Coreweave

Neocloud-Unternehmen melden einige der besten Finanzergebnisse dieses Jahres, da der Boom der künstlichen Intelligenz an Fahrt gewinnt. Trotz dessen setzen Händler an der Wall Street gegen einige der führenden Namen der Branche, wie CoreWeave, Nebius und IREN.

Short-Interest bei CoreWeave, Nebius und IREN steigt

Daten zeigen, dass die Leerverkaufsquoten einiger der am schnellsten wachsenden Neocloud-Unternehmen in diesem Jahr weiterhin erhöht sind. Das deutet darauf hin, dass Anleger erwarten, dass diese Aktien in den kommenden Monaten letztlich fallen werden.

CoreWeave, das größte von ihnen, weist eine Leerverkaufsquote von 14% auf. Ähnlich liegt IREN bei 16%, während Nebius bei 20% steht.

CoreWeave, Nebius, IREN
CoreWeave-, IREN- und Nebius-Aktien | Quelle: TradingView

Ähnliches ist bei Unternehmen zu beobachten, die versuchen, in die Branche einzutreten. So ist die Leerverkaufsquote von MARA Holding auf 26% gestiegen, während sie bei Riot Platforms auf 17% kletterte. 

Vorläufig gibt es Anzeichen dafür, dass Leerverkäufer Verluste erleiden, da die meisten dieser Aktien in den letzten Tagen kräftig gestiegen sind. Zwar hat der Kurs von CoreWeave sich vom Monatshoch zurückgezogen, liegt aber weiterhin 50% über dem April-Tief.

Die Nebius-Aktie ist um 163% gestiegen, während IREN um über 72% zugelegt hat. MARA Holdings und Riot Platforms haben jeweils um mehr als 90% bzw. 105% zugelegt.

Starkes Wachstum, aber Verwässerungsrisiken bleiben bestehen

Neocloud-Unternehmen gehören zu den am schnellsten wachsenden Firmen in den USA. So erwarten Analysten, dass CoreWeaves Umsatz in diesem Jahr um 146% auf $12.7 billion steigen wird, gefolgt von $24.9 billion im kommenden Jahr. Dieses Wachstum entsteht durch große Verträge mit Unternehmen wie OpenAI, Anthropic und Microsoft. Der Umsatz-Backlog liegt bei nahezu $100 billion.

Analysten erwarten zudem, dass Nebius’ Jahresumsatz in diesem Jahr um 549% auf $3.4 billion steigen wird. Im nächsten Geschäftsjahr soll er dann um 220% auf $11 billion zulegen, gestützt durch Verträge mit Microsoft und Meta Platforms.

Auch für IREN wird ein ähnlicher Sprung erwartet: Der Umsatz soll in diesem Jahr $770 million erreichen und im nächsten Jahr $3.22 billion. Letztes Jahr erzielte das Unternehmen einen Vertrag mit Microsoft über $9.7 billion.

Die Hauptsorge bei Analysten und Investoren ist, dass diese Unternehmen Milliarden in den Ausbau ihrer Rechenzentren investieren. Dadurch erhöhen sie ihre Verschuldung massiv und verwässern zugleich ihre Aktionäre.

Ein gutes Beispiel ist CoreWeave, das dieses Jahr zwischen $30 billion und $35 billion an Kapitalausgaben plant. Die Verschuldung stieg von über $8.2 billion im Jahr 2024 auf heute nahezu $30 billion.

IREN hat seine Verschuldung von $964 million im Vorjahr auf heute $4.3 billion erhöht. Die Verbindlichkeiten von Nebius sind auf über $4.1 billion gestiegen. 

Diese Kreditaufnahme und Verwässerung werden anhalten, solange die Kosten für GPUs und andere Speicherchips in diesem Jahr weiter steigen. 

Ein weiteres Hauptanliegen ist die Abschreibung, da sich AI‑Chips weiterentwickeln. Analysten befürchten, dass diese Firmen ihre Chips abschreiben müssen, wenn sie neue Modelle kaufen. So stiegen CoreWeaves Abschreibungen in Q1 auf $1.1B gegenüber $443M im Vorjahr.

Ähnlich erhöhten sich Nebius’ Abschreibungen im gleichen Zeitraum von $49M auf $212M. Die Unternehmen argumentieren hingegen, dass ihre grundlegenden GPUs in Zukunft aufgrund der steigenden Nachfrage wertvoller sein werden.

Zugleich betonen die Unternehmen und ihre Befürworter, dass die steigende Verschuldung und Verwässerung gerechtfertigt seien. Sie verweisen auf Unternehmen wie Tesla, Google und Facebook, die zunächst hohe Verluste geschrieben haben, bevor sie profitabel wurden.

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