Die General Motors-Aktie gehörte in den letzten zwölf Monaten mit einem Kursgewinn von über +40% zu den Top-Performern der Automobilindustrie an der Börse. Doch mit einem Minus von über -2% ist der Autotitel am Dienstag einer der großen Verlierer unter den US-Werten. Sorgten die Quartalszahlen des Autobauers für eine Enttäuschung und wie sollten sich Anleger positionieren?
Gute Zahlen
Bei der negativen Kursreaktion der General Motors-Aktie handelt es sich um einen klassischen „Sell-the-news“-Effekt, denn die Zahlen des US-Autobauers fielen operativ hervorragend aus und die Prognose für das Gesamtjahr wurde zum zweiten Mal angehoben.
Der Umsatz von General Motors stieg im abgelaufenen Quartal um 1,9% auf 47,1 Milliarden US$ und übertraf damit leicht die Schätzungen der Analysten, die von Erlösen in Höhe von 46,5 bis 46,8 Milliarden US$ ausgingen. Besonders das Kerngeschäft in den USA lief gut. Hohe Verkaufszahlen bei lukrativen Pickups und SUVs bildeten das Rückgrat des Erfolgs.
Ein noch stärkerer Earnings Beat gelang GM beim bereinigten Gewinn je Aktie. Er lag mit 3,57 US$ deutlich über der Konsensschätzung der Wall Street von rund 3,15 US$. Auch das operative Ergebnis konnte der Autokonzern um fast 30% gegenüber dem Vorjahr auf 3,94 Milliarden US$ steigern. Die EBIT-Marge lag damit bei ausgezeichneten 8,2%.
Und nicht zuletzt lieferte General Motors auch einen beeindruckenden Cashflow im abgelaufenen Vierteljahr. Der Free Cashflow schoss von 2,83 Milliarden US$ im Vorjahreszeitraum auf 5,03 Milliarden US$ hoch.
Angesichts der starken Performance im letzten Quartal hob das GM-Management die Prognose für das Gesamtjahr 2026 an. Beim bereinigten EBIT geht der Autokonzern nun von einer Spanne von 14 bis 16 Milliarden US$ aus (statt bislang 13,5 bis 15,5 Milliarden US$). Die Prognose für den verwässerten Gewinn je Aktie wurde um 0,50 US$ auf 12,0 bis 14,0 US$ angehoben. Und beim Free Cashflow geht General Motors von zusätzlichen 500 Millionen US$ aus.
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Aber ein paar Haare in der Suppe
Aber bei all den guten Neuigkeiten gab es bei General Motors auch ein paar Haare in der Suppe. Obwohl das bereinigte operative Ergebnis und die bereinigten EPS angehoben wurden, musste GM die Prognose für den unbereinigten IFRS-Nettogewinn auf 8,4 bis 9,8 Milliarden US$ nach unten korrigieren (zuvor waren es 9,9 bis 11,4 Milliarden US$). Grund hierfür sind Sonderbelastungen und Abschreibungen im Zuge des verlangsamten Elektro-Expansionskurses. Die kumulierten Restrukturierungs- und Sonderkosten im EV-Bereich belaufen sich mittlerweile auf fast 11 Milliarden US$.
Zudem gab es bei den Absatzzahlen einen Dämpfer. Die Verkaufszahlen in den USA gingen im letzten Quartal um ca. 4% gegenüber dem Vorjahr auf rund 715.000 Fahrzeuge zurück. Während teurere und margenstarke SUVs und Pickups Umsatz und Ergebnis retteten, sorgte das rückläufige Gesamtvolumen für Sorgen hinsichtlich des zukünftigen Wachstums und der Sättigung des US-Automarkts.
Weiter seitwärts
Die General Motors-Aktie steckt seit über einem halben Jahr in einem Seitwärtstrend fest und pendelt zwischen 73 und 85 US$ auf und ab. Ich gehe davon aus, dass die Quartalszahlen zu unspektakulär sind, um einen Ausbruch aus diesem Kurskorridor zu verursachen. Anleger müssen sich vorerst auf eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung einstellen.
Eine der wenigen empfehlenswerten Autoaktien
Ich stehe Autoaktien generell sehr skeptisch gegenüber. Der globale Automarkt ist von einer extrem hohen Wettbewerbsintensität geprägt, die die Margen der Autobauer massiv unter Druck setzt. Zudem sorgt die Transformation zur Elektromobilität für signifikante Zusatzinvestitionen, die die Cashflows der Autokonzern belasten.
Die General Motors-Aktie ist einer der wenigen Autotitel, die ich zum Kauf empfehle. GM schafft meiner Meinung nach als einer der wenigen Autohersteller bislang ganz gut den Spagat zwischen Geldverdienen mit Verbrennungsmotoren und Zukunftsinvestitionen in Elektroautos. Die operative Marge der Amerikaner dürfte die deutschen Hersteller neidisch machen.
Hinzu kommt die vorteilhafte geographische Positionierung des Autokonzerns. Der US-Markt ist derzeit einer der letzten Märkte, auf dem Autobauer noch ganz gutes Geld verdienen können. Durch die Marktführerschaft in den USA kommt General Motors auf höhere Margen als die meisten anderen Massenhersteller.
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Für mich ist die General Motors-Aktie trotz des heutigen Kursrückgangs einen Kauf wert. Mit einem Forward-KGV von 6 hat sie angesichts der guten Margenentwicklung eine attraktive Bewertung. Als einer der wenigen Autohersteller der Welt dürfte GM außerdem von höheren Autozölle in den USA profitieren.
General Motors in Kürze
- General Motors, kurz GM, (WKN: A1C9CM) ist der größte amerikanische Automobilhersteller und vertreibt die Marken Chevrolet, Buick, GMC, Cadillac, Baojun und Wuling.
- Neben dem Hauptsitz in Detroit unterhält der Konzern weltweit Produktionsstätten.
- Aktuell beträgt die Marktkapitalisierung rund 68 Milliarden US$.
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