und erklärte, die Technologie werde zwar Arbeitsplätze kosten, aber auch neue schaffen. 

Er sagte, das Unternehmen habe mit Entlassungen begonnen, die mehr als 20.000 Menschen ihre Jobs kosten könnten. Diese Stellen entsprächen etwa 10 % der Gesamtbelegschaft; die Maßnahme ziele darauf ab, Kosten zu senken und die Profitabilität zu steigern. Zudem sollen Kosten gesenkt werden, unter anderem durch die Privatisierung der Hang Seng Bank.

In den jüngsten Zahlen meldete das Unternehmen gemischte Ergebnisse. Negativ war, dass der Vorsteuergewinn im ersten Quartal bei 9,4 Mrd. USD lag und damit die Analystenerwartungen verfehlte. Die Einnahmen stiegen hingegen auf 18,6 Mrd. USD, etwas über den erwarteten 18,49 Mrd. USD.

Die Gewinne des Unternehmens schrumpften aufgrund hoher Kreditverluste, die auf 1,3 Mrd. USD anstiegen, also um 400 Mio. USD mehr als im Vorjahreszeitraum. Man wies darauf hin, dass die Verluste betrugsbedingt waren und aus der Exponierung gegenüber MFS resultierten, einem britischen Unternehmen, das Anfang des Jahres zusammenbrach. Diese Belastung hat das Unternehmen veranlasst, seine Private-Credit-Strategie ein Jahr nach deren Ankündigung zu verlangsamen.

Gleichzeitig verwies HSBC auf die Auswirkungen des andauernden Kriegs zwischen den USA und dem Iran, der zu erheblichen Störungen in einigen seiner wichtigsten Vermögenswerte geführt habe. Man hält an einer Rückkehr auf das greifbare Eigenkapital (RoTE) von 17 % fest, sagte aber, dies hänge davon ab, wie der Krieg beendet wird.

Für Anleger bietet HSBC ein attraktives Chance‑Risiko‑Verhältnis, da das Unternehmen in China Wachstumsspielraum hat. Ziel ist es, dort ein bedeutender Vermögensverwalter zu werden. Gleichzeitig bietet die Gesellschaft eine Dividendenrendite von 4,13 %, höher als die von Lloyds (3,62 %) und Barclays (2,45 %).

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