Die Friedrich Vorwerk-Aktie bewegte sich nach ihrem starken Anstieg im vergangenen Jahr zuletzt überwiegend seitwärts. Nachdem das Papier zeitweise bis auf 103 € gestiegen war, pendelte es zuletzt in einer breiten Handelsspanne zwischen 66 und 85 €. Am Freitag verliert die Aktie aktuell rund -1,3% und notiert bei 66,20 €. Damit stellt sich die Frage: Ist der Höhenflug vorbei – oder eröffnet der Rücksetzer neue Einstiegschancen?

Infrastrukturinvestitionen beginnen

Mit dem beschlossenen Infrastruktur-Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden € dürften ab 2026 zahlreiche Großprojekte konkret umgesetzt werden. Bislang standen vor allem Planung und Genehmigungsverfahren im Fokus. Dieser Prozess scheint sich nun zunehmend der Endphase zu nähern.

Deutschland steht vor erheblichen Investitionen in seine Energie- und Versorgungsinfrastruktur. Benötigt werden unter anderem leistungsfähige Stromtrassen, moderne Gasnetze und künftig verstärkt Wasserstoffleitungen.

Genau in diesem Bereich ist Vorwerk hervorragend positioniert. Das Unternehmen bietet Leistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an – von der Planung bis zur Umsetzung komplexer Infrastrukturprojekte.

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Starkes operatives Wachstum

Der positive Wachstumstrend aus dem Vorjahr setzte sich auch im ersten Quartal fort. Traditionell fällt das Auftaktquartal aufgrund schlechter Witterungsbedingungen eher schwächer aus. Dennoch konnte Vorwerk erneut überzeugen.

Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 5% auf 139,2 Millionen €. Positiv wirkte sich dabei insbesondere der Personalaufbau aus.

Zusätzlich verwies das Unternehmen auf die starke Entwicklung der sogenannten Arbeitsgemeinschaften, die bei Großprojekten eine wichtige Rolle spielen. Dort erhöhte sich der Umsatz um 14,3% auf 173,7 Millionen €.

Besonders beeindruckend entwickelte sich die Profitabilität: Das operative EBITDA sprang um 74,7% auf 31,8 Millionen €. Ausschlaggebend hierfür waren niedrigere Materialkosten sowie eine höhere Wertschöpfung innerhalb der Arbeitsgemeinschaften.

Die EBITDA-Marge verbesserte sich dadurch deutlich um neun Prozentpunkte auf starke 22,8%.

Auch die Bilanz bleibt äußerst solide: Ende März verfügte Vorwerk über eine Nettoliquidität von 249 Millionen €.

Insgesamt fällt die operative Entwicklung damit sehr überzeugend aus.

Prognose bestätigt

Für das Gesamtjahr zeigt sich der Konzern weiterhin optimistisch und bestätigte seine Prognose.

Der Umsatz soll 2026 auf 730 bis 780 Millionen € steigen, nachdem im Vorjahr 705 Millionen € erzielt wurden.

Beim operativen EBITDA erwartet das Unternehmen einen Wert zwischen 160 und 180 Millionen €. Im Vorjahr lag dieser bei 163 Millionen €.

Die Grundlage für diese Erwartungen bildet vor allem der hohe Auftragsbestand: Der direkte Auftragsbestand liegt bei rund 1,1 Milliarden €. Hinzu kommen weitere 1,4 Milliarden € aus den Arbeitsgemeinschaften.

Aus meiner Sicht eröffnet das aktuelle Kursniveau wieder interessante Einstiegsmöglichkeiten. Der langfristige Wachstumstrend dürfte sich fortsetzen, da Deutschland in den kommenden Jahren massiv in seine Energie- und Infrastruktur investieren muss.

Allein aus dem Infrastruktur-Sondervermögen sollen jährlich rund 50 Milliarden € in entsprechende Projekte fließen. Davon dürfte Vorwerk erheblich profitieren.

Einen fairen Wert sehe ich derzeit im Bereich von 85 €. Auch die Analystenschätzungen gehen weit auseinander: Während Jefferies die Aktie eher zurückhaltend mit 65 € bewertet, sieht die Berenberg Bank sogar Potenzial bis 110 €.

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ℹ Friedrich Vorwerk in Kürze

  • Die Friedrich Vorwerk Group SE mit Sitz im niedersächsischen Tostedt ist ein führender Dienstleister im Bereich der Energieinfrastruktur.
  • Hierzu zählen die Konzipierung, Realisierung und Inbetriebnahme komplexer Energienetze für Gas-, Strom- und Wasserstoffanwendungen.
  • Das Unternehmen notiert im SDAX-Index und ist rund 1,3 Milliarden € wert.

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