Der FTSE 100 Index zog drei Tage in Folge zurück, da Unternehmen, die vom anhaltenden US‑Iran‑Konflikt betroffen sind, nachgaben, und weil das Vereinigte Königreich einen starken Inflationsbericht veröffentlichte. 

Er fiel außerdem, weil Marktteilnehmer auf die bevorstehenden Unternehmenszahlen aus dem Vereinigten Königreich warteten. Seit seinem Wochenhoch hat er über 2 % eingebüßt.

Britische Inflation dürfte sich verschärfen, solange Waffenstillstand andauert

Der FTSE 100 Index zog zurück, da die Sorgen um die britische Wirtschaft anhielten. Ein am Mittwoch veröffentlichter Bericht zeigte, dass der Gesamt‑Verbraucherpreisindex (CPI) im März dieses Jahres auf 3,3 % anstieg, da Öl-, Gas‑ und Transportkosten sprunghaft zunahmen.

Die erhöhten Inflationszahlen bedeuten, dass es der Bank of England kurzfristig schwerfallen wird, die Leitzinsen zu senken, wie Investoren gehofft hatten. Dies erklärt den Anstieg der Gilt‑Renditen nach Veröffentlichung des Berichts.

Schlimmer noch besteht die Möglichkeit, dass die Inflation weiter steigt, nachdem die USA einen unbegrenzten Waffenstillstand angekündigt hatten, nachdem die Iraner nicht an Gesprächen in Pakistan teilgenommen hatten.

Dieser Waffenstillstand bedeutet, dass die Straße von Hormus kurzfristig weiterhin blockiert bleibt. Trump hat eine Blockade gegen iranische Häfen angekündigt und begonnen, einige Schiffe aufzubringen. Iran hingegen hat diese Woche drei Schiffe beschlagnahmt.

Infolgedessen gehörten Unternehmen mit Exponierung gegenüber der Krise in dieser Woche zu den größten Verlierern. Der Aktienkurs von Rolls‑Royce brach am Mittwoch um mehr als 3,3 % ein, während IAG um 3,4 % nachgab. Beide Unternehmen sind dem Luftfahrtsektor zuzuordnen, der sich wegen des Mangels an Flugbenzin verlangsamen wird.

Weitere große Verlierer im FTSE 100 Index waren Melrose Industries, Reckitt Benckiser und JD Sports. Die Reckitt‑Aktie sank, nachdem das Unternehmen schwache Quartalszahlen veröffentlicht hatte.

Auf der anderen Seite gehörten Öl‑ und Gaswerte zuletzt zu den stärksten Gewinnern, wobei BP und Shell nahe ihren Allzeithochs notierten. Zu den weiteren Top‑Gewinnern zählten Unternehmen wie Glencore, Rio Tinto, Metlen Energy und Antofagasta.

Mit Blick nach vorn dürfte der FTSE 100 Index auf die kommende Ergebniswelle in der nächsten Woche reagieren. BP und Barclays werden die ersten großen Namen sein, die nächste Woche ihre Zahlen veröffentlichen.

Es folgen am Mittwoch Unternehmen wie AstraZeneca, Lloyds Bank, GlaxoSmithKline, Haleon und Endeavor. Standard Chartered und Natwest werden ebenfalls in der nächsten Woche ihre Zahlen vorlegen.

FTSE 100 Index technische Analyse 

FTSE 100

Footsie‑Chart | Quelle: TradingView

Das Tages-Chart zeigt, dass der FTSE 100 Index in den vergangenen Tagen zurückgekommen ist und sich von einem Hoch von £10.687 auf aktuell £10.475 bewegte. Dieser Rücksetzer erfolgte, nachdem sich ein Doppeltop gebildet hatte, ein häufiges bärisches Umkehrsignal.

Positiv ist, dass der Index leicht über dem 50‑Tage‑EMA (Exponentieller gleitender Durchschnitt) geblieben ist. Zudem gibt es Anzeichen dafür, dass sich langsam eine umgekehrte Kopf‑Schulter‑Formation ausbildet.

Daher ist das wahrscheinlichste Szenario, dass der Index in den kommenden Tagen noch fällt und dann den Aufwärtstrend wieder aufnimmt, möglicherweise bis zum Allzeithoch von £10.920.

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