
Der Hang Seng Index zog am Donnerstag auf 24.011 zurück und büßte damit einen Teil der am Vortag erzielten Gewinne ein. Dieser Rückgang spiegelte die Entwicklungen in wichtigen Märkten wie den USA und Südkorea wider. Dennoch könnte eine mögliche Rotation hin zu Hongkonger Aktien ihn nach oben treiben, möglicherweise bis auf 25.000.
Rotation hin zu chinesischen Aktien möglich
Der Hang Seng Index zog am Donnerstag leicht zurück, da Anleger damit begannen, Teile ihrer am Vortag erzielten Gewinne mitzunehmen. Dieser Rückgang entsprach der Entwicklung in den USA, wo der Dow Jones um über 600 Punkte fiel.
Andere asiatische Indizes wie der Kospi und der Nikkei 225 liegen ebenfalls im Minus. Es gibt Unsicherheit bezüglich des Technologiesektors und wegen der Wiederaufnahme militärischer Aktionen zwischen Iran und den USA. Benjamin Netanyahu wird bei seinem baldigen Besuch in Washington voraussichtlich für eine Ausweitung der Kampfhandlungen plädieren.
In einer Erklärung am Mittwoch sagte Präsident Donald Trump, dass seiner Ansicht nach der Waffenstillstand vorbei sei. Die USA führten daraufhin über Nacht weitere Angriffe gegen Iran durch, was die Rohölpreise ansteigen ließ. Brent stieg auf $79, während der West Texas Intermediate (WTI) auf $75 kletterte.
Insgesamt gibt es jedoch Anzeichen, dass Anleger beginnen, chinesischen Aktien mehr Beachtung zu schenken, die in der globalen Rallye zurückgeblieben sind. Während Indizes in den USA, Südkorea und Japan neue Rekordstände erreichen, befindet sich der Hang Seng weiterhin in einem längerfristigen Bärenmarkt.
Diese Entwicklung hat ihn relativ günstig gemacht: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei rund 11. Zum Vergleich: Das KGV des FTSE 100 beträgt etwa 17, während das des S&P 500 bei 22 liegt.
Einige chinesische Tech-Unternehmen sind mittlerweile echte Schnäppchen. So hat Alibaba ein KGV von unter 20, Tencent eines von 16. Xiaomi, das oft als Chinas Apple bezeichnet wird, weist ein KGV von 14 auf, während Trip.com bei 6 liegt.
Um fair zu sein, lassen sich diese Vielfachen durch die Herausforderungen rechtfertigen, mit denen die Unternehmen konfrontiert sind. Xiaomi verzeichnete einen Gewinneinbruch aufgrund steigender Speicherpreise, während sein Geschäft mit Elektrofahrzeugen mit zunehmendem Wettbewerb zu kämpfen hat.
Alibaba steht hingegen vor Problemen, da die KI-Investitionskosten gestiegen sind. Der Gewinn sank im ersten Quartal um mehr als 80 %. Das Geschäft von Trip.com hat sich abgeschwächt, und bei Tencent sind die KI-Kosten gestiegen.
Trotz dieser Herausforderungen ist eine allgemeine Rotation in Richtung China nicht auszuschließen. Dies deckt sich auch mit einer jüngsten Prognose von Mike Wilson (Morgan Stanley), der eine Sektorrotation von Halbleiterwerten hin zu den bei der Rallye zurückgebliebenen Unternehmen vorhersagte.
Technische Analyse des Hang Seng Index

HSI-Index-Chart | Quelle: TradingView
Das Tageschart zeigt, dass sich der Hang Seng Index vom Tief bei 22.504 auf heute 23.980 erholt hat. Er testete erneut das entscheidende Widerstandslevel bei 24.000, seinen tiefsten Wendepunkt am 23. März.
Der Index notiert leicht oberhalb des 25-Tage-EMA (Exponentieller gleitender Durchschnitt), ein Zeichen dafür, dass die Bullen vorerst die Oberhand haben. Er liegt jedoch weiterhin unter den 50-Tage- und 100-Tage-EMAs.
Daher ist das wahrscheinlichste Szenario, dass er den Anstieg fortsetzt, wobei die Bullen das Schlüsselwiderstandsniveau von 25.000 anpeilen. Ein Rückfall unter die Unterstützungsmarke von 23.500 würde den bullischen Ausblick hinfällig machen.
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