
Die Aktien von H&M fielen am Donnerstagmorgen um mehr als 14 %, nachdem das Unternehmen einen geringer als erwarteten Gewinnanstieg im zweiten Quartal gemeldet hatte.
Der enttäuschende Ergebnisbericht weckte auch Zweifel an den Juni-Umsätzen des Einzelhändlers und seiner Fähigkeit, die Gewinnmargenziele für das Gesamtjahr zu erreichen.
Q2-Gewinn bleibt hinter Erwartungen zurück
H&M, der zweitgrößte Einzelhändler der Welt, gab für den Zeitraum von März bis Mai einen Betriebsgewinn von 7,1 Milliarden schwedischen Kronen (672 Millionen Dollar) bekannt.
Diese Zahl blieb hinter den 7,37 Milliarden schwedischen Kronen zurück, die Analysten erwartet hatten. Dies geht aus einer von LSEG durchgeführten und von Reuters zitierten Umfrage hervor.
Obwohl das Ergebnis des zweiten Quartals eine Verbesserung gegenüber den 4,7 Milliarden schwedischen Kronen des Vorjahreszeitraums darstellte, konnte es die Markterwartungen nicht erfüllen.
Bis 9:00 Uhr Londoner Zeit hatte die H&M-Aktie ihre Verluste leicht reduziert und notierte 13 Prozent im Minus.
Umsatz- und Margenziel für Juni unter Druck
Die Bedenken der Anleger wurden noch verstärkt durch die Warnung von H&M, dass schlechtes Wetter die Umsätze im Juni dämpfen könnte. Das Unternehmen erwartet für diesen Monat einen Umsatzrückgang von 6% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (in lokalen Währungen).
H&M-CEO Daniel Ervér äußerte Zweifel daran, dass das Unternehmen seine Betriebsmargenzielvorgabe von 10 Prozent für das Gesamtjahr erreichen wird.
„Unser Ziel einer operativen Marge von 10 Prozent für das Gesamtjahr 2024 bleibt bestehen“, sagte Ervér.
Allerdings sind die Voraussetzungen für das Erreichen dieses Niveaus in diesem Jahr anspruchsvoller geworden, da wir davon ausgehen, dass sich externe Faktoren, die unsere Einkaufskosten und Umsatzerlöse beeinflussen, darunter Material und Fremdwährungen, in der zweiten Jahreshälfte negativer auswirken werden als erwartet.
Strategische Investitionen und Wettbewerbsdruck
Trotz der schwierigen Aussichten betonte Ervér, dass H&M weiterhin sowohl in das Online- als auch in das Ladenerlebnis investiert.
Das Unternehmen plant, nach erfolgreichen Modernisierungen in New York, London und Tokio auch Filialen in Großstädten wie Paris, Mailand, Berlin, Stockholm, Hamburg und München zu modernisieren.
Die Herausforderungen für den Einzelhändler liegen in den höheren Lebenshaltungskosten und einem Rückgang der Ausgaben nach der Pandemie, die sich sowohl auf die Umsätze im Innen- als auch im Luxuseinzelhandel ausgewirkt haben.
Anfang des Monats meldete der Zara-Eigentümer Inditex einen Rückgang der Verkäufe im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreswachstum, obwohl im Mai ein Aufwärtstrend zu verzeichnen war.
Darüber hinaus sieht sich H&M wachsender Konkurrenz durch den in China gegründeten Fast-Fashion-Riesen Shein ausgesetzt, der im Zuge seiner Vorbereitungen für einen Börsengang in London auch auf den europäischen Märkten Fuß fasst.
Marktreaktion und Zukunftsaussichten
Die Reaktion auf den Ergebnisbericht von H&M unterstreicht die Sensibilität des Marktes gegenüber Gewinnmargen und Umsatzprognosen angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten.
Die Investoren werden die Entwicklung von H&M in den kommenden Monaten aufmerksam beobachten, insbesondere im Hinblick auf die Bemühungen des Unternehmens, sein Einzelhandelserlebnis zu verbessern und externe Herausforderungen zu meistern.
Da der Einzelhandel insgesamt aufgrund wirtschaftlicher Zwänge und verändertem Verbraucherverhalten mit Gegenwind zu kämpfen hat, wird die Anpassungs- und Innovationsfähigkeit von H&M für die Aufrechterhaltung seiner Marktposition von entscheidender Bedeutung sein.
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