Novo Nordisk drops lawsuit as Hims becomes new channel for weight loss drugs

Telemedizinische Plattformen werden zunehmend zum Zugangskanal für Blockbuster-Medikamente zur Gewichtsreduktion.

Diese Entwicklung wurde am Montag deutlicher, nachdem Novo Nordisk seine Patentverletzungsklage gegen den digitalen Gesundheitsanbieter Hims & Hers fallen gelassen hat.

Das dänische Pharmaunternehmen hat stattdessen zugestimmt, dass Hims seine markengebundenen Semaglutid-Präparate über dessen Telemedizin-Plattform vertreiben darf.

Der Schritt beendet einen Streit über Nachahmerversionen des Adipositasmedikaments Wegovy und unterstreicht, wie Pharmakonzerne zunehmend mit Online-Gesundheitsplattformen zusammenarbeiten, um Patienten mit Behandlungsbedarf bei Adipositas zu erreichen.

Rechtsstreit durch Vertriebsvereinbarung ersetzt

Novo Nordisk bestätigte, dass es die Klage gegen Hims über angebliche Patentverletzungen im Zusammenhang mit magistral hergestellten Versionen von Semaglutid zurückgezogen hat.

Geschäftsführer Mike Doustdar sagte am Montag, das Unternehmen habe sich entschieden, das Gerichtsverfahren fallenzulassen, behalte sich jedoch das Recht vor, es bei Bedarf wieder aufzunehmen.

Im Rahmen der Vereinbarung wird Hims Novo Nordisks injizierbare und orale Semaglutid-Medikamente auf seiner Plattform anbieten, darunter Ozempic und Wegovy.

Die Behandlungen werden zum selben Preis verfügbar sein, der auch über andere Telemedizin-Plattformen angeboten wird.

Hims hat außerdem zugestimmt, die Bewerbung magistral hergestellter GLP‑1-Präparate über seine Plattform oder Marketingmaterialien einzustellen.

Die Hims-Aktie schoss im vorbörslichen Handel um bis zu 50% nach oben, während die in Kopenhagen notierte Aktie von Novo Nordisk um 1,7% zulegte.

Nachahmerpräparate lösten früheren Streit aus

Der Konflikt zwischen den Unternehmen eskalierte Anfang dieses Jahres, als die Nachfrage nach Semaglutid-Medikamenten stark anstieg.

Im Februar erklärte Novo Nordisk, es plane, Hims zu verklagen wegen dessen Darstellung massenhafter illegaler Magistralherstellung, nachdem das Telemedizin-Unternehmen eine Nachahmerversion der Wegovy‑Tablette eingeführt hatte.

Hims hatte das Produkt zu einem Preis von 49 US-Dollar angekündigt, etwa 100 US-Dollar unter der markengebundenen Version von Novo Nordisk, die über dessen Direktvertriebsplattform NovoCare verkauft wird.

Das Unternehmen zog die Tablette nach Gegenwind von Novo und Warnungen der US Food and Drug Administration zurück.

Die Aufsichtsbehörde kündigte an, gegen Apotheken vorzugehen, die solche magistral hergestellten Produkte anbieten.

Versorgungsengpass-Schlupfloch trieb Nachahmerverkäufe an

Hims hatte nennenswerte Umsätze durch den Verkauf magistral hergestellter Semaglutid-Präparate erzielt, indem es eine regulatorische Lücke im US-Recht nutzte.

Die Regel erlaubt es anderen Herstellern als dem Patentinhaber, ein Medikament zu produzieren, wenn das Arzneimittel offiziell als Mangelware gelistet ist.

Semaglutid war in den frühen Phasen des Booms bei Abnehmmedikamenten von Versorgungsengpässen betroffen.

Novo Nordisk hat seitdem die Produktion ausgeweitet und erklärt, die Lieferengpässe seien beseitigt.

Trotzdem hatte Hims weiterhin magistral hergestellte Versionen angeboten und argumentiert, die Behandlungen seien personalisierte Verschreibungen und daher rechtlich zulässig.

Semaglutid bleibt in den USA bis 2031 durch Patente geschützt.

Telemedizin wird zum wichtigen Vertriebskanal

Die Unternehmen hatten vor dem Streit bereits kurzzeitig zusammengearbeitet.

Letztes Jahr kooperierte Novo Nordisk mit Hims, um Nutzern der Telemedizin-Plattform vergünstigte Abspritzungen zur Gewichtsreduktion anzubieten.

Diese Zusammenarbeit endete nach zwei Monaten, als Novo Hims beschuldigte, irreführende Marketingpraktiken anzuwenden, die die Patientensicherheit gefährden könnten.

Novo berichtet inzwischen von mehr als 600.000 Verschreibungen für die Wegovy‑Tablette seit deren Markteinführung im Januar.

Hims erklärte, Patienten, die derzeit magistral hergestelltes Semaglutid verwenden, sollen die Möglichkeit haben, auf von der FDA zugelassene Medikamente umzusteigen, wenn Kliniker dies für angemessen erachten.

Der Telemedizin-Anbieter sagte außerdem, er spreche mit Biotechnologie- und Pharmafirmen, die möglicherweise zusätzliche Therapien auf seine Plattform bringen könnten.

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