PepsiCo (WKN: 851995) gehört eigentlich zu den Aktien, bei denen Anleger ruhig schlafen sollen. Bekannte Marken, globale Vertriebsmacht und eine jahrzehntelange Dividendenhistorie haben den Getränkekonzern zu einem Klassiker für Einkommensinvestoren gemacht. 

Doch derzeit ist die Stimmung deutlich schlechter. Die Aktie notiert 27 % unter ihrem Allzeithoch und die Dividendenrendite liegt bei knapp vier Prozent.

Die entscheidende Frage lautet: Ist PepsiCo tatsächlich eine historische Kaufchance – oder wird die Aktie aus gutem Grund abgestraft? Dazu werfen wir zunächst einen Blick auf die aktuellen Probleme.

Lay’s, Pepsi & Co.: Der Burggraben bekommt Risse

Die Probleme sind real. Vor allem das nordamerikanische Snackgeschäft entwickelt sich zum Bremsklotz. Im zweiten Quartal 2026 sank der Umsatz von PepsiCo Foods North America um 2 %. 

Gleichzeitig bleibt das Volumen in wichtigen Bereichen unter Druck. PepsiCo musste zudem beim Pricing nachjustieren, was zwar die Nachfrage zwar stützen kann, gleichzeitig aber auf die Margen drückt.

Hinzu kommen veränderte Konsumgewohnheiten. Weniger stark verarbeitete Lebensmittel, proteinreiche Ernährung und der zunehmende Einsatz von GLP-1-Medikamenten könnten klassische Snacks außen vor lassen. Für einen Konzern, dessen Stärke jahrzehntelang gerade im Snackregal lag, ist das keine Kleinigkeit.

Und trotzdem wäre es zu früh, PepsiCo abzuschreiben. Der Konzern besitzt einen ziehmlich tiefen Burggraben: Marken wie Lay’s, Doritos, Cheetos, Gatorade und Pepsi sind weltweit bekannt. PepsiCo verkauft seine Produkte in mehr als 200 Ländern und erzielte 2025 fast 94 Mrd. US-Dollar Umsatz.

Noch wichtiger ist, dass das Geschäft international deutlich besser läuft. So stieg der internationale organische Umsatz im zweiten Quartal um 7 %. Auf Konzernebene liegt der Wert immer noch bei 2,4 %.

PepsiCo arbeitet auch daran, Kosten zu senken, neue Produkte zu entwickeln und das Portfolio stärker auf veränderte Ernährungsgewohnheiten auszurichten. Das Produktportfolio ist also anpassbar. Es braucht nur etwas Zeit, um die Konsumgewohnheiten erneut zu treffen.

Die Dividende ist stark – aber reicht das als Kaufargument?

Für mich als Einkommensinvestoren bleibt PepsiCo damit weiterhin interessant. Auch wurde der Dividendenstatus bestätigt: Im Juli erhöhte der Konzern die Quartalsdividende auf 1,48 Dollar. Damit steigt die jährliche Ausschüttung auf 5,92 Dollar je Aktie. 2026 war bereits das 54. Jahr in Folge mit einer Dividendenerhöhung.

Fazit zur Aktie von  PepsiCo: Günstig ist nicht automatisch billig

PepsiCo ist derzeit kein Selbstläufer. Das Unternehmen muss beweisen, dass seine Marken auch in einer veränderten Konsumwelt Wachstum liefern können. Gleichzeitig treffen ein starker Burggraben, globale Reichweite und eine außergewöhnliche Dividendenhistorie auf eine deutlich niedrigere Bewertung.

Genau diese Mischung macht die Aktie interessant. Wer jetzt einsteigt, wettet weniger auf einen schnellen Turnaround als auf die Fähigkeit von PepsiCo, seine starke Marken- und Vertriebsmacht erneut in Wachstum zu verwandeln.

Wer solche Chancen systematisch beurteilen will, sollte nicht nur auf den Aktienkurs oder die Dividendenrendite schauen. Entscheidend sind die Zahlen dahinter.

Der Artikel Historische Kaufchance mit 3,9 % Dividende in 2026? Dividendenkönig, so günstig wie lange nicht! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.