Die Genmab-Aktie kennt seit Wochen kein Halten mehr. Nachdem der Kurs des dänischen Biotech-Unternehmens Anfang Juni auf ein Jahrestief gefallen war, schoss er in den vergangenen vier Monaten um fast +70% nach oben. Die Genmab-Aktie notiert inzwischen auf dem höchsten Stand seit drei Jahren. Was treibt sie so stark nach oben und können Anleger bald mit einem Allzeithoch rechnen?

Sehr wichtige Studienergebnisse

Grund für den Kursgewinn der Genmab-Aktie am gestrigen Montag und am Dienstagmorgen sind gleich zwei sehr positive Studienergebnisse, die das Biotech-Unternehmen zum Wochenbeginn vorstellte.

In der Phase-III-Studie EPCORE DLBCL-2 wurde das Medikament Epcoritamab zusätzlich zur Standardtherapie R-CHOP bei neu diagnostiziertem diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) getestet. Dabei handelt es sich um eine aggressive Form von Blutkrebs.

Die Studie zeigte eine statistisch hochsignifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens. Zudem lag das Sicherheitsprofil im erwarteten Rahmen. Bedeutend sind die Studienresultate deshalb, weil damit erstmals eine bispezifische Antikörperkombination in dieser Therapielinie einen statistisch signifikanten PFS-Vorteil zeigt.

Genmab und sein Partnerunternehmen, der US-Pharmariese AbbVie, wollen nun mit den Zulassungsbehörden weltweit über die nächsten Schritte sprechen. Epcoritamab ist bereits in bestimmten Lymphom-Indikationen in mehr als 65 Ländern zugelassen. Die neue Studie eröffnet nun die Möglichkeit, das Medikament früher im Krankheitsverlauf, also bei neu diagnostizierten Patienten einzusetzen. Ersten Schätzungen zufolge könnte das Spitzenumsatzpotenzial bei rund 1,4 Milliarden US$ liegen.

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Und noch weitere good news

Die zweite gute Nachricht war die Vorstellung der Ergebnisse der Phase-1/2-Studie RAINFOL-01 Teil C für Rinatabart Sesutecan (Rina-S), ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, das auf den Folatrezeptor Alpha (FRα) abzielt. Knapp über 100 intensiv vorbehandelte Patientinnen mit patinresistentem Eierstockkrebs als Probandinnen in der Studie sprachen sehr gut auf den Wirkstoff an.

Die objektive Ansprechrate lag bei 46%. Für diese Patientengruppe ist das in Anbetracht der Tatsache, dass alle Patientinnen bereits Bevacizumab und Taxane erhalten, fast die Hälfte zuvor einen PARP-Inhibitor bekommen, ein Drittel bereits Mirvetuximab erhalten und mehr als die Hälfte drei oder vier vorherige Therapielinien hatten, ein sehr guter Wert. Auch die mediane Ansprechdauer von rund zwölf Monaten ist sehr vielversprechend.

Was hält sie noch auf?

Die Genmab-Aktie befindet sich seit vier Monaten in einer massiven Kursrallye. Heute Morgen durchbrach sie ihr bisheriges 3-Jahreshoch bei 2.510 DKK.

Bei 2.580 DKK erwartet den Biotech-Titel allerdings ein starker Widerstand. Das Momentum der Genmab-Aktie ist allerdings so hoch, dass mit einem Durchbruch zu rechnen ist.

Die Kursfantasie ist nur noch gering

In den letzten Tagen gab es eine Reihe von Kaufempfehlungen von Banken für die Genmab-Aktie, darunter von der Bank of America, Barclays, Jefferies und SEB. Die Kursziele der genannten Banken liegen mit 2.500 bis 2.900 DKK allerdings auf bzw. nur knapp über dem aktuellen Kursniveau des Biotech-Unternehmen. Potenzial sehen selbst die Bullen demnach kaum mehr.

Auch ich sehe nur noch ein leichtes Upside für die Genmab-Aktie. Zu gut ist sie mir in den letzten Monaten bereits gelaufen.

Das Forward-KGV liegt bei ca. 15. Das geht angesichts eines Wachstums von ca. 20% im laufenden und rund 15% im kommenden Jahr in Ordnung. Ob das Wachstum 2027 noch stärker ausfällt, hängt stark von der Late-Stage-Pipeline des Biotech-Unternehmens ab. Dazu zählen vor allem die potenzielle Zulassung von Petosemtamab bei Kolorektalkarzinomen und erweiterte Indikationen für Epkinly (Epcoritamab).

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Die jüngste Kursrallye der Genmab-Aktie hat bereits einen Großteil der Bewertungsfantasie mit neuen Wirkstoffen vorweggenommen. Deshalb sehe ich nur noch ein geringes Upside für den Biotech-Titel und kein neues Allzeithoch in absehbarer Zeit.

Trotzdem ist die Genmab-Aktie auf dem aktuellen Kursniveau nicht überbewertet. Die Dänen besitzen eine vielversprechende Antikörper-Pipeline.

ℹ Genmab in Kürze

  • Genmab (WKN: 565131) ist ein 1999 gegründetes dänisches Biotech-Unternehmen mit Hauptsitz in Valby.
  • Das Unternehmen ist auf die Entwicklung von innovativen Antikörper-Therapien, vor allem zur Behandlung von Krebserkrankungen und schweren Immunerkrankungen, spezialisiert.
  • Die wichtigsten Medikamente von Genmab sind Darzalex (Daratumumab) gegen Multiples Myelom, Kesimpta (Ofatumumab) zur Behandlung von Multipler Sklerose und Epkinly / Tepkinly (Epcoritamab) zur Therapie von Blutkrebsarten. Alle drei Wirkstoffe werden in Partnerschaft mit internationalen Pharmakonzernen vertrieben.
  • Zudem ist Genmab vor allem für seine proprietären, hochmodernen Technologieplattformen bekannt, wie DuoBody und HexaBody, die es dem Immunsystem ermöglichen, Krankheitszellen gezielter anzugreifen.
  • Das Unternehmen notiert an der Börse in Kopenhagen und ist ca. 141 Milliarden DKK wert.

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