Die Hensoldt-Aktie ist im Vergleich zu anderen Rüstungswerten relativ stabil geblieben. Am Montag notiert sie aktuell bei 81 €, damit setzt sie ihre Seitwärtsbewegung fort. Hier stellt sich die Frage: Was macht sie besonders unter den Rüstungswerten und gibt es bessere Alternativen?
Bank of America sieht Potenzial
Letzte Woche äußerte sich der Analyst David Holmes zu den Aussichten von Rüstungswerten.
Holmes unterscheidet bei der Beurteilung zwischen Werten, die überwiegend modernisieren oder Bestände auffüllen, und Unternehmen, die sich mit Aufklärung und Rüstungselektronik befassen.
Zu der letzteren Kategorie zählt er Hensoldt. Der Rüstungselektronikhersteller zählt zu seinen Favoriten, insbesondere im Hinblick auf die Beständigkeit künftiger Staatsausgaben für Verteidigung. Der Markt dürfte sich dabei zunehmend auf Unternehmen konzentrieren, die neue strategische Möglichkeiten eröffneten. Bei der Luftverteidigung, der Aufklärung sowie der Überwachung und Ortung sind elektronische Komponenten sehr wichtig.
Die Aktie wurde von ihm auf die „SMID Cap Best Ideas List“ genommen.
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Für Kepler Cheuvreux der Rüstungsfavorit
Das Analysehaus Kepler sieht Hensoldt als Branchenfavorit.
Der Analyst Aymeric Poulain von Kepler Cheuvreux sieht bei dem Spezialisten für Rüstungselektronik weiteres Potenzial. Er sieht zwar bei der gesamten Rüstungsbranche Potenzial, Hensoldt ist jedoch sein Favorit.
Er geht davon aus, dass das Unternehmen gute Zahlen für das dritte Quartal liefert und seine Prognose erhöht. Ebenfalls erwartet er einen beschleunigten Auftragseingang.
Jahresprognose bestätigt
Auf Basis der bisherigen Geschäftsentwicklung und der Erwartungen für das zweite Halbjahr bestätigte der Konzern seine Jahresziele.
Demnach wird weiterhin mit einem Umsatz von rund 2,75 Milliarden € gerechnet. Im Vorjahr lag dieser bei 2,45 Milliarden €. Erreicht wurden im ersten Halbjahr 1,16 Milliarden €.
Die Book-to-Bill-Ratio soll zwischen 1,5x und 2,0x liegen. Bei der bereinigten EBITDA-Marge werden 18,5 bis 19% erwartet.
Die Grundlage für diese Prognose bildet der hohe Auftragsbestand von 10,3 Milliarden €. Der Auftragseingang verdoppelte sich im ersten Halbjahr auf 2,8 Milliarden €.
Bewertung
Hensoldt leidet zwar auch unter der schwachen Anlegernachfrage, die Aktie ist aber im Vergleich zu anderen Werten wie beispielsweise Rheinmetall relativ stabil.
Grundsätzlich bin ich auch zuversichtlich, allerdings liegen meine Prioritäten im Rüstungsbereich bei Rheinmetall. Hier ist der Kursrückgang aus meiner Sicht übertrieben hoch ausgefallen.
Für das dritte Quartal rechne ich ebenfalls mit guten Zahlen. Ob die Prognose erhöht wird, bleibt abzuwarten.
Ich halte die Hensoldt-Aktie mittelfristig ebenfalls für aussichtsreich, vorerst gehe ich jedoch von einer weiteren Seitwärtsbewegung aus.
Das Thema KI dürfte weiterhin die Börsenentwicklung dominieren. Sollten wieder die Rüstungswerte in den Fokus rücken, dürfte das Potenzial von Rheinmetall aus meiner Sicht größer sein.
In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die Profiteur zu großen Profiteuren werden dürften.
Hensoldt in Kürze
- Die Hensoldt AG (WKN: HAG000) mit Sitz in Taufkirchen bei München ist ein Rüstungsunternehmen, das auf die Entwicklung und Herstellung von Radar- und Sensortechnologien spezialisiert ist.
- Hauptprodukte sind Radar-, Avionik- und optoelektronische Systeme sowie Lösungen zur elektronischen Kampfführung.
- Hensoldt ging 2017 aus Geschäftsbereichen von Airbus Defence and Space hervor und notiert seit 2020 an der Börse.
- Das Unternehmen ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und ca. 9,4 Milliarden € an der Börse wert.
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