Die Aktien von GameStop fielen am Montag um über 10% , da Investoren vorsichtig auf den gewagten Vorschlag des Unternehmens reagierten, eBay in einem Deal im Wert von $55.5 billion zu übernehmen.

Der Rückgang der GameStop-Aktie stand im Kontrast zu Gewinnen bei eBay-Aktien, was die Skepsis des Marktes gegenüber der Machbarkeit der Transaktion und der finanziellen Konstruktion widerspiegelt, die erforderlich wäre, damit ein Unternehmen von GameStops Größe ein etwa viermal größeres Unternehmen übernehmen kann.

GameStop, derzeit mit rund $11 billion bewertet, strebt an, eBay zu übernehmen, das eine Marktkapitalisierung von etwa $46 billion hat, durch eine Mischung aus 50% cash und 50% stock.

Fragen zur Struktur und Bewertung des Deals

Analysten haben Bedenken hinsichtlich der Struktur des vorgeschlagenen Deals geäußert, insbesondere wegen der starken Gewichtung von Aktien.

Die Deutsche Bank wies darauf hin, dass die Einbeziehung eines bedeutenden Aktienanteils für eBay-Aktionäre unattraktiv sein könnte, insbesondere angesichts der relativen Größe und Stabilität von eBays Geschäft.

„Wir vermuten, dass die Aktienmischung im Deal für eBay-Aktionäre weniger attraktiv wäre,“ schrieben Analysten und fügten hinzu, dass Integrationsrisiken und unklare Kostensynergien den Vorschlag weiter verkomplizieren könnten.

Baird-Analyst Colin Sebastian äußerte ebenfalls Zweifel an der Wahrscheinlichkeit, dass der Deal zustande kommt, und bewertete die Erfolgsaussichten als gering.

Er schätzte, dass GameStop mehr als 1 billion neue Aktien ausgeben müsste, um die Übernahme zu finanzieren, was bestehende Aktionäre möglicherweise nur noch mit 25% bis 30% Eigentumsanteil am kombinierten Unternehmen belassen würde.

Eine solche Verwässerung könnte das Anlegervertrauen stark belasten, zumal GameStops jüngste Gewinne teilweise durch die Begeisterung privater Anleger und nicht durch konstante operative Leistung gestützt wurden.

Cohen skizziert strategische Vision

GameStop-Chef Ryan Cohen hat den Vorschlag verteidigt und argumentiert, dass eine Kombination der beiden Unternehmen Effizienzen freisetzen und Wachstum vorantreiben könne.

In Interviews sagte Cohen, eBay habe Raum, seine operative Leistung und Profitabilität zu verbessern.

„When a business is not growing users and spending $2.5 billion in sales and marketing, there’s a lot of fat to cut,“ sagte er in einem Interview mit CNBC und fügte hinzu, dass eBay seine Gewinne in kurzer Zeit verdoppeln könne.

„If I was running the business it would be making a lot more money,“ sagt er.

Cohen hat vorgeschlagen, GameStops Netzwerk physischer Geschäfte als Hubs für eBays Authentifizierungs- und Fulfillment-Dienste zu nutzen, insbesondere in Kategorien wie Sammelobjekten, in denen beide Unternehmen bereits präsent sind.

Er hat außerdem signalisiert, bereit zu sein, einen Proxy-Kampf zu führen, falls eBays Vorstand das Angebot ablehnt, und den Vorschlag direkt an die Aktionäre zu richten.

Allerdings ist die Frist zur Nominierung von Direktorenkandidaten vor eBays bevorstehender Hauptversammlung bereits abgelaufen, was die kurzfristigen Optionen einschränken könnte.

Analysten bezweifeln strategische Passung

Trotz Cohens Zuversicht bleiben Analysten vom strategischen Gedankenhintergrund des Deals unüberzeugt.

„Es gibt offensichtlich einige Überschneidungen in den Segmenten (und wahrscheinlich beim Publikum) zwischen Games, Spielzeug und Sammelobjekten,“ schrieb er in einer Mitteilung an Kunden.

„Das heißt, eBay operiert in einem viel größeren Maßstab mit einem stärker diversifizierten Geschäft.“

Er fügte hinzu, dass nach wie vor unklar sei, welchen Beitrag GameStop leisten könnte, der die Übernahme aus eBays Perspektive rechtfertigen würde.

eBay hat seinerseits vorsichtig reagiert und erklärt, sein Vorstand werde den Vorschlag mit Fokus auf den Shareholder Value prüfen, einschließlich der Tragfähigkeit der Aktienkomponente und GameStops Fähigkeit, ein verbindliches Angebot vorzulegen.

Wachstumspfade driften auseinander

Der vorgeschlagene Übernahmeversuch kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die beiden Unternehmen operativ in unterschiedliche Richtungen entwickeln.

eBay verzeichnet stärkeres Wachstum: Der Umsatz stieg im jüngsten Quartal um 19%, gestützt durch Investitionen in künstliche Intelligenz und strategische Übernahmen wie Depop.

Im Gegensatz dazu sank GameStops Umsatz im gleichen Zeitraum um 14%, was die Herausforderungen im Kerngeschäft Einzelhandel unterstreicht.

Einige Analysten vermuten, dass GameStop auf die Marktstimmung setzt, um den Deal zu stützen; Sebastian bemerkte, dass das kombinierte Unternehmen zu einem „meme multiple“ gehandelt werden könnte, getrieben von der Begeisterung privater Anleger statt von den zugrunde liegenden Fundamentaldaten.

Vorerst zeigt sich der Markt unüberzeugt.

Während der Vorschlag GameStops Ambitionen zur Neuausrichtung unterstreicht, werden Anleger wahrscheinlich klarere Belege verlangen, dass ein derart transformativer Deal nachhaltigen Wert schaffen kann, ohne erhebliche finanzielle Risiken einzugehen.

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