
Die Aktien von GE Aerospace fielen am Dienstag, obwohl das Unternehmen stärkere als erwartete Ergebnisse für das erste Quartal meldete, angetrieben von robuster Nachfrage im zivilen Luftfahrtbereich und bei Militärtechnologien. Steigende Treibstoffkosten und geopolitische Spannungen trübten jedoch den Ausblick.
Das Unternehmen meldete einen bereinigten Gewinn je Aktie von $1.86, damit übertraf es die Analystenerwartungen von $1.60, so FactSet.
Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 25 % auf $12.39 Milliarden, während die Gesamtaufträge um 87 % auf $23 Milliarden zulegten.
Der Nettogewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen belief sich auf $1.93 Milliarden und lag damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.
Trotz des starken Jahresbeginns warnte GE, dass erhöhte Rohölpreise, eingeschränkte Treibstoffverfügbarkeit und eine Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums die Entwicklung in den kommenden Quartalen belasten könnten.
Das Unternehmen senkte seine Prognose für weltweite Flugbewegungen und erwartet nun, dass diese 2026 entweder auf dem Vorjahresniveau bleiben oder nur im unteren einstelligen Bereich wachsen, statt der zuvor erwarteten Wachstumsraten im mittleren einstelligen Bereich.
Für den Nahen Osten werden die Abflüge nun voraussichtlich im unteren zweistelligen Bereich zurückgehen.
Diese Bedenken sorgten dafür, dass die GE-Aktie im frühen Handel um etwa 4 % nachgab, da Anleger auf den gedämpften Ausblick reagierten.
Nachfrage im zivilen Luftfahrt- und Verteidigungssektor treibt Wachstum
Das Wachstum wurde vom Geschäft für zivile Triebwerke und Services von GE angeführt: Der bereinigte Umsatz stieg um 34 % und die Aufträge zogen um 93 % an, was die starke weltweite Nachfrage nach Flugreisen widerspiegelt.
Auch das Segment für Verteidigungs- und Antriebstechnologien zeigte sich robust, mit einem Auftragsplus von 67 % vor dem Hintergrund erhöhter Militärausgaben.
Geopolitische Spannungen, einschließlich des andauernden Konflikts im Nahen Osten, haben die Nachfrage nach Verteidigungsausrüstung erhöht.
Ein kürzlich vorgelegter Haushaltsentwurf von Donald Trump sah $1.5 Billionen an Verteidigungsausgaben für das Haushaltsjahr 2027 vor, darunter $350 Milliarden für kritische Munition, was Unternehmen wie GE, die Antriebssysteme fertigen, zugutekommen könnte.
Luftverkehrsnachfrage bleibt robust
CEO Larry Culp hatte zuvor die starke Nachfrage nach Reisen als einen zentralen Wachstumstreiber des Geschäfts hervorgehoben.
Obwohl Fluggesellschaften die Ticketpreise als Reaktion auf höhere Treibstoffkosten erhöht haben, blieb die Nachfrage bislang stabil.
Delta Air Lines erklärte kürzlich, dass die Buchungen sowohl im Geschäfts- als auch im Freizeitsektor stark bleiben, was darauf hindeutet, dass Verbraucher trotz höherer Tarife weiterhin Reisen priorisieren.
Analysten sehen ebenfalls nur begrenzte unmittelbare Risiken für GEs Kerngeschäft.
Ken Herbert von RBC schrieb in einem Vorabbericht, dass die kurzfristigen Auswirkungen von Reiseunterbrechungen im Nahen Osten auf GEs Geschäft mit kommerziellen Services wahrscheinlich moderat ausfallen dürften.
Ausblick beibehalten, da sich die Performance verbessert
GE bestätigte seine Jahresprognose und erwartet bereinigte Gewinne von $7.10 bis $7.40 je Aktie sowie ein operatives Ergebnis von $9.85 Milliarden bis $10.25 Milliarden.
Das Unternehmen erklärte, die Ergebnislage im ersten Quartal bringe es auf Kurs zum oberen Ende dieser Spannen.
Für 2026 erwartet GE weiterhin ein Umsatzwachstum im unteren zweistelligen Bereich, gestützt durch anhaltende Nachfrage in seinen Geschäftsbereichen für zivile Luftfahrt und Verteidigung.
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