
Die Microsoft‑Aktie ist in einen technischen Bärenmarkt gestürzt, nachdem sie von $550 auf derzeit $372 gefallen ist. Dieser Rückzug fiel mit dem anhaltenden Abverkauf bei Softwarewerten zusammen und mit wachsenden Sorgen über die hohen Investitionsausgaben des Konzerns. Wird die Aktie nun wieder steigen, weil sie zum Schnäppchen geworden ist?
Microsoft‑Aktie stürzte im Zuge von KI‑Disruptions‑Ängsten
Der laufende Kursrückgang bei MSFT fiel zeitgleich mit dem Einbruch anderer Softwareunternehmen wie Adobe, Atlassian, AppLovin und ServiceNow. Anleger fürchten schlicht, dass ihre Geschäftsmodelle durch neue KI‑Tools von Firmen wie Anthropic und OpenAI gestört werden.
Die Microsoft‑Aktie fiel auch, weil es anhaltende Bedenken um Copilot, sein KI‑Tool, gibt. Während Millionen Kunden die kostenlose Version nutzen, ist nur ein kleiner Prozentsatz bereit, dafür zu bezahlen. Stattdessen greifen Kunden zu anderen gängigen Tools wie Claude, Grok und ChatGPT.
Vor allem beunruhigen Investoren die steigenden Investitionsausgaben und die Frage, ob das Unternehmen eine angemessene Rendite auf diese Investitionen erzielen wird.
Microsoft hat im letzten Quartal $37,5 Mrd. an Investitionsausgaben getätigt, ein Anstieg von 66% gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Management plant, dieses Jahr über $100 Mrd. zu investieren. Zwar ist diese Investition positiv zu bewerten, doch Anleger warten nun darauf, welchen zusätzlichen Ertrag sie in den Gewinnen zeigt.
Es gibt Zweifel, dass das Geschäft des Unternehmens an Dynamik verliert. Die jüngsten Zahlen zeigten, dass der Umsatz um 17% auf $81,3 Mrd. stieg, während der Nettogewinn um 60% auf $38,3 Mrd. zunahm. Der Bereich Productivity and Business Processes erwirtschaftete $34,1 Mrd., die Intelligent Cloud $32,9 Mrd.
Wall‑Street‑Analysten erwarten, dass Microsofts Umsatz dieses Jahr um 18% wachsen wird, mit einer Verlangsamung auf 15% im nächsten Geschäftsjahr.
Positiv ist, dass es Hinweise gibt, dass sich das Unternehmen zum Schnäppchen entwickelt hat. So zeigt Seeking‑Alpha‑Daten, dass das Forward‑KGV bei 21 liegt, leicht über dem Durchschnitt des S&P 500‑Index von 20. Das Multiple liegt unter dem Fünf‑Jahres‑Durchschnitt von 33 und unter dem Sektor‑Median von 31.
Microsoft ist auch nach der Rule‑of‑40‑Berechnung günstig bewertet, die das Umsatzwachstum eines Unternehmens und seine Margen berücksichtigt. In diesem Fall liegt die Nettogewinnmarge bei 39% und das Umsatzwachstum bei 16%, was eine Kennzahl von 55% ergibt.
Analysten sind überwiegend bullisch für den MSFT‑Kurs, die Durchschnittsschätzung geht von einem Anstieg um 58% auf $588 aus. Einige der optimistischsten Prognosen stammen von UBS, New Street Research und Bank of America, die $500 als Ziel sehen.
Microsoft‑Chartanalyse deutet auf weitere Verluste vor Erholung hin

MSFT‑Aktienkursdiagramm | Quelle: TradingView
Der Drei‑Tage‑Chart sendet Investoren ein Warnsignal. Er bildete im Juli und Oktober des letzten Jahres ein Doppeltop bei $550. Ein Doppeltop ist ein häufiges bärisches Umkehrsignal in der technischen Analyse.
Die Aktie steht kurz davor, ein Todeskreuz zu bilden, da sich die Differenz zwischen dem 50‑Tage‑ und dem 200‑Tage‑Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt verringert.
Es gibt Anzeichen, dass sich langsam ein invertiertes Cup‑and‑Handle‑Muster herausbildet, das oft zu weiterem Abwärtsdruck führt. Die Aktie befindet sich derzeit im Tassenabschnitt.
Diese Muster deuten darauf hin, dass die Aktie weiter fallen könnte, zunächst bis zur wichtigen Unterstützungszone bei $341. Diese Unterstützung fällt mit dem 61.8%‑Retracement‑Level und dem niedrigsten Schwung im April des Vorjahres zusammen. Ein Unterschreiten dieses Niveaus würde auf weitere Verluste in Richtung des 78.6%‑Retracement‑Levels bei $282 hindeuten.
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