
Der Goldpreis blieb am Montag unter Druck, da Anleger die steigenden Rohölpreise und die bevorstehende Zinsentscheidung der Federal Reserve bewerteten. Er fiel zudem auf $4.330, ein Rückgang um 7,76 % gegenüber seinem Höchststand in diesem Monat, da die US-Renditen weiterhin auf erhöhtem Niveau verbleiben.
Goldpreis fällt, da Rohölkosten Inflationssorgen schüren
Gold fiel am Montag deutlich, da die Energiepreise weiter stiegen. Brent, der globale Referenzwert, sprang auf $108, deutlich angestiegen gegenüber dem Juli-Tief von $70. West Texas Intermediate (WTI) stieg auf $103 und notiert nahe seinem höchsten Stand seit dem 20. Mai.
Die Rohölpreise steigen weiter aufgrund der anhaltenden Krise zwischen den Vereinigten Staaten und Iran. Die beiden Seiten führten letzte Woche Angriffe durch, wobei der Iran weiterhin Öltanker ins Visier nimmt, die die Straße von Hormus passieren wollen.
Gleichzeitig sind vom Iran unterstützte Gruppen im Jemen und im Irak aktiv geworden. Irakische Gruppen haben die Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens angegriffen, was Saudi-Arabien zur Schließung zwang — bemerkenswert, da über 7 Millionen Barrel Öl pro Tag darüber transportiert werden. Die Huthi-Rebellen (früher als Ansar Allah bekannt) haben weite Teile des Jemens eingenommen.
Die stark steigenden Ölpreise wirken sich auf Gold aus. Denn sie bedeuten, dass die US-Inflation auf einem erhöhten Niveau bleiben wird. Am vergangenen Freitag veröffentlichte Daten zeigten, dass sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation über dem Ziel der Fed von 2,0 % blieben. Das bedeutet, dass die Federal Reserve in der kommenden Sitzung am Mittwoch eine Zinserhöhung beschließen wird.
Steigende US-Renditen
Der Goldpreis zog sich auch zurück, da die US-Renditen weiter stiegen. Die Rendite der zehnjährigen Laufzeit sprang auf 4,98 % und versucht, die wichtige Marke von 5 % zu durchbrechen. Ebenso stieg die 30-jährige Rendite auf 5,367 %.
Auch andere globale Renditen, etwa in Ländern wie Kanada, Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich, sind in den vergangenen Monaten gestiegen. Für Gold ist der Renditeanstieg riskant, da es keine Erträge abwirft.
Die globalen Renditen steigen wegen der zunehmenden Staatsverschuldung. Daten zeigen, dass die US-Staatsverschuldung auf über $40 Billionen gestiegen ist und den Aufwärtstrend fortsetzt. Zudem reagieren Staatsanleihen auf den anhaltenden KI-Boom, bei dem Spitzenunternehmen wie Microsoft und Google Milliarden Dollar aufbringen.
Technische Analyse des Goldpreises

Goldpreischart | Quelle: TradingView
Das Tageschart zeigt, dass Gold in den vergangenen Tagen eingebrochen ist. Es ist von einem Hoch von $4.694 am 25. August gefallen, als es ein Doji-Kerzenmuster bildete.
Gold liegt bereits unter dem 50-Tage-Exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA) und dem wichtigen S/R-Pivotpunkt des Murrey-Math-Lines-Indikators. Der Relative-Stärke-Index (RSI) und der MACD fallen weiterhin.
Daher könnte der Goldpreis kurzfristig weiter fallen, da Verkäufer das finale Unterstützungsniveau bei $4.062 anvisieren. Diese Einschätzung würde bestätigt werden, wenn er unter die entscheidende Unterstützung bei $4.283 fällt.
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