General Motors (GM) hat eine erhebliche Verzögerung bei seinen Expansionsplänen für Elektrofahrzeuge (EV) angekündigt, was Auswirkungen auf die ehrgeizigen Produktionsziele des Automobilherstellers hat.

Am Dienstag gab GM bekannt, dass es die Eröffnung seines zweiten US-Werks für Elektro-Lkw in Michigan um sechs Monate verschieben werde.

Die Inbetriebnahme des Werks war ursprünglich für 2025 geplant, nun soll es umgerüstet und bis Mitte 2026 fertig sein.

Diese Verschiebung dürfte GMs Ziel behindern, bis 2025 in Nordamerika eine Produktionskapazität von einer Million Elektrofahrzeugen zu erreichen.

Buicks erstes Elektrofahrzeug verschoben

Zu den Verzögerungen kommt noch hinzu, dass GM die Veröffentlichung des ersten Elektrofahrzeugs von Buick verschoben hat, die ursprünglich für 2024 erwartet worden war.

Die Marke Buick strebt bis 2030 eine vollständige Umstellung auf Elektromobilität an und steht damit im Einklang mit der umfassenderen Strategie von GM, bis 2035 ausschließlich Elektrofahrzeuge für Verbraucher anzubieten.

Der neue Zeitplan für das Elektrofahrzeug von Buick ist jedoch weiterhin nicht konkretisiert, was Unsicherheiten hinsichtlich der Roadmap von GM für Elektrofahrzeuge mit sich bringt.

Unsicherheit um Batteriezellwerke

GMs Pläne für eine zukünftige Batteriezellenfabrik stehen derzeit auf dem Prüfstand. Das Unternehmen hatte zuvor angekündigt, in Partnerschaft mit LG Energy Solution bis 2026 vier milliardenschwere Batteriezellenfabriken in den USA errichten zu wollen.

Derzeit sind zwei Joint-Venture-Anlagen in Ohio und Tennessee in Betrieb. Trotz der Verzögerungen erklärte GM-Chefin Mary Barra, das Unternehmen werde die Zellproduktion weiterhin in einem „sinnvollen Rhythmus“ steigern, obwohl keine konkreten Details genannt wurden.

Im zweiten Quartal 2023 stiegen die Auslieferungen von Elektrofahrzeugen von GM in den USA im Vergleich zum Vorjahr um 40 % und beliefen sich auf insgesamt 21.930 Einheiten. Trotz dieses Wachstums machten Elektrofahrzeuge in diesem Quartal nur 3,2 % des gesamten US-Absatzes von GM aus.

GM-Finanzvorstand Paul Jacobson kündigte Pläne zur Produktionssteigerung an. Ziel sei es, in diesem Jahr 200.000 bis 250.000 vollelektrische Fahrzeuge in Nordamerika zu produzieren. Im ersten Halbjahr wurden rund 75.000 neue Elektrofahrzeuge verkauft.

Rentabilität und Zukunftsaussichten

Jacobson bekräftigte, dass GM davon ausgeht, dass seine Elektrofahrzeuge auf Deckungsbeitragsbasis profitabel werden, sobald die Produktion im vierten Quartal 200.000 Einheiten erreicht. Er räumte jedoch ein, dass die gestiegenen EV-Verkäufe die Gewinne von GM aufgrund der geringeren variablen Gewinne im Vergleich zu herkömmlichen Benzinmodellen senken könnten.

Die Verzögerungen bei GMs Produktionsplänen für Elektrofahrzeuge spiegeln die Herausforderungen wider, vor denen das Unternehmen beim Übergang in eine vollelektrische Zukunft steht.

Die verschobene Fertigstellung des Lkw-Werks und Buicks erstes Elektrofahrzeug unterstreichen die Komplexität der Produktionssteigerung und der Aufrechterhaltung der Profitabilität. GM bleibt seinem langfristigen Ziel treu, Marktführer im Bereich Elektrofahrzeuge zu sein, aber diese Anpassungen deuten auf einen vorsichtigen Umgang mit den Ressourcen und der Erfüllung der Kundennachfrage hin.

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