Der FTSE-100 hat sich seit seinem Jahreshoch um mehr als 5 % abgeschwächt, da Anleger eine risk-off-Stimmung angesichts des anhaltenden Kriegs im Iran angenommen haben. Er fiel am Donnerstag auf £10,305 und damit um 5,65 % gegenüber dem höchsten Stand dieses Jahres.

Krieg im Iran hat zu einer risk-off-Stimmung geführt 

Der FTSE 100 Index ist eingebrochen, weil der anhaltende Krieg im Iran Anleger zu einer risk-off-Stimmung veranlasst hat.

Diese Risiken nahmen am Donnerstag zu, nachdem der Iran einen Angriff auf eine große Gasanlage im Irak gestartet hatte, als Reaktion auf den Angriff auf seine Gasfelder am Mittwoch. In der Folge stiegen die britischen Gaspreise um über 22 % auf $171. Sie sind diesen Monat um 132 % gestiegen und sorgen für einen spürbaren Druck auf die britische Wirtschaft.

Auch die Rohölpreise setzten ihren Anstieg fort; Brent, der globale Referenzwert, erreichte ein Intraday-Hoch von $115.

Deshalb besteht die Sorge, dass diese Energiepreise die britische Wirtschaft weiter belasten könnten, die sich bereits in einer Stagflation befindet. Die jüngsten Daten zeigten, dass die Inflation im Januar weiterhin über 3 % lag, während der Arbeitsmarkt weiter schwächelt und die Arbeitslosenquote bei 5,2 % verharrt.

Daher besteht die Möglichkeit, dass die Bank of England (BoE) in den kommenden Sitzungen eine sehr restriktive Tonart beibehält. Das erklärt, warum die britischen Anleiherenditen gestiegen sind: Die zehnjährige Rendite kletterte auf 4,735 % von diesem Monats-Tief bei 4,235 %. Einige Analysten in der City erwarten, dass die Bank in diesem Jahr nochmals die Zinsen anhebt.

Die Mehrheit der im FTSE-100 gelisteten Unternehmen hat in den letzten 30 Tagen Verluste verzeichnet. Barratt Redrow, einer der größten Bauunternehmen im Vereinigten Königreich, ist im FTSE 100 der größte Verlierer der letzten 30 Tage und ist in diesem Zeitraum um mehr als 25 % gefallen.

Die Aktie von EasyJet ist um 23 % eingebrochen, da der Krieg die Kerosinpreise in die Höhe trieb und einige Routings gestört hat. Wie andere Airlines sah auch EasyJet sich gezwungen, die Preise zu erhöhen, was die Nachfrage dämpfen könnte. IAG, die Muttergesellschaft von British Airways und Aer Lingus, fiel in diesem Zeitraum ebenfalls um 18 %.

Weitere Schwergewichte mit deutlichen Rückgängen im Index sind Unternehmen wie Diageo, Persimmon, Melrose Industries, Hikma Pharmaceuticals und Reckitt Benckiser, die alle im selben Zeitraum um mehr als 18 % gefallen sind.

Auf der anderen Seite waren Energiewerte die größten Gewinner: BP und Shell stiegen um mehr als 18 %. RELX, Admiral Group, BAE Systems und die London Stock Exchange gehören ebenfalls zu den Top-Gewinnern.

FTSE 100 Index technische Analyse 

Footsie-Index-Chart | Quelle: TradingView 

Der Tageschart zeigt, dass der FTSE 100 Index in den vergangenen Wochen zurückgegangen ist – von einem Hoch von £10,920 im letzten Monat auf aktuell £10,200. Er liegt jetzt unter dem 25-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA).

Der Index hat ein bärisches Flaggenmuster ausgebildet, das aus einer senkrechten Linie und einem horizontalen Kanal besteht. Aktuell bildet sich der Kanalabschnitt.

Der Index hat den Supertrend-Indikator bereits von Grün auf Rot gedreht, während der Relative Strength Index (RSI) und die MACD-Indikatoren weiterhin fallen.

Deshalb ist es wahrscheinlich, dass der Index weiter fällt; das nächste wichtige Ziel ist die psychologische Marke bei £10,000. 

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