Die Figma-Aktie hat in den letzten Tagen eine verhaltene Erholung gezeigt und ist von einem Rekordtief von $16,80 auf aktuell $23,65 gestiegen.

Diese Erholung könnte sich in den kommenden Wochen fortsetzen, nachdem die Aktie einen Doppelboden ausgebildet hat und ihr Ergebnisbericht ansteht. 

Technische Analyse der Figma-Aktie deutet auf weitere Gewinne hin

Das Tageschart zeigt, dass sich das Blatt für Figma nach Monaten des Rückgangs wendet. Es bildete einen Doppelboden bei $16,80, dem Tiefststand im April und Juni dieses Jahres. Die Nackenlinie lag bei $27,80, dem Höchststand am 1. Juni dieses Jahres.

Die Aktie notiert nun über dem 50-Tage-EMA (Exponentieller gleitender Durchschnitt), während der Relative-Stärke-Index (RSI) von einem Jahrestief von 17,83 auf 61 gestiegen ist. 

Daher wird die Aktie kurzfristig voraussichtlich weiter steigen, möglicherweise bis zum wichtigen Widerstand bei $27,80.

Ein Ausbruch über dieses Niveau würde auf weitere Zugewinne hindeuten, potenziell bis zur „Ultimate Resistance“ der Murrey-Math-Linien bei $31,25, was rund 35 % über dem aktuellen Kurs liegt. 

Figma-Aktie

Aktienchart von Figma Inc. | Quelle: TradingView

Figma-Geschäft wächst trotz Sorgen um die SaaS-Apokalypse

Figma gehört zu den führenden Anbietern in der Softwarebranche und bietet eine Plattform, die das Designen in Unternehmen vereinfacht. Sie wird von Unternehmen jeder Größe genutzt, darunter Konzerne wie Google, Airbnb, Atlassian, Microsoft, GitHub und Duolingo. 

Die Aktie stieg nach dem IPO im vergangenen Jahr zunächst an, begann dann aber einen starken Abwärtstrend und erreichte in diesem Jahr ein Rekordtief.

Dieser Rückzug erfolgte, als Anleger Softwareunternehmen verkauften – ein Prozess, der als SaaS-Apokalypse bekannt geworden ist. Andere große Softwareunternehmen wie Atlassian, Adobe, Autodesk und ServiceNow stürzten ab.

Das Geschäft von Figma ist jedoch weiter gewachsen, da immer mehr Unternehmen die Lösung nutzen.

Die letzten Finanzzahlen zeigten, dass der Umsatz im ersten Quartal um 46 % auf $333,4 Mio. gestiegen ist und damit über der bisherigen Prognose lag.

Die Ergebnisse des Unternehmens zeigten, dass das Geschäft weiterhin Kunden anzieht trotz der KI‑bedingten Disruption. Die Zahl der Unternehmen, die mehr als $10.000 zahlen, stieg auf 15.218 gegenüber 11.107 im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Unternehmen, die $100.000 und mehr zahlen, stiegen auf 1.525 statt 1.031. Bemerkenswert: Das Unternehmen erhielt von einem Hyperscaler eine Bestellung, die während des Quartals 35.000 bezahlte Nutzerplätze hinzufügte.

Statt durch KI gestört zu werden, nutzt das Unternehmen diese Technologie, um seine Lösung zu verbessern und zu monetarisieren. So begann es beispielsweise im März, KI-Kreditlimits für alle Kunden einzuführen, ohne nennenswerte Abwanderung zu verzeichnen.

Das Management geht davon aus, dass der bevorstehende Ergebnisbericht zeigen wird, dass das Geschäft auch im zweiten Quartal gewachsen ist.

Die Prognose sieht einen Umsatz zwischen $348 Mio. und $350 Mio. vor, ein Plus von etwa 40 % gegenüber dem Vorjahr. 

Für das Gesamtjahr erwartet es einen Umsatz zwischen $1,422 Mrd. und $1,428 Mrd., was einem Wachstum von 35 % im Jahresvergleich entspricht. Tatsächlich dürfte die Zahl wahrscheinlich höher ausfallen, da das Management tendenziell sehr konservativ ist.

Die meisten Analysten haben Kursziele über dem aktuellen Niveau. Analysten der Bank of America sehen ein Ziel von $30, Michael Turrin von Wells Fargo hat ein Ziel von $36.

Analysten von Piper Sandler, Citigroup und JPMorgan nennen Ziele über $30.

Figma hat jedoch auch Herausforderungen. So nimmt der Wettbewerb zu, wobei Unternehmen wie Sketch und Adobe zu den Hauptkonkurrenten zählen.

Außerdem schreibt das Unternehmen weiterhin Verluste: Der operative Verlust stieg im ersten Quartal auf $137 Mio. Die Bewertung ist nach wie vor hoch, das erwartete Kurs-Umsatz-Verhältnis (forward P/S) liegt bei 7,7. 

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