Die Gerresheimer-Aktie konnte sich zuletzt von dem Tief mit rund 17 € wieder deutlich erholen. Am Dienstag verliert sie aktuell -5,3% und steht bei 22,80 €. Ist damit das Schlimmste für den Spezialverpackungshersteller überstanden?

Einigung mit Gläubigern erzielt

Banken und größere Anleihegläubiger verlangen regelmäßig die Vorlage von aktuellen Geschäftsberichten. Dieser Verpflichtung kann das Unternehmen nicht nachkommen, da die Wirtschaftsprüfer noch Zeit brauchen. Im März wurde daher die Vorlage des Geschäftsberichtes für 2025 sowie des ersten Quartals verschoben. Bis Juni wird mit einem Abschluss der Berichte gerechnet.

Damit die Kreditlinien nicht gekündigt wurden, fanden Verhandlungen mit den Banken und Anleihegläubigern statt. Hier erfolgte eine Einigung und die Frist bis zur Vorlage wurde auf Ende September verlängert.

Damit sind die größten finanziellen Probleme vorerst beseitigt.

Wolf Lehmann, CFO der Gerresheimer AG, kommentierte das Verhandlungsergebnis so:

Wir freuen uns sehr über die breite Unterstützung durch unsere Kreditgeber. So können wir die im Rahmen unserer Untersuchungen identifizierten Geschäftsvorgänge weiter transparent aufarbeiten und unseren Jahres- und Konzernabschluss 2025 finalisieren.

Verkaufsprozess eingeleitet

Um die finanzielle Situation und die Bilanzstruktur zu verbessern, wurde der Verkaufsprozess für die US-Tochter Centor eingeleitet. Das Interesse an Centor ist groß. Ein Abschluss noch in diesem Geschäftsjahr ist laut Unternehmensangaben möglich.

Der Verkauf sollte kein Problem werden. Das Unternehmen verfolgt damit eine klare Strategie.

Geschäftsentwicklung verläuft normal

Das Unternehmen meldete, dass der Geschäftsverlauf den Erwartungen entspricht. Die Auftragslage wird als solide bezeichnet.

Der Konzern hat keine Probleme mit dem Geschäftsverlauf. Hier dürfte die Auftragseingänge planmäßig abgearbeitet werden und die Kundenzufriedenheit bestehen bleiben.

Die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr werden erst in den veröffentlichten Berichten ersichtlich. Frühestens erfolgt das im Juni.

Was bedeutet das für die Aktie?

Aus meiner Sicht ist das Schlimmste überstanden. Dass die Banken und Anleihegläubiger der Verlängerung der Vorlagefrist zustimmten, zeigt, dass der Konzern finanziell in einer guten Lage ist.

Die Verschiebung ist richtig, wichtig ist eine sorgfältige Aufarbeitung der falschen Bilanzzahlen. Wichtig ist ebenfalls, dass die BaFin zu einem Abschluss ihrer Prüfungen kommt. Der Verkauf der US-Tochter dürfte die finanzielle Situation deutlich verbessern.

Für den mittelfristigen Kursverlauf bin ich optimistisch und sehe weiteres Potenzial. Da es je nach Nachrichtenlage immer wieder zu stärkeren Kursschwankungen kommen kann, sollten vorerst nur risikobewusste Anleger investieren.

Die Analysten bleiben mehrheitlich vorerst zurückhaltend. Jefferies mit 34,10 € und JP Morgan mit 46 € sind sehr optimistisch. Allerdings sind deren Bewertungen schon etwas älter.

Mein Fazit: Der Konzern befindet sich auf einem guten Weg, das sollte mittelfristig zu weiter steigenden Kursen führen.

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ℹ Gerresheimer in Kürze

  • Die Gerresheimer AG (WKN: A0LD6E) stellt Spezialprodukte in den Bereichen Glas und Kunststoff insbesondere für die Pharma- sowie Healthcare-Industrie her und gilt als weltweit führender Schlüssellieferant für diese Branchen. Die Produkte reichen vom Insulin-Pen bis zu Ampullen, aber auch schnöde Parfümflakons gehören zum Portfolio.
  • Der Hauptsitz ist in Düsseldorf, daneben ist der Konzern weltweit mit Standorten in Europa, Asien und Amerika vertreten.
  • Die Aktie ist im SDAX gelistet, die Marktkapitalisierung beträgt aktuell knapp 790 Millionen €.

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