
Hongkong hat neue Maßnahmen eingeführt, um die anhaltende Flaute auf dem Immobilienmarkt zu lindern, indem es die Hypothekenvorschriften lockert.
Die Stadt wird die Beleihungsquote (LTV) für alle Wohnimmobilien von 60 auf 70 Prozent anheben und damit die erforderliche Anzahlung für Häuser im Wert von über 35 Millionen HK-Dollar (4,5 Millionen US-Dollar) effektiv reduzieren.
Vorstandsvorsitzender John Lee kündigte die Änderungen in seiner Ansprache zur Unternehmensgründung am Mittwoch an und wies darauf hin, dass auch die LTV-Quote für unternehmenseigene Immobilien auf 70 Prozent erhöht werde.
Diese neuen Maßnahmen zielen darauf ab, den schleppenden Immobilienmarkt der Stadt anzukurbeln, der aufgrund hoher Kreditkosten, eines Überangebots an Wohnimmobilien und einer schwächelnden Konjunktur unter Druck steht.
Laut einer Erklärung der Hong Kong Monetary Authority (HKMA) treten die Anpassungen sofort in Kraft.
Lockerung der Hypothekenregeln als Reaktion auf den schwächelnden Immobilienmarkt
In ihrer Stellungnahme nannte die HKMA die jüngste Abschwächung des Immobilienmarktes als einen Faktor für die Entscheidung zur Lockerung der Hypothekenvorschriften.
„Es besteht Spielraum für weitere Anpassungen“, erklärte die Behörde und verwies auf den Abwärtstrend der Immobilienpreise in den vergangenen Monaten.
Die Änderungen dürften Eigenheimkäufern eine gewisse Erleichterung verschaffen, die angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen der Stadt mit hohen Anzahlungsanforderungen zu kämpfen haben.
Zusätzlich zu den Anpassungen der Hypothekenregeln erweitert die Regierung ihr New Capital Investment Entrant Scheme um Immobilieninvestitionen.
Nach den neuen Bestimmungen sind Investitionen in Eigenheime im Wert von 50 Millionen HK$ oder mehr für das Programm qualifiziert, wobei die Höhe der Immobilieninvestition, die auf die gesamte Kapitalinvestition angerechnet wird, auf 10 Millionen HK$ begrenzt ist.
Positive Marktreaktion, aber begrenzte langfristige Auswirkungen erwartet
Nach der Ankündigung dieser Maßnahmen stieg der Hang Seng Property Index, der die Performance der großen Immobilienunternehmen der Stadt abbildet, um bis zu 3,9 Prozent und übertraf damit den breiteren Hang Seng Index.
Marktanalysten geben jedoch zu bedenken, dass die Auswirkungen dieser Änderungen auf den gesamten Wohnungsmarkt begrenzt sein werden.
Thomas Chak, Leiter für Kapitalmärkte und Investmentdienstleistungen bei Colliers International, merkte an, dass die erweiterte Immobilieninvestitionspolitik zwar vermögende Privatpersonen in die Stadt locken und den Handel mit Luxusimmobilien ankurbeln könne, jedoch keinen nennenswerten Einfluss auf den allgemeinen Immobilienmarkt haben dürfte.
„Der Fokus auf Luxusimmobilien geht nicht auf die allgemeineren Erschwinglichkeitsprobleme ein, mit denen die meisten Bewohner konfrontiert sind“, fügte Chak hinzu.
Trotz Lockerungsmaßnahmen bleiben Herausforderungen bestehen
Der Immobilienmarkt in Hongkong hatte in den vergangenen Monaten mit zahlreichen Gegenwinden zu kämpfen, darunter hohe Zinsen, schwaches Wirtschaftswachstum und ein Überangebot an nicht verkauften Eigenheimen.
Trotz der jüngsten Zinssenkung erlebte der Markt nicht die Erholung, die sich viele erhofft hatten.
Um die Nachfrage abzudecken, legen die Bauträger ihre Preise für neue Projekte weiterhin niedrig an. Da die Preise für Gebrauchtimmobilien jedoch unter das Niveau vor der Zinssenkung fallen, dürften die Preise für Wohnimmobilien auch weiterhin unter Druck bleiben.
Nach Angaben der Bank of America Corp. hat der Rückstand an nicht verkauften Wohnimmobilien in Hongkong einen 20-Jahres-Höchststand erreicht.
Ausblick für den Immobilienmarkt
Die jüngsten Maßnahmen der Regierung könnten zwar vorübergehend für einen Aufschwung sorgen, doch die langfristigen Herausforderungen bleiben bestehen.
Das Überangebot an Wohnraum bei gleichzeitig verhaltener Nachfrage lässt darauf schließen, dass die Wohnimmobilienpreise in der nahen Zukunft wahrscheinlich niedrig bleiben werden.
Ohne eine spürbare wirtschaftliche Erholung oder weitere staatliche Eingriffe dürfte der Immobilienmarkt der Stadt auch künftig holprig bleiben.
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