Donald Trump AI

Die Wall Street hat möglicherweise endlich Donald Trumps harte Haltung zu Zöllen durchbrochen.

Nach einer Woche eskalierender Befürchtungen über eine mögliche Wirtschaftskrise scheinen zwei der größten Namen im Finanzwesen – Jamie Dimon und Bill Ackman – eine entscheidende Rolle dabei gespielt zu haben , Trump davon zu überzeugen, seine aggressiven Handelsmaßnahmen auszusetzen.

Laut einem Bloomberg-Bericht erfolgte Trumps überraschende 90-tägige Aussetzung neuer Zölle kurz nach öffentlichen und privaten Warnungen einiger der einflussreichsten Stimmen der Finanzbranche.

Der Kurswechsel bedeutete eine erstaunliche Kehrtwende für eine Regierung, die nur wenige Stunden zuvor die neuen „Befreiungstag“-Zölle mit voller Kraft verteidigt hatte.

Finanzminister Scott Bessent hatte am Mittwochmorgen erklärt: „Jetzt ist die Main Street an der Reihe“, was darauf hindeutete, dass der Einfluss der Wall Street nachließ.

Doch am Ende des Tages feierte die Wall Street einen ihrer größten Siege seit über einem Jahrzehnt, als die Aktien ihren besten Kursanstieg seit 16 Jahren verzeichneten.

Ackmans öffentlicher Appell gewinnt an Zugkraft.

Der Milliardär und Hedgefondsmanager Bill Ackman hatte sich tagelang lautstark für eine Überprüfung von Trumps Zollstrategie eingesetzt.

Er warnte davor, dass ein Fortsetzen des aktuellen Kurses einen „selbstverschuldeten, wirtschaftlichen nuklearen Winter“ auslösen könnte.

Ackmans Forderungen, die ursprünglich nur als eine Stimme unter vielen wahrgenommen wurden, gewannen im Weißen Haus an Bedeutung, als die Befürchtungen eines finanziellen Zusammenbruchs zunahmen.

Als Trump schließlich eine 90-tägige Pause bei neuen Zöllen ankündigte, feierte Ackman dies auf X (ehemals Twitter).

„Das war brillant von @realDonaldTrump ausgeführt. Lehrbuchmäßig, die Kunst des Deals“, schrieb er und lobte Trump für einen strategischen Schachzug, der die Märkte stabilisierte und die Rezessionsängste beruhigte.

Jamie Dimons Einfluss: eine rechtzeitige Warnung

Gleichzeitig schlug Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, Alarm.

In einem am Mittwochmorgen im Fernsehen ausgestrahlten Interview warnte Dimon vor den schwerwiegenden Risiken einer wirtschaftlichen Abschwächung, falls die Handelsspannungen nicht abgebaut würden.

Laut Bloomberg verfolgte Trump die Übertragung aufmerksam.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Dimons Status als eine der angesehensten Persönlichkeiten der Wall Street, gepaart mit seiner unmissverständlichen Warnung, soll den Präsidenten Berichten zufolge davon überzeugt haben, dass Handlungsbedarf bestand.

Dimon war nicht allein.

Auch andere Finanzgrößen wie Ken Griffin von Citadel und der legendäre Investor Stan Druckenmiller hatten öffentlich und privat Bedenken geäußert.

Ihr gemeinsamer Druck zeichnete ein düsteres Bild davon, was passieren könnte, wenn die Zölle ungebremst eskalierten.

Wall Streets Machtspiel

Während Trump sich oft als Verfechter der kleinen Leute gegenüber der Wall Street positionierte, deuten die jüngsten Ereignisse darauf hin, dass die Finanzelite immer noch erheblichen Einfluss auf die Entscheidungsfindung im Weißen Haus hat – insbesondere wenn die Märkte gefährdet sind.

Der dramatische Börsenanstieg nach Trumps Aussetzung der Zölle unterstreicht, wie sehr die Anleger auf eine Kurskorrektur gehofft hatten.

Der S&P 500 legte um mehr als 9 % zu, der Nasdaq stieg um über 12 %, und die globalen Märkte von Tokio bis London zogen mit massiven Gewinnen nach.

Trumps abrupte Kehrtwende könnte auch weitreichendere politische Auswirkungen haben. Während sie kurzfristig für Erleichterung bei nervösen Anlegern sorgte, warf sie auch neue Fragen nach dem Entscheidungsprozess des Präsidenten und dem Ausmaß, in dem Milliardäre die nationale Politik beeinflussen können, auf.

Mit zunehmender Intensität des Wahlkampfs 2024 werden Trumps Kritiker diesen Vorfall wahrscheinlich nutzen, um zu argumentieren, dass er trotz seiner populistischen Botschaften weiterhin zu eng mit den Interessen der Wall Street verbunden ist.

Unterdessen werden die Marktteilnehmer genau beobachten, ob die 90-tägige Zollpause zu einer dauerhafteren Politikänderung wird – oder lediglich eine Atempause darstellt.

The post Haben Jamie Dimon und Bill Ackman Trumps Aussetzung der Zölle beeinflusst? appeared first on Invezz