
eBay hat ein unaufgefordertes 56 Mrd. $ Übernahmeangebot von GameStop (GME) abgelehnt, was einen schweren Rückschlag für GameStop‑CEO Ryan Cohen bedeutet und neue Zweifel an der Durchführbarkeit eines der ehrgeizigsten Deals aus der Meme‑Stock‑Ära aufkommen lässt.
Das E‑Commerce‑Unternehmen teilte mit, sein Vorstand habe den Vorschlag einstimmig abgelehnt und verwies auf Unsicherheiten bei der Finanzierung und operative Risiken durch die Zusammenführung beider Geschäftsbereiche.
In einem an Ryan Cohen gerichteten Schreiben schrieb eBay: „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass Ihr Vorschlag weder glaubwürdig noch attraktiv ist.“
Die Ablehnung war an der Wall Street weitgehend erwartet worden, wo Anleger und Analysten Skepsis äußerten, wie GameStop eine Transaktion finanzieren wolle, die mehrere Male größer ist als der eigene Börsenwert.
eBay‑Aktien gaben im vorbörslichen Handel am Dienstag um rund 1 % nach, während GameStop etwa 3 % verlor.
Finanzierungsbedenken prägen die Reaktion
Anfang des Monats hatte GameStop vorgeschlagen, eBay in einem Angebot im Wert von 125 $ pro Aktie in bar und Aktien zu übernehmen.
Bevor das Angebot öffentlich wurde, notierten eBay‑Aktien nahe 104 $, was dem Unternehmen einen Marktwert von etwa 45 Mrd. $ einräumte.
Im Vergleich dazu wird GameStop derzeit mit rund 11 Mrd. $ bewertet.
Ryan Cohen sagte, der Händler habe ein Verpflichtungsschreiben von TD Bank über bis zu 20 Mrd. $ an Fremdfinanzierung gesichert.
Zusammen mit rund 9 Mrd. $ Barmitteln in GameStops Bilanz blieb dem Einzelhändler dennoch eine erhebliche Finanzierungslücke.
Diese Lücke wurde schnell zum Fokus von Analysten und Investoren, von denen viele bezweifelten, dass GameStop realistisch den restlichen Finanzierungsbedarf für den Abschluss der Transaktion sichern könne.
In seinem Ablehnungsschreiben erklärte eBay, es bestehe weiterhin erhebliche Unsicherheit bezüglich der Finanzierungsstruktur und der betrieblichen Integrationsrisiken eines zusammengeschlossenen Unternehmens.
Das Unternehmen fügte hinzu, es sei zuversichtlich in Bezug auf seine derzeitige Managementstrategie und seine Fähigkeit, unabhängig langfristiges Wachstum zu erzielen.
CNBC-Auftritt sorgt für Kritik
Die Skepsis der Investoren verstärkte sich nach Ryan Cohens Auftritt bei CNBC letzte Woche, bei dem er trotz wiederholter Nachfragen der Interviewer nur begrenzte Details zum Finanzierungsplan lieferte.
„Das steht auf unserer Website. Es ist zur Hälfte bar, zur Hälfte in Aktien“, sagte Ryan Cohen im Interview.
Die Antwort verbreitete sich schnell online und wurde Gegenstand von Memes in den sozialen Medien, was die Debatte über die Ernsthaftigkeit des Vorschlags weiter anfachte.
Prognosemärkte spiegelten ebenfalls die abnehmende Zuversicht in Bezug auf den Deal wider.
Bei Polymarket sanken die wahrgenommenen Chancen, dass Ryan Cohen eBay erfolgreich erwirbt, nach dem Interview deutlich und fielen bis Anfang dieser Woche auf etwas über 20 %.
Einige Anhänger von Ryan Cohen argumentierten später, dass nachfolgende Fernsehauftritte polierter und beruhigender gewesen seien, obwohl die Finanzierungsbedenken weiterhin bestünden.
Anhänger der Meme‑Aktie bleiben loyal
Ryan Cohen hat sich seit seiner engen Verbindung mit dem Meme‑Stock‑Handelsfrenzy von 2021, der die GameStop‑Aktie zu außergewöhnlichen Höchstständen trieb, eine große Anhängerschaft unter Privatanlegern aufgebaut.
Nachdem er seine Beteiligung an GameStop während der Covid‑19‑Pandemie aufgebaut hatte, wurde Ryan Cohen zu einer prominenten Figur in Online‑Trading‑Communities, die stark geshortete Aktien unterstützten.
GameStop ernannte ihn 2023 zum Chief Executive Officer, als das Unternehmen versuchte, sich über das traditionelle Videospiel‑Einzelhandelsgeschäft hinaus neu zu positionieren.
Anfang dieses Jahres sagte Ryan Cohen dem Wall Street Journal, er beabsichtige, ein großes börsennotiertes Unternehmen zu erwerben, um GameStop im Rahmen einer Transformation zu einem breiter aufgestellten Unternehmen jenseits von Videospielen und Sammelobjekten umzuwandeln.
Letzte Woche verspottete Ryan Cohen Kritiker des vorgeschlagenen Deals auf der Social‑Media‑Plattform X und scherzte, er habe ein eBay‑Konto angelegt, um persönliche Gegenstände „zur Finanzierung von eBay“ zu verkaufen.
Den Berichten zufolge enthielten die Angebote signierte Baseballkarten, ein Sammelstück, das Präsident Donald Trump bei seiner Vereidigung 2016 zeigt, und sogar ein Paar seiner Socken.
Trotz der Online‑Begeisterung im Zusammenhang mit dem Vorschlag haben die GameStop‑Aktien nun alle durch die Übernahmeankündigung ausgelösten Gewinne wieder eingebüßt, während eBay‑Aktien am Montag bei $108.13 schlossen, deutlich unter dem angebotenen Übernahmepreis.
Das gescheiterte Gebot lässt Investoren nun hinterfragen, ob Ryan Cohen weiterhin eBay verfolgen oder seine Aufmerksamkeit auf ein anderes Übernahmeziel richten wird, während er versucht, GameStops Zukunft neu zu gestalten.
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