
Der FTSE 100 Index gab am Montag um fast 1% nach und folgte damit der Entwicklung anderer globaler Indizes nach der Schließung der Straße von Hormus. Er fiel von der Vorwochen-Spitze von £10,717 auf £10,600.
IAG, EasyJet und Rolls‑Royce führen das Minus an
Unter den größten Verlierern im FTSE 100 fanden sich heute Unternehmen aus der Reisebranche und angrenzenden Bereichen. Rolls‑Royce-Aktien fielen um über 3% auf 1,275p.
Der Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen den Großteil seiner Erlöse aus der Zivilluftfahrt erzielt und Fluggesellschaften Gebühren für jede Flugstunde berechnet. Eine Schwäche in der Zivilluftfahrt wirkt sich daher unmittelbar auf Umsatz und Margen aus.
Zugleich führt der Krieg im Iran zu Herausforderungen in den Lieferketten, was kurzfristig die Margen belasten könnte.
Airlines wie IAG und EasyJet gehörten zu den größten Verlierern und sackten um 2.80% bzw. 3.22% ab. Der Konflikt treibt die Kerosinpreise nach oben, da Rohöl deutlich anzieht. Die West Texas Intermediate (WTI)- und Brent‑Rohölpreise stiegen auf $85 bzw. $95.
Der Krieg trifft auch die Nachfrage, insbesondere auf Strecken im Nahen Osten, wo die Nachfrage in den vergangenen Monaten weitgehend eingebrochen ist.
Britische Hausbauer und Banken im Minus
Neben Unternehmen der Reisebranche gehörten Hausbauer und Banken zu den größten Verlierern.
Vistry Group fiel um 4.35% auf 351p und liegt damit mehr als 52% unter ihrem Höchststand dieses Jahres. Taylor Wimpey sank auf 85p, 25% unter dem Jahreshoch und zählt zu den schwächsten Werten im FTSE 100 in diesem Jahr. Persimmon-Aktien sind im gleichen Zeitraum um über 50% gefallen.
Die britischen Hausbauer leiden unter hohen Zinsen, Margendruck durch steigende Kosten und schwacher Nachfrage nach Wohnimmobilien im Land.
Bankwerte wie Lloyds, NatWest und Barclays gehörten mit Rückgängen von über 2.56% zu den größten Verlierern. Diese Banken notieren nahe ihren Jahreshöchstständen, und Analysten sehen sie als unterbewertet an. Von den vergleichsweise hohen Zinsen im Vereinigten Königreich dürften Banken voraussichtlich profitieren, was das Ergebnis je Aktie (EPS) stärken sollte.
Weitere Verlierer im FTSE 100 waren Bergbauunternehmen wie Antofagasta, Fresnillo und Anglo American, die unter dem Einbruch der Rohstoffpreise litten.
Öl‑ und Gaswerte sowie Einzelhandel legten zu
Auf der anderen Seite gehörten Unternehmen aus der Öl‑ und Gasbranche heute zu den größten Gewinnern, ausgelöst durch die steigenden Rohölpreise. BP stieg um 2.9% und bringt damit seinen Jahresgewinn auf 55%. Shell legte um 2.50% zu.
Diese Unternehmen dürften deutliche Umsatzsteigerungen sehen, da Rohöl von einem Jahres-Tief von $55 auf $95 gestiegen ist.
Centrica, Muttergesellschaft von British Gas, stieg um 2.3%, da höhere Gaspreise Hoffnung auf verbesserte Margen in der nahen Zukunft wecken. Dieser Anstieg hilft, das im Vorjahr verzeichnete schwache Wachstum auszugleichen.
Zu den weiteren Top‑Gewinnern im FTSE 100 zählten unter anderem British American Tobacco, Tesco, Admiral und BT Group.
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