Geldwäsche-Mythos – Platinanalyse – US-Aktienmarkt auf Allzeithoch

Der Kauf von Münzen und Barren gegen Bargeld (Tafelgeschäft) wird ab dem kommenden Jahr deutlich schwerer werden. Nach dem neuen Geldwäschegesetz wird der Kauf von Edelmetallen im Wert von 2.000 Euro oder mehr nur noch gegen eine Identitätsfeststellung möglich sein, so der Beschluss der Großen Koalition von CDU und SPD.

Die Begründung, dass man durch diesen Schritt Geldwäsche eindämmen will, ist absurder hanebüchener Unsinn. Während alle Parteien diesen massiven Einschnitt in die Freiheitsrechte der Menschen abnickten, hatte zumindest der FDP-Abgeordnete Frank Schäffler hierzu eine Anfrage an die Bundesregierung gestellt. Aus der Antwort des Finanzministeriums ging hervor, dass es vergangenes Jahr insgesamt nur 175 und im Jahr 2017 lächerliche 64 Verdachtsmeldungen mit einem Bezug zu Edelmetallen gab.

Von den für beide Jahre zusammengerechnet 239 möglichen Geldwäschefällen, bei denen Edelmetalle eine Rolle spielten, lag der entsprechende Betrag in nur vier Fällen unter der bereits gültigen 10.000-Euro-Schwelle. Über diesem Betrag kann schon jetzt niemand Gold anonym kaufen und die Personalien müssen aufgenommen werden. Bei nur zwei dieser Fälle ist nach gegenwärtigem Stand davon auszugehen, dass ein gezieltes Unterschreiten der 10.000 Euro Schwelle vorliegen könnte, wobei nur in einem der beiden Fälle zugleich festgestellt wurde, dass auch ein Bezug zu einem Geldwäschevorhaben bestehen könnte! Frank Schäffler reagierte entsprechend: „Wenn lediglich wegen vier konkreten Fällen die Regierung die Schwelle für Tafelgeschäfte absenkt, dann zeigt das die ganze Absurdität der Verschärfung.“

Weil also möglicherweise ein einziger Handwerker oder eine Putzfrau in Deutschland zur Altersvorsorge Edelmetalle mit nicht ordnungsgemäß versteuertem Geld gekauft hat, wird das Geldwäschegesetz in Deutschland weit über die Forderungen der EU-Geldwäscherichtlinie hinaus für alle Menschen verschärft, die Freiheitsrechte eingeschränkt und der anonyme Edelmetallkauf mit der Herabsetzung der Grenze auf 2.000€ praktisch verboten. Gleichzeitig schafft man ein Bürokratiemonster, dass dem Steuerzahler Hunderte Millionen an Steuergeldern und den Unternehmen womöglich Milliarden kosten wird, um die Aufsichtsvorgaben zu erfüllen. All das Geld und die Arbeitskraft, die sinnlos aus dem Fenster geworfen wird, schafft nur eines – weitere Arbeitslosigkeit und Armut in Deutschland!

Doch es wird noch absurder. Wer mindestens über den deutschen Durchschnitts-IQ verfügt und nur einen Moment über den Vorgang der Geldwäsche nachdenkt, dem wird schnell bewusst, dass sich über den Kauf von Edelmetallen überhaupt keine Geldwäsche betreiben lässt, was auch erklärt, warum es kaum Verdachtsfälle und praktisch keinen einzigen belegbaren Fall in den letzten beiden Jahren gibt. Man kann mit der Dönerbude sowie dem Wasch- oder Friseursalon Geldwäsche betreiben, jedoch nicht durch den Tausch von Bargeld in eine andere Währung wie Dollar, Franken oder Gold. Wenn Sie 1.000€ aus ehrlicher Arbeit nicht versteuert haben und in Dollar tauschen, haben Sie immer noch 1.000€ in Dollar und nichts ist gewaschen. Dass trotzdem praktisch alle Parlamentarier in Berlin diese unwahre Behauptung gebetsmühlenartig wiederholen, sagt viel über deren kognitive Fähigkeiten bzw. deren charakterliche Eignung aus.

Das neue Geldwäschegesetz wird auch auf den Kauf von Immobilien ausgeweitet und weitere Berufsgruppen. In der ersten Beratung des Bundestages am 18. Oktober sagte Fabio de Masi von der Partei die Linke, dass es „absurd wäre, wenn man Immobilien mit einem Koffer voll Geld kaufen könne“, was jedoch gängige Praxis seit Jahrtausenden ist. De Masi geht es lediglich um den weitergehenden Steuerraub, was klar wurde, nachdem er ein weiteres „Instrument der Vermögensabschöpfung“ forderte, denn „wer über den Kudamm mit seinem Ferrari rase, der solle auch nachweisen, dass er dieses Auto mit legalen Mitteln erworben habe“, ansonsten müsse das Fahrzeug vom Staat enteignet (geraubt) werden, so De Masi.

Die Behauptung, es ginge bei der Verschärfung des Geldwäschegesetzes um die Bekämpfung von Korruption, Steuerflucht, Menschen-, Drogen- und Waffenhandel, sowie die Finanzierung von Terrorismus ist ebenso absurd, da sich bis auf die Steuerflucht nichts davon durch das Geldwäschegesetz bekämpfen lässt. Nebst den Edelmetallen sind Kryptowährungen und Immobilien wieder in den Fokus der Kleptokraten geraten und auch Lohnsteuerhilfevereine sollen in den Kreis der potenziellen Helfer für Geldwäsche aufgenommen werden. Auch Immobilienmakler und Kunsthändler werden künftig verpflichtet eine Risikoanalyse durchzuführen, selbst dann, wenn der Betrag unbar über Konten transferiert wird.

Sepp Müller von der CDU offenbarte in seiner Rede eine weitere Absicht der zunehmend totalitären Berliner Regierung, die in der Kontrolle der Opposition und des Bürgers liegt: „Wir trocknen die Finanzströme für Linke, Rechte und religiöse Extremisten aus. Wir werden Kryptowährungen mit in den Fokus nehmen, egal ob in Euro, Dollar, Bitcoins oder Libra.“

Abschließend lässt sich sagen, dass die Absurdität dieser Verschärfung des Geldwäschegesetzes kaum in Worte zu fassen ist. Die Wahrheit ist, dass es hierbei um den Kampf gegen Alternativen zum staatlichen Geldmonopol geht, das Auspressen des letzten noch nicht geraubten Steuergroschens, die Abschaffung des Bargeldes, die Kontrolle aller Zahlungsströme und darüber hinaus die Kontrolle jeglicher Opposition in Deutschland. Deshalb will man künftig auch den Sparkassen und anderen Banken verbieten Bitcoins und andere digitale Währungen zu verwahren oder damit zu handeln, was letztlich nur dazu führen wird, dass der Fortschritt in Deutschland Halt machen, die Wettbewerbsfähigkeit abnehmen und damit letztlich der Wohlstand in andere Länder wandern wird.

Hawkische Zinssenkung der FED – Goldpreis hält sich stark

Die US-Notenbank (FED) hatte am Mittwochabend den Leitzins zum dritten Mal in den letzten vier Monaten um 25 Basispunkte auf 1,75% gesenkt. Die Markterwartung für diesen Schritt lag zuletzt bei 99% und immer dann, wenn sich die Märkte derart einig waren, hatte die FED auch immer geliefert. Powell sagte, dass die Zinsen auf diesem Niveau pausiert werden sollen.

Damit ist ein weiterer Zinsschritt zur Notenbanksitzung am 11. Dezember unwahrscheinlich geworden und selbst bis zu den US-Wahlen Mitte 2020 ist dies nun fraglich. Die US-Notenbank behauptet die Zinsen gesenkt zu haben, um den Risiken der schwächelnden Weltwirtschaft und dem Handelskrieg der USA mit China zu begegnen. Jetzt sei man der Meinung, dass die Zinsschritte und die Eingriffe am Repo-Markt ausreichen würden, damit die US-Wirtschaft wachsen könne. Die weitere Entwicklungen will man genau beobachten und ggf. den geplanten Pfad anpassen, wenn sich die Lage ändern sollte. Obwohl ein starker Arbeitsmarkt und starker Konsum erwartet wird, wobei man schwachen Investitionen erkannte, lässt man die Tür für weitere monetäre Lockerungen offen.

Die US-Notenbank senkte zum dritten Mal den Leitzins auf 1,75%

Wegen der Liquiditätskrise am Repo-Markt hatte die FED kurzfristig fast 300 Mrd. Dollar in die Märkte gepumpt, was letztlich das Vertrauen in den Dollar unterminieren und Inflation erzeugen wird. Steigende Zinsen werden die Folge sein, was das Platzen der Blase am Anleihenmarkt nach sich ziehen muss. Selbst das hatte Powell indirekt in seiner Rede am Mittwoch thematisiert, als er steigende Inflationsraten und steigende Zinsen voraussah und klarstellte, dass man erst bei einem signifikanten Anstieg der Teuerungsrate über Zinsanhebungen nachdenken würde. Damit meint er, dass die offizielle Inflationsrate erst sehr stark, womöglich deutlich über 5% ansteigen müsse, bevor man überhaupt über Zinsanhebungen nachdenken würde. Diese Aussage zeigt, dass die US-Notenbank ganz genau weiß, wohin die Reise gehen und die Stagflation das wirtschafts- und geldpolitische Umfeld der nächsten Dekade sein wird.

Der Aktienmarkt vernichtete am Donnerstag seine Gewinne kurzzeitig, die aus der Zinssenkung entstanden, nachdem Bloomberg berichtete, dass China an einem langfristigen Handelsdeal mit Präsident Trump zweifeln würde. Nur ein Tag nachdem die Zinssenkung die Aktienmärkte auf ein neues Allzeithoch hievten, hatte diese Meldung wieder zu einer Flucht in sichere Häfen geführt. Der Aktienmarkt gab seine Gewinne wieder ab und der Dollar fiel, während Gold, Anleihen und der Yen gesucht waren und stiegen. Die Chinesen äußersten ihre Besorgnis aufgrund Trumps impulsiver Natur und dem Risiko, dass er selbst bei einem begrenzten Handelsdeal, den man in den kommenden Wochen unterzeichnen wolle, einen Rückzieher machen könnte.

Eine Stunde vor dieser Bloomberg Meldung hatten die Chinesen jedoch bekanntgegeben, dass die Verhandlungen gut voranschreiten und die Teams eng zusammenarbeiten würden. Reuters hatte berichtet, dass Beijing die Zölle auf US-Agrargüter lockern könnten, sodass der Weg für Käufe in Höhe von 50 Mrd. Dollar frei werden würden. Bloomberg und Reuters widersprachen sich in ihren Aussagen und letztlich genügt ein erneuter Tweet des US-Präsidenten in den kommenden Wochen, um die Richtung für die Märkte vorzugeben. Da Trump vor den Wahlen haussierende Aktienmärkte und positive Wirtschaftsdaten benötigt, kann man sich sicher sein, dass er sich hier selbst kein Bein stellen und die Tweets entsprechend positiv sein werden.

Der US-Aktienmarkt erreichte ein neues Allzeithoch

Am Freitag kamen die US-Arbeitsmarktdaten für den Oktober heraus, die mit 128.000 neu geschaffener Stellen außerhalb der Landwirtschaft über den Erwartungen lagen, was den Aktienmarkt nach oben hievte und den Goldpreis auf 1.504$ leicht korrigieren ließ. Kurze Zeit später erholte sich der Goldpreis bereits wieder und mit einem schlechter als erwarteten ISM-Einkaufsmanagerindex zeigte der Aktienmarkt kurz Schwäche. Letztlich wogen die guten Arbeitsmarktdaten und die Zinssenkung in den USA mit einem positiven Ausblick auf die US-Wirtschaft schwerer, sodass die US-Aktienindizes mit neuen Allzeithochs ins Wochenende gingen. Dies bremste die Erholung des Goldpreises aus, wobei alle Edelmetalle Stärke zeigten.

Niedrigere Zinsen, QE-Programme der FED und der EZB treiben nicht nur die Aktienmärkte, sondern auch den Goldpreis nach oben, was normal in einer Stagflation ist. In diesem Umfeld gibt es wenig Korrekturpotenzial für die Edelmetalle sowie die Aktienmärkte, die sich in den kommenden Monaten weiter auf hohem Niveau halten werden. Einen Crash am Aktienmarkt halten wir aufgrund der geldpolitischen Eingriffe für sehr unwahrscheinlich. Bis zu den US-Wahlen Mitte nächsten Jahres könnte hingegen noch einmal ein positives Konjunkturumfeld gezeichnet werden, was zu einer leichten begrenzten Korrektur der Edelmetallpreise führen könnte. In der zweiten Jahreshälfte des nächsten Jahres erwarten wir nach den US-Wahlen jedoch einen deutlichen Anstieg des Goldpreises über den langfristigen Widerstand bei 1.550$ aufgrund zunehmender Spannungen in Wirtschaft und Politik.

Aufgrund der neuerlichen QE-Programme hält sich der Goldpreis bis dato noch auf hohem Niveau
Vortrag von Markus Blaschzok am 9.11.2019 in München auf der internationalen Edelmetall- und Rohstoffmesse

Technische Analyse: Platin noch volatil nach Bruch des Abwärtstrends

Terminmarkt: Relative Schwäche durch Überangebot am physischen Markt

Zur Vorwoche und zum Vormonat zeigt sich deutliche relative Schwäche und damit genau das Gegenteil zum Terminmarkt für Palladium. Dies liegt an einem seit vielen Jahren persistenten Überangebot am Platinmarkt, das im Augenblick noch stärkere Anstiege verhindert. Solange dieses Überangebot am physischen Markt anhält, solange wird sich weiterhin relative Schwäche am Terminmarkt zeigen und der Platinpreis am Boden kleben. Platin dürfte in den kommenden Wochen mindestens noch einmal das Ausbruchsniveau bei 880$ anlaufen, bevor der Preis danach wieder ansteigen kann.

Der Terminmarkt zeigt immer noch eine deutliche spekulative Übertreibung an
Die einfache Darstellung zeigt, dass sich die Position der Spekulanten im roten Bereich befindet

Weitere CoT-Charts zu insgesamt 37 Futures finden Sie wöchentlich aktualisiert auf http://www.blaschzokresearch.de/research/cot-daten/

Platin: Abwärtstrend gebrochen – Bodenbildung noch nicht abgeschlossen

Der langfristige Abwärtstrend beim Platin wurde in den vergangenen Wochen gebrochen, was ein sehr bullisches charttechnisches Kaufsignal auf langfristige Sicht darstellt. Der Boden um den Bereich von 800$ scheint drinnen zu sein, wobei es ein neuer Aufwärtstrend durch das Überangebot am physischen Markt schwer haben dürfte. Lediglich die langfristige spekulative Investmentnachfrage hatte zuletzt den Preis über den Abwärtstrend getrieben, die zuletzt jedoch wieder abebbte, nachdem die Rallye am Goldmarkt ins Stocken geriet.

Langfristig ist Platin jedoch historisch günstig und ein starker Anstieg in den kommenden zehn Jahren ist durchaus wahrscheinlich. Je teurer das Palladium wird, desto mehr industrielle Abnehmer werden von Palladium zu Platin wechseln, was letztlich irgendwann zu einem Defizit am Platinmarkt mit entsprechenden Preisanstiegen führen wird.

Der Abwärtstrend wurde gebrochen, was ein langfristiges Kaufsignal lieferte

Charttechnisch gab es nun einen Rücksetzer an das Ausbruchsniveau, der sofort von Spekulanten gekauft wurde. Die Position am Terminmarkt der Spekulanten explodierte dabei jedoch, was die Nachhaltigkeit des Anstiegs stark infrage stellt. Es ist daher wahrscheinlich, dass es zu einem erneuten Test der Unterstützung bei 880$ kommen wird. Insbesondere dann, wenn der Goldpreis auch noch einmal korrigieren sollte in den kommenden Wochen, dann wäre eine umso stärkere Preiskorrektur bei Platin zu erwarten. Langfristig sind wir sehr bullisch für Platin, doch kurzfristig dürfte der Preis noch sehr volatil bleiben.

Der letzte Preisanstieg wurde von Schwäche begleitet, weshalb ein letzter finaler Rücksetzer noch möglich ist.
[Miningscout]

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