Was zunächst noch wie ein kurioses Gerücht wirkte, ist nun Realität geworden: Der US-Videospielhändler GameStop hat ein konkretes Übernahmeangebot für die Handelsplattform eBay vorgelegt. Bereits Samstag berichteten wir über mögliche Ambitionen – nun folgt der Paukenschlag. Rund 56 Milliarden US-Dollar bietet GameStop für den Online-Marktplatz und hebt damit die Diskussion auf eine völlig neue Ebene.
Konkreter Preis: 125 Dollar je Aktie
Im Zentrum des Angebots steht ein Preis von 125 US-Dollar pro eBay-Aktie. Das entspricht einem deutlichen Aufschlag auf den zuletzt gehandelten Kurs von circa 104 US-Dollar und bewertet eBay insgesamt mit etwa 55 bis 56 Milliarden Dollar. Die Offerte soll sowohl in bar als auch in Aktien erfolgen – ein klassischer Mix bei Großübernahmen, der jedoch angesichts der Größenverhältnisse besonders ambitioniert wirkt.
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Ein ungleicher Kampf der Größenordnungen
Die Dimension des Deals sorgt vor allem deshalb für Aufsehen, weil GameStop selbst deutlich kleiner ist als das Übernahmeziel. Während eBay zu den etablierten Schwergewichten im globalen E-Commerce zählt, ist GameStop trotz seiner Bekanntheit wirtschaftlich wesentlich schwächer aufgestellt. Dass ein vergleichsweise kleiner Player versucht, einen Branchenriesen zu übernehmen, ist selten – und erklärt die Einordnung als möglicher „absurdester Deal des Jahrzehnts“.
Strategische Vision: Angriff auf Amazon
Hinter dem Vorstoß steht die Vision von GameStop-CEO Ryan Cohen, der beide Unternehmen zu einem ernsthaften Konkurrenten für Amazon formen will. Die Idee: eBays digitale Marktplatzstärke trifft auf GameStops physische Infrastruktur. Filialen könnten als Logistikzentren oder Showrooms dienen, während gleichzeitig neue Formen des Live- und Community-Commerce entstehen. Synergien werden in Milliardenhöhe erwartet.
Finanzierung als größte Hürde
So ambitioniert die Pläne sind, so groß sind die Fragezeichen bei der Finanzierung. Zwar hat sich GameStop bereits milliardenschwere Kreditlinien gesichert, doch ein erheblicher Teil der Kaufsumme ist noch nicht final gedeckt. Ohne zusätzliche Investoren oder Kapitalmaßnahmen dürfte der Deal schwer umzusetzen sein. Genau hier sehen viele Analysten das größte Risiko.
Druckmittel: Feindliche Übernahme möglich
Sollte das Management von eBay das Angebot ablehnen, könnte GameStop einen aggressiveren Kurs einschlagen. Denkbar ist ein direkter Gang zu den Aktionären – ein klassisches Szenario für eine feindliche Übernahme. Damit würde der Konflikt zwischen Käufer und Zielunternehmen weiter eskalieren.
eBay im Wandel – ein attraktives Ziel
Für GameStop ist eBay nicht irgendein Ziel. Der Marktplatz befindet sich mitten in einem strategischen Umbau und fokussiert sich zunehmend auf margenstarke Nischen wie Sammlerstücke, Second-Hand-Mode und spezialisierte Kategorien. Genau hier ergeben sich Überschneidungen mit GameStops eigener Community- und Sammlerbasis.
Offenes Ende eines spektakulären Deals
Ob die Übernahme tatsächlich gelingt, bleibt offen. Neben finanziellen Hürden spielen auch regulatorische Fragen und die Zustimmung der Aktionäre eine entscheidende Rolle. Klar ist jedoch schon jetzt: Der Vorstoß von GameStop ist ein Signal für eine mögliche Neuordnung im E-Commerce – und für die wachsende Bereitschaft selbst kleinerer Akteure, die größten Namen der Branche herauszufordern.
Die Börse tut sich derzeit schwer, von einem Zustandekommen einer Übernahme auszugehen: Die eBay-Aktie handelt vorbörslich bei 112-113 US-Dollar und damit deutlich unterhalb des ersten offiziellen Übernahmeangebots. Die GameStop-Aktie gibt aktuell leicht nach, war aber bereits am Freitag kräftig gestiegen.
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